30 Jahre Protokoll von Montreal

Erfolgreicher Schutz für Ozonschicht

Vor drei Jahrzehnten feierte die internationale Politik einen großen Erfolg: Die UN-Staaten beschlossen das Montrealer Protokoll Schutz der Ozonschicht. Seitdem haben sie gemeinsam den Ausstoß von FCKW-Gasen weltweit extrem verringert. Mit der Folge, dass sich die Ozonschicht langsam wieder aufbaut.

Jährlich erinnert der 16. September als "Internationaler Tag zum Schutz der Ozonschicht" nun an das Montreal Protokoll. Das Abkommen wurde am 16. September 1987 beschlossen und von allen 197 Mitgliedern der Vereinten Nationen ratifiziert. Der Erfolg: Der weltweite Einsatz von Fluorchlorkohlenwasserstoffen - kurz FCKW - ist um rund 97 Prozent weltweit gesunken, die Ozonschicht wird sich wieder aufbauen.

Fachleute schätzen jedoch, dass es noch bis Mitte des Jahrhunderts dauert, bis die Ozonwerte wieder das Niveau der 1960er Jahre erreichen. Denn FCKW haben eine Lebensdauer von 60 bis 80 Jahren. Daher erholt sich die Ozonschicht nur langsam.

Die Ozonschicht in der Atomsphäre verhindert, dass die UV-B-Strahlung der Sonne die Erdoberfläche ungebremst trifft. Eine Zunahme dieser Strahlung auf der Erde kann klimatische Veränderungen auslösen. Zudem ist sie eine Gefahr für den Menschen, insbesondere für Haut und Augen. Von Ozonloch spricht man, wenn die Schicht sich ausdünnt. Die Situation verändert sich oft sogar saisonabhängig.

Deutschland Vorreiter bei Schutzmaßnahmen

Deutschland hat seine Verpflichtungen aus dem Protokoll vorzeitig erfüllt. Es senkte seinen FCKW-Ausstoß sogar um mehr als 98 Prozent. International setzt sich die Bundesregierung engagiert dafür ein, dass auch FCKW aus Altlasten und der Schmuggel damit weltweit ein Ende finden. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks lobt das Abkommen: "Ohne das Montrealer Abkommen wäre der Schutz der Ozonschicht nicht möglich gewesen." Die Bundesministerin erwartet ähnliches von dem Beschluss über Vermeidung fluorierter Treibhausgase, den die Vereinten Nationen letztes Jahr in Kigali gefasst haben. Er könne auch die Umsetzung des Paris Abkommens beflügeln, so die Ministerin, und trage wegen der hohen Klimaschädlichkeit dieser Stoffe erheblich zur Bewältigung des Klimawandels bei.

Die Vereinten Nationen einigten sich 1985 auf das Wiener Abkommen zum Schutz der Ozonschicht und 1987 auf das Montrealer Protokoll. Dieses legt einen genauen Zeitplan fest für den Ausstieg aus Produktion und Verwendung von FCKW und Halonen. Der Zeitrahmen ist mehrfach verschärft worden. Allgemein gelten für den Ausstieg der Industriestaaten kürzere Fristen als für Entwicklungsländer.

Deutscher Wetterdienst misst Ozonwerte seit 50 Jahren

Gleichzeitig mit diesem Jubiläum feiert der Deutsche Wetterdienst den Jahrestag der ersten Ozonmessung mit Wetterballon vor 50 Jahren. Und das mit gutem Grund: Was 1967 mit dem Ziel begann, die Wettervorhersage zu verbessern, lieferte schließlich die zuverlässigen und langjährigen Daten, die es brauchte, um die Entwicklung des Ozons in der Atmosphäre zu bestimmen.

Ozonschicht wächst wieder

Die Messreihen des Deutschen Wetterdienstes der vergangenen 50 Jahre zeigen beides: Den Rückgang des Ozons seit Ende der 60er Jahre bis Mitte der 90er Jahre und nun seit 2000 die Tendenz, dass die Ozondichte wieder ansteigt. Denn dank des Montrealer Protokolls werden seit Mitte der 90er Jahre weltweit fast keine Fluorkohlenwasserstoffe mehr verwendet. Sie verursachten den Rückgang des Ozons und eine dadurch stärkere Sonneneinstrahlung, die ungebremst etwa zu einer erhöhten Gefahr von Hautkrebs, grauem Star oder schlechteren Ernten führen kann.

Vom Haarspray zum Ozonloch

Seit Mitte der 70er Jahre fiel auf, dass die Ozonschicht sich teilweise ausdünnte. Das erste vorübergehende "Loch" entdeckten Forscher 1986 über der Antarktis. Wenig später war erwiesen, dass FCKW und ähnliche Stoffe wie Halone in der Atmosphäre die Ursache dafür sind. Diese Stoffe fanden sich damals in Spraydosen aller Art, als Kältemittel beispielsweise in Kühlschränken oder wurden zum Aufschäumen von Dämmstoffen genutzt.

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