Erwerbstätigkeit weiter gestiegen

Arbeitsmarkt im April Erwerbstätigkeit weiter gestiegen

Rund eine halbe Million mehr Menschen sind im Vergleich zum Vorjahr in Lohn und Brot. Damit ist die Arbeitslosenquote erneut gesunken und beträgt 6,3 Prozent. Bei den Arbeitsagenturen sind über 640.000 offene Stellen gemeldet.

Ein Mitarbeiter montiert in einem ZF-Werk in Friedrichshafen ein automatisches Getriebesystem.

Seit Juni 2015 sind kontinuierlich mehr als 43 Millionen Menschen erwerbstätig.

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"Die Zahlen am Arbeitsmarkt zeichnen einmal mehr ein gutes Bild: Die Erwerbstätigkeit klettert weiter auf Rekordstände, sogar noch schneller steigt die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in die Höhe. Dabei ist die Zahl der offenen Stellen im Jahresvergleich noch einmal deutlich gestiegen und die Arbeitslosigkeit sinkt", kommentierte Bundesarbeitsministerin Nahles die aktuellen Arbeitsmarktdaten.

Erwerbstätigkeit wächst kontinuierlich

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes waren im März 43,16 Millionen Menschen erwerbstätig. Das waren 44.000 mehr als im Vormonat, und 527.000 mehr als vor einem Jahr. Seit Juni 2015 sind kontinuierlich mehr als 43 Millionen Menschen erwerbstätig.

Auch die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ist weiter gewachsen: Im Februar waren 31,04 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Lohn und Brot. Das waren 697.000 mehr als vor einem Jahr, hat die Bundesagentur für Arbeit berechnet.

Die Märzwerte für die Entwicklung der Erwerbstätigkeit

Entwicklung der Erwerbstätigkeit - Märzwerte in Millionen gerundet (Quelle: Bundesagentur für Arbeit)

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"Die Arbeitsplätze in Deutschland sind sicher", sagte Nahles. "Die Chancen auf Arbeit sind sehr gut – und damit auch die Chance, dass wir die Flüchtlinge, die zu uns gekommen sind, in unseren Arbeitsmarkt integrieren können."

Weniger Menschen arbeitslos

Im April waren 2.744.000 Menschen arbeitslos gemeldet. Das waren 101.000 weniger als im März und 99.000 weniger als vor einem Jahr. Damit hat sich die Arbeitslosenquote gegenüber dem Vormonat um 0,2 Prozentpunkte auf nunmehr 6,3 Prozent verringert.

Im April bezogen 4.314.000 Menschen Grundsicherung für Arbeitsuchende (Hartz IV), 77.000 weniger als vor einem Jahr. Rund acht Prozent der in Deutschland lebenden Menschen im erwerbsfähigen Alter waren hilfebedürftig. Ein Großteil der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten ist nicht arbeitslos. Das liegt daran, dass sie mindestens 15 Wochenstunden erwerbstätig sind, kleine Kinder betreuen, Angehörige pflegen oder sich noch in der Ausbildung befinden.

Die Aprilwerte zum Arbeitsmarkt

Arbeitslosenzahlen im April - in Millionen gerundet (Quelle: Bundesagentur für Arbeit)

Foto: Bundesregierung

Viele offene Stellen

Unternehmen suchen dringend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: Im April waren 640.000 Arbeitsstellen bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldet, 89.000 mehr als vor einem Jahr.

Besonders gesucht sind Arbeitskräfte in den Berufsfeldern Mechatronik, Energie- und Elektrotechnik. Aber auch in Verkehr und Logistik sowie in Metallerzeugung, -bearbeitung und im Metallbau gibt es offene Stellen. Sogar Ausbildungsstellen waren im April 2016 noch unbesetzt, am häufigsten für Kaufleute im Einzelhandel, Verkäufer(innen) und Kaufleute für Büromanagement.

Alle Bundesländer verzeichnen einen Zuwachs in der Beschäftigung. Auch die einzelnen Branchen haben im Januar mehr Beschäftigte eingestellt: Vor allem im Bereich Pflege und Soziales (plus 110.000 oder plus 5,3 Prozent), in den sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (plus 79.000 oder plus 6,1 Prozent) sowie im Handel (plus 67.000 oder plus 1,6 Prozent) gab es Zuwächse.

Entlassungen und Stellenabbau gab es bei Finanz- und Versicherungsdienstleistungen (minus 6.000 oder minus 0,6 Prozent) und im Bergbau, in der Energie- und Wasserversorgung sowie der Entsorgungswirtschaft (minus 3.000 oder minus 0,5 Prozent).

Mehr Flüchtlinge arbeitslos gemeldet

Die hohe Zahl der nach Deutschland gekommenen Flüchtlinge und Asylbewerber wird auf dem Arbeitsmarkt zunehmend sichtbar. So waren im Februar 2016 insgesamt 242.000 Menschen aus den aktuellen Zuwanderungsländern mehr sozialversicherungspflichtig beschäftigt als im Vorjahr. Das sind 16 Prozent mehr.

Allerdings ist im April auch die Zahl der arbeitslos gemeldeten Flüchtlinge aus den wichtigsten nicht-europäischen Asylzugangsländern um 74.000 gestiegen. Damit hat die Arbeitslosigkeit um 24 Prozent zugenommen.