Reaktionen und Stimmen

Europa nach dem Brexit

Die Briten wollen raus aus der EU - sie stimmten mehrheitlich für einen Brexit. Ein einmaliger Vorgang in der Europäischen Union. Institutionen und Mitgliedsstaaten stehen vor der Herausforderung: Wie weiter?

Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach sich am Freitag dazu aus, "die Lage mit Ruhe und Besonnenheit zu analysieren, zu bewerten und auf dieser Grundlage gemeinsam die richtigen Entscheidungen zu treffen."

Hierzu wird sie sich Anfang der kommenden Woche mit dem Präsidenten des Europäischen Rates Tusk dem französischen Präsidenten Hollande und dem italienischen Ministerpräsidenten Renzi zu Gesprächen treffen.

Tusk: Einheit der EU aufrechterhalten

Großbritannien solle "so schnell wie möglich" Konsequenzen aus dem Referendum ziehen. Das forderten EU-Kommissionschef, Jean-Claude Juncker, EU-Ratspräsident, Donald Tusk, der Präsident des Europaparlaments, Martin Schulz, und der niederländische Ministerpräsident, Mark Rutte, in einer gemeinsamen Erklärung. Sie verwiesen auf den Artikel 50 des EU-Vertrags, der den Austritt eines Landes aus der EU regelt.

Sie seien bereit, rasch Verhandlungen über Bedingungen des Austritts mit London zu beginnen. Die Reformangebote, die der Europäische Rat vom Februar Großbritannien gemacht habe, seien nun jedoch vom Tisch.

Kein Moment für hysterische Reaktionen

Der Präsident des Europäischen Rates sprach von einem "dramatischen Augenblick in der Geschichte der Europäischen Union". Aber es sei kein Moment für hysterische Reaktionen. Die EU sei auch auf dieses Szenario vorbereitet.

Mit den anderen 27 EU-Mitgliedstaaten sei er sich einig, dass die Einheit der EU aufrechterhalten werden solle. "Die Union ist der Rahmen unseren gemeinsamen Zukunft", so Tusk. Es gebe kein juristisches Vakuum in Europa, das EU-Recht werde weiter gelten, auch in Großbritannien.

Schulz: EU verbessern

Der Präsident des Europaparlaments, Martin Schulz, kündigte seriöse Verhandlungen der EU mit Großbritannien an. "Ich glaube nicht, dass andere Länder ermutigt werden, diesen gefährlichen Weg zu gehen", sagte Schulz in der ARD. Die Mitgliedstaaten, die in der EU verblieben, müssten deswegen darüber reden, wie die EU verbessert werden könne.

Am kommenden Dienstag werde es eine Sondersitzung des EU-Parlaments geben.

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