"Shoah"-Regisseur Claude Lanzmann gestorben

Ein unermüdlicher Aufklärer

Der französische Filmemacher Claude Lanzmann ist tot. Er starb am Donnerstag mit 92 Jahren. Mit seinem Meisterwerk "Shoah" habe er "für die notwendige schonungslose Auseinandersetzung mit dem nationalsozialistischen Menschheitsverbrechen Maßstäbe gesetzt", erklärte Kulturstaatsministerin Grütters.

Porträt von Claude Lanzmann.

Claude Lanzmann, 1925 - 2018

Foto: picture-alliance/AP/Le Caer/Invision

Lanzmann setzte sich Zeit seines Lebens für das Gedenken an die Opfer der Nazizeit und den Kampf gegen den Antisemitismus ein. "Mit ihm verlieren wir einen unermüdlichen Aufklärer, der als Regisseur und Schriftsteller das Leid und den Terror der Nazis gegenüber den Juden immer wieder in die Welt der Nichtbetroffenen geholt und den Schmerz über die Nazi-Barbarei mit ihrer geradezu industriellen Vernichtung des jüdischen Volkes in seiner ganzen menschenverachtenden Dimension offengelegt hat", erklärte Kulturstaatsministerin Grütters.

Einer der letzten Zeitzeugen

Legendär wie beklemmend ist Lanzmanns Zeitzeugen-Dokumentation "Shoah" über den Völkermord an europäischen Juden. Er ließ darin Opfer und Täter zu Wort kommen. Auch Kulturstaatsministerin Grütters würdigte den bedeutenden europäische Dokumentarfilmer. "Als eine der letzten großen wirkmächtigen Stimmen der Zeitzeugen wird Claude Lanzmann der Welt fehlen", erklärte Grütters.

Die Kulturstaatsministerin weiter: "Zwölf Jahre lang hat Claude Lanzmann sein zehnstündiges beklemmendes Meisterwerk ‚Shoah‘, den wichtigsten Film über den Holocaust, erarbeitet und damit Maßstäbe gesetzt für die notwendige schonungslose Auseinandersetzung mit dem nationalsozialistischen Menschheitsverbrechen."

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