30 Jahre Austauschprogramm

Erasmus zeigt Europas beste Seiten

Vom Austauschprogramm Erasmus haben in 30 Jahren fast 1,3 Millionen Studierende aus Deutschland profitiert. "Ein Auslandsaufenthalt erfordert Mut, sich auf Neues einzulassen. Aber dieser Mut wird auch belohnt. So wird die Vielfalt Europas auch zu einem persönlichen Gewinn", sagte Bundeskanzlerin Merkel in einer Videobotschaft.

Studentinnen und Studenten, im Hintergrund Plakatwand mit EU-Sternen.

Mit Erasmus können junge Menschen einen Auslandsaufenthalt in 33 europäischen Ländern absolvieren.

Foto: EC/Alain Schroeder

Anlässlich der Festveranstaltung zum Erasmus-Jubiläum in Berlin rief Bundeskanzlerin Angela Merkel dazu auf, sich weiter für das Austauschprogramm Erasmus stark zu machen.

Erasmus ist ein Förderprogramm der Europäischen Union und wurde 1987 als Austauschprogramm für Studierende ins Leben gerufen. Nach und nach wurde es ausgebaut – seit 2014 heißt es "Erasmus+".

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Erasmus zeigt Europas beste Seiten

Erasmus ist für alle da

Heute können alle Europäerinnen und Europäer in allen Lebensphasen an länderübergreifenden Bildungsangeboten und Austauschprogrammen teilnehmen. Studenten und Hochschulmitarbeiter genauso wie Schüler, Lehrer, Auszubildende, Ausbilder, Weiterbildungspersonal oder ehrenamtlich engagierte Senioren.

Erwachsene können über Erasmus-Projekte neue Kompetenzen erwerben oder verbessern, die sie für ein längeres Arbeitsleben fit machen. Dazu gehören mathematische sowie naturwissenschaftliche und technische Grundkenntnisse. Das betrifft vor allem geringqualifizierte Beschäftigte.

Seit 2015 werden weltweite Auslandsaufenthalte von Studierenden und Hochschulpersonal gefördert. Das gilt auch für außereuropäische Studierende, die dafür nach Europa kommen.

Sprache, Land und Leute kennenlernen

"Keine andere Initiative hat eine ganze Generation von Europäerinnen und Europäern so geprägt", sagte Bundesbildungsministerin Johanna Wanka zur Eröffnung der Festveranstaltung. Erasmus verbinde und habe konkreten Nutzen für die Menschen. Es mache Europa und seine Werte wie Frieden, Freiheit, Demokratie und Solidarität erfahrbar.

Wer den Mut hat, eine Zeitlang ins Ausland zu gehen, um dort zu lernen, verbessert nicht nur seine Jobaussichten. Die Teilnehmenden kommen mit mehr Selbstvertrauen zurück. Sie haben eine fremde Sprache kennengelernt und einen anderen Lebensalltag erlebt. Oft entstehen Bindungen fürs Leben. Wer diese Erfahrungen gemacht habe, wisse in besonderer Weise den Wert eines geeinten Europas zu schätzen, sagte die Bundeskanzlerin.

Für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ist ein Bildungsaufenthalt im Ausland nicht nur eine Episode – er ist oft ein Wendepunkt in ihrem Leben. Millionen Studierende, Schüler, Auszubildende und Lehrkräfte haben an Austauschprojekten teilgenommen. Allein über eine halbe Million deutsche Teilnehmer können bis 2020 gefördert werden. Europaweit können vier Millionen Menschen bis 2020 daran teilnehmen.

Erasmus hilft, Jugendarbeitslosigkeit zu senken

Egal ob Studium oder Berufsausbildung: Internationale Berufserfahrungen sind immer häufiger Teil des beruflichen Anforderungsprofils. Der Austausch leiste einen wichtigen Beitrag, um die Jugendarbeitslosigkeit in Europa zu senken, so Bundesbildungsministerin Wanka. Auszubildende und Ausbilder – zum Beispiel aus Spanien oder Griechenland – können in Deutschland die duale Berufsausbildung kennenlernen.

Seit 2014 gehört auch das Programm "Jugend in Aktion" zu Erasmus+. Daran können auch benachteiligte Jugendliche teilnehmen, die meist noch nie im Ausland waren. Bei Jugendbegegnungen kommen sie schnell und unkompliziert miteinander in Kontakt. Sie verbessern ihre Chancen, einen Schulabschluss und eine Ausbildung zu schaffen.

Von Erasmus zu Erasmus+
Seit 30 Jahren steht das Erasmus-Programm für bereichernde Erfahrungen. Erasmus+ ging 2014 an den Start. Das erfolgreiche Programm Erasmus wurde ausgebaut und mit 40 Prozent mehr Geld ausgestattet. 14,7 Milliarden Euro stellt die EU dafür allein bis zum Jahr 2020 zur Verfügung. Erasmus+ ist das EU-Programm zur Förderung von allgemeiner und beruflicher Bildung, Jugend und Sport in Europa. An Erasmus+ beteiligen sich 33 Länder: die 28 Mitgliedstaaten der EU sowie Island, Norwegen, Liechtenstein, die Türkei und die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien.

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