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Von einem systematischen Schutz des fotografischen Kulturerbes kann in Deutschland nach wie vor nicht die Rede sein. Deshalb lädt Kulturstaatsministerin Monika Grütters am heutigen Montag zu einer Veranstaltung in der Berliner Akademie der Künste ein, bei der neben Fotografinnen und Fotografen auch Experten aus Museen, Wissenschaft und Forschung darüber diskutieren, wie das fotografische Erbe gesichert und bewahrt werden kann. Dazu gehört etwa die Frage nach dem Verbleib von Vor- und Nachlässen herausragender Fotografinnen und Fotografen.

„Anders als im Bereich der Literatur gibt es bei der Fotografie noch erheblichen Nachholbedarf“, sagt Grütters. Museen als Sachverwalter des materiellen Kulturerbes seien mit kompletten Künstlernachlässen aus der Fotokunst überfordert, auch Kunsthändler und Galeristen eigneten sich nur bedingt als Garanten für den Schutz des fotografischen Erbes. „Damit droht Kulturgut von nationaler Bedeutung unwiderruflich verloren zu gehen.“

„Es liegt im Interesse der Allgemeinheit, die Nachlässe bedeutender Fotografinnen und Fotografen als bildhaftes Gedächtnis unserer Gesellschaft zu bewahren“, sagt Grütters weiter. „Ich will dem drohenden Verlust wertvollen Kulturguts nicht tatenlos zusehen. Deshalb trete ich für eine zentrale Einrichtung ein, die das künstlerische Erbe herausragender deutscher Fotografinnen und Fotografen aufarbeitet, bewahrt und der Öffentlichkeit zugänglich macht.“

An der Diskussionsveranstaltung nahmen neben der Kulturstaatsministerin die Fotografin und Fotohistorikerin Ute Eskildsen, die Leiterin der Sammlung Fotografie und Neue Medien an der Pinakothek der Moderne/Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Inka Graeve Ingelmann, Thomas W. Gaethgens, Direktor Emeritus des Getty Research Institute, Los Angeles, sowie die Fotorestauratorin des Nederlands Fotomuseum, Katrin Pietsch, und Thomas Weski von der Stiftung für Fotografie und Medienkunst mit Archiv Michael Schmidt teil.