Tag der Patientensicherheit

Für eine gute Verständigung

Reden hilft Fehler zu verhindern. Thema des diesjährigen Tages der Patientensicherheit ist daher die Kommunikation im Gesundheitswesen. Unter dem Motto "Wenn Schweigen gefährlich ist" finden am 17. September und der darauffolgenden Woche bundesweit verschiedene Aktionen und Informationsveranstaltungen statt.

Ärztin im Gespräch mit einer älteren Frau.

Eine gelungene Arzt-Patienten-Kommunikation ist sehr wichtig für den Behandlungserfolg.

Foto: Burkhard Peter

Wie muss ich meine Medikamente dosieren? Wie lange nach einem Eingriff darf ich nichts essen? Wenn Fragen wie diese nicht hinreichend beantwortet werden, kann das schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben. Folgen, die durch ein entsprechendes Gespräch vermeidbar wären.

Ziel des diesjährigen Tages der Patientensicherheit ist daher, auf die Bedeutung einer gelungenen Kommunikation aufmerksam zu machen. Ein gutes Gespräch zwischen Patienten und Ärzten, zwischen Pflegekräften und Patienten und auch zwischen den Mitarbeitern im Gesundheitswesen verhindert Behandlungsfehler.

Ermutigen, miteinander zu reden

"Patientinnen und Patienten erwarten zu Recht, dass sie gut und sicher versorgt werden", so Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe. Eine gute Verständigung der an der Patientenversorgung Beteiligten untereinander, aber auch mit den Patientinnen und Patienten sowie deren Angehörigen helfe Fehler zu vermeiden, verbessere die gesundheitlichen Ergebnisse und stärke das Vertrauen in das Gesundheitswesen.

Sprechen kann man lernen

Im Rahmen des Nationalen Krebsplans hat das Bundesgesundheitsministerium die Entwicklung eines Musterlehrplans "Kommunikation in der Medizin" gefördert. Das Ziel: Im Verlauf des gesamten Medizinstudiums werden angehenden Ärztinnen und Ärzte Fähigkeiten vermittelt, um Wissen zur Diagnose und Therapie verständlich erklären zu können. Derzeit wird ein entsprechender Musterlehrplan für die Pflege entwickelt.

Auch im "Masterplan Medizinstudium 2020" wird dem Arzt-Patienten-Gespräch besondere Bedeutung eingeräumt.

Mehr Gesundheitswissen hilft, richtige Frage zu stellen

Im Juni 2017 hat Gesundheitsminister Gröhe gemeinsam mit 14 Partnern die Allianz für Gesundheitskompetenz gegründet. Ihr Ziel ist es, Gesundheitsbildung und Gesundheitsinformationen zu verbessern sowie für mehr Verständlichkeit im Gespräch mit Patienten zu sorgen, und zwar in allen Gesundheitsberufen.

Ein "Nationales Gesundheitsportal" soll demnächst vertrauenswürdige, wissenschaftlich belegte und unabhängige Gesundheitsinformationen bereitstellen. Das Bundesgesundheitsministerium hat das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit damit beauftragt, bis 2018 ein entsprechendes Konzept zu erarbeiten.

Patientensicherheit verbessert

"Auch in anderen Bereichen haben wir Wichtiges unternommen: Mit dem Hygieneförderprogramm für Krankenhäuser, dem Anspruch auf eine unabhängige ärztliche Zweitmeinung und der Einführung eines Medikationsplanes haben wir in dieser Wahlperiode die Patientensicherheit in Deutschland weiter gestärkt", bilanziert Gröhe.

Außerdem können Patientinnen und Patienten sich besser über die Qualität von Krankenhäusern informieren. Denn die Qualitätsberichte der Krankenhäuser werden mit dem Krankenhausstrukturgesetz patientenfreundlicher. Künftig müssen sie Patientinnen und Patienten verständliche und nachvollziehbare Informationen liefern, vor allem zur Patientensicherheit, zur Einhaltung der Hygienestandards und zur Personalausstattung der Fachabteilungen.

Der Internationale Tag der Patientensicherheit findet jährlich am 17. September statt. Er wird vom Bundesgesundheitsministerium gefördert. Ins Leben gerufen wurde er vom deutschen Aktionsbündnis Patientensicherheit im zehnten Jahr seines Bestehens. Das Aktionsbündnis setzt sich für eine sichere Gesundheitsversorgung ein. Es widmet sich der Erforschung, Entwicklung und Verbreitung dazu geeigneter Methoden.

Mittlerweile gibt es Bestrebungen, diesen Tag künftig in die offizielle Liste der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als World Day of Patient Safety aufzunehmen. So wurde auf dem zweiten internationalen Ministergipfel zur Patientensicherheit am 29. und 30. März 2017 in Bonn vereinbart, eine entsprechende Resolution zu erarbeiten. Bei dem Treffen hatten über 300 hochrangige Vertreter aus Politik, Medizin und Wissenschaft aus über 40 Ländern über weitere Verbesserungen der Patientensicherheit beraten.

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