Digitales Geld - Kontrolle und Sicherheit durch Blockchain

Kabinettklausur in Meseberg Digitales Geld - Kontrolle und Sicherheit durch Blockchain

Bei seiner Digitalklausur in Meseberg hat sich das Kabinett auch mit den Möglichkeiten und Herausforderungen sogenannter Kryptowährungen auseinandergesetzt. Für die Bundesregierung steht fest, dass sie keine Konkurrenz zu nationalen Währungen dulden wird.

Bitcoins vor einem binären Code

Die Erfindung des Bitcoins 2008 löste eine Welle von Innovationen in dem Bereich der Kryptowährungen aus.

Foto: Getty Images/Caiaimage/Adam Gault

Bereits im September hat die Bundesregierung ihre Blockchain-Strategie verabschiedet. Diese Technologie soll auch den Umgang und die Ausgabe digitaler Währungen vereinfachen. Allerdings sind mögliche Wege der Umsetzung und bestehende Angebote nicht wenig umstritten. Grund genug, um sich bei der Digitalklausur in Meseberg diesem Thema vertieft anzunehmen.

Eine Blockchain ist eine verschlüsselte Datenbank, die auf allen Rechnern eines Netzwerkes gleichzeitig gespeichert wird. Die Informationen sind dabei in Blöcken zusammengefasst. Ein spezielles Verschlüsselungsverfahren sorgt dafür, dass der Inhalt leicht ablesbar, aber zugleich schwer manipulierbar ist.

Bankdienste ohne Bankenaufsicht

Die Erfindung des Bitcoins im Jahr 2008 löste eine Welle von Innovationen in dem Bereich der Kryptowährungen aus. Es folgten bald Online-Börsen und im Sommer dieses Jahres kündigte Facebook mit der Libra ein eigenes digitales Zahlungsmittel an. Bedenken gibt es demgegenüber unter anderem im Kreis der G7-Finanzminister und der Notenbanken. So hat beispielsweise China eine digitale Version der eigenen Landeswährung Yuan angekündigt.

Für die Bundesregierung steht fest, dass sie keine sogenannten Stablecoins wie Libra als Konkurrenz zu nationalen Währungen dulden wird. Hauptkritik an diesem Vorstoß des Tech-Konzerns ist die Gefahr einer Erschütterung des Banken- und Kreditgeschäfts. Libra bietet im Grunde Bankdienste an, ist aber keine Bank und wird deshalb auch nicht so beaufsichtigt.

Unter Kryptowährung versteht man digitale Zahlungsmittel, die auf kryptographischen Protokollen, als Computercodes, basieren. Sie erlauben anonyme Zahlungstransaktionen im Internet, sind aber keine gesetzlich anerkannten Zahlungsmittel. Schätzungen gehen davon aus, dass es weltweit knapp 4500 Kryptowährungen gibt.

Einsatzmöglichkeiten in der Entwicklungshilfe

Aber die Vorteile von Kryptowährungen sind zahlreich. Allein im Bereich der Entwicklungshilfe: Die ärmsten Bevölkerungsgruppen auf der Welt - die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit geht von 1,7 Milliarden Menschen aus -  sind de facto von jeglicher Finanzdienstleistung ausgeschlossen. Digitale Finanzdienstleistungen könnten hier fehlende Strukturen vor Ort ausgleichen.

Denn Kryptowährungen basieren auf der Distributed Legder Technology (DLT). Dabei handelt es sich um ein Register von Transaktionen, das dezentral auf vielen verschiedenen Computern geführt wird, also eine Form der elektronischen Buchhaltung. Diese lässt sich aber auch für viele andere Anwendungen des digitalen Geschäftsverkehres nutzen, so zum Beispiel gebührenfreie Überweisungen oder digitale Verträge (Smart Contracts).