Deutschland profitiert von neuem Suezkanal

"Die Erweiterung des Suezkanals ist eine beeindruckende Ingenieursleistung, die auch dank der Beteiligung und des Know-hows deutscher Unternehmen in Rekordzeit gelungen ist", lobte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel die Anstrengungen Ägyptens bei dem Milliardenprojekt.

Nach nur einjähriger Bauzeit hat Ägypten den erweiterten Suezkanal eröffnet. An den Feierlichkeiten nahmen viele internationale Gäste teil, darunter auch Gabriel als Repräsentant der Bundesregierung.

Auch für Deutschland von großer Bedeutung

Er verbinde mit dem Vorhaben die Hoffnung auf einen Aufschwung und Stabilität in Ägypten, so der Bundeswirtschaftsminister. Auch für Deutschland als Exportnation sei die Wasserstraße von großer Bedeutung. Die Schiffe konnten die Wasserstraße bislang überwiegend nur in eine Richtung befahren. Jetzt ist der Kanal an einigen Stellen verbreitert und auf einer 72 Kilometer langen neuen Passage zweispurig ausgebaut.

Auch deutsche Firmen waren an dem Unternehmen beteiligt, darunter die Herrenknecht AG, die für die vier Tunnel unter der neuen Wasserstraße mitverantwortlich zeichnet. Das Unternehmen lieferte Spezialwerkzeug und Maschinen im Wert von 160 Millionen Euro.

Der 163 Kilometer lange Suezkanal ist eine der wichtigsten künstlichen Schiffsrouten der Welt. Er verbindet seit 1869 das Mittelmeer mit dem Roten Meer und ist die kürzeste Verbindung auf dem Seeweg von Asien nach Europa.

"Ägyptens Geschenk an die Welt"

Derzeit passieren täglich 49 Schiffe den Kanal. Seine Erweiterung soll mittelfristig die Durchfahrt doppelt so vieler Schiffe ermöglichen. Ägyptens Regierung hofft, dass sich die Einnahmen aus den Nutzungsgebühren bis 2023 dadurch auf rund zwölf Milliarden Euro jährlich erhöhen werden.

"Ägyptens Geschenk an die Welt", wie Kairo den Ausbau nennt, hat umgerechnet 7,8 Milliarden Euro gekostet – Kosten, die das Land durch den Verkauf von Schuldverschreibungen finanziert hat. Hunderttausende Ägypter sind jetzt Gläubiger des Suezkanals und deren Eigentümergesellschaft SCA.

Mehr als 17.000 Schiffe passierten im Jahr 2014 den Suezkanal - ein Viertel des weltweiten Warenschiffsverkehrs. Deutschland steht an Platz zehn der Nutzernationen, vor den USA und Frankreich.