Fast alle erleben Diskriminierung

1. Dezember - Welt-Aids-Tag Fast alle erleben Diskriminierung

Menschen mit HIV können bei rechtzeitiger Diagnose und Therapie leben wie alle anderen. Die Kampagne „Leben mit HIV. Anders als du denkst.“ zeigt ihren Alltag und will damit der Diskriminierung von HIV-positiven Menschen entgegenwirken.

Welt-Aids-Tag

Am 1. Dezember, dem Welt-Aids-Tag, wird zu einem Miteinander ohne Vorurteile und Ausgrenzung aufgerufen

Foto: Bundesregierung

Das Leben mit HIV sieht heute tatsächlich anders aus, als viele Menschen denken: Die Kampagne „Leben mit HIV. Anders als du denkst.“ lässt mit einem Augenzwinkern Betroffene zu Wort kommen: Visagist Ahmed leidet im Job unter verspäteten Zügen. Nicole hat Prüfungsstress an der Universität. Rentnerin Hildegard bekommt vom Altern graue Haare. HIV steht in ihrem Leben nicht mehr im Vordergrund, doch Diskriminierung macht HIV-positiven Menschen das Leben oft immer noch unnötig schwer.

Für ein Miteinander ohne Vorurteile und Ausgrenzung

Im Jahr 2020 gaben bei einer Online-Befragung der Studie „positive stimmen“ 90 Prozent der Befragten an, sie würden gut mit ihrer HIV-Infektion leben. Drei Viertel fühlten sich gesundheitlich nicht oder nur wenig eingeschränkt.

Fast alle berichteten jedoch von mindestens einer diskriminierenden Erfahrung in den letzten zwölf Monaten aufgrund von HIV. Mehr als die Hälfte gab an, durch Vorurteile bezüglich der HIV-Infektion in ihrem Leben beeinträchtigt zu sein. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, der Deutschen AIDS-Stiftung und der Deutschen Aidshilfe haben eine gemeinsame Kampagne gegen die Diskriminierung von Menschen mit HIV-Infektion gestartet.

Der Welt-Aids-Tag ist der Tag der Solidarität mit HIV-positiven Menschen. Er wird seit 1988 jedes Jahr am 1. Dezember begangen. Auch in diesem Jahr wird zu einem Miteinander ohne Vorurteile und Ausgrenzung aufgerufen. In Deutschland lebten Ende 2019 nach Angaben des Robert Koch-Instituts 90.700 Menschen mit HIV. Weltweit waren es laut UNAIDS 37,7 Millionen.