"Gemeinsam für den Wald"

Deutsche Waldtage 2020 "Gemeinsam für den Wald"

Ob Wanderungen zu den Themen Klimawald und Waldnaturschutz, Sonnenaufgangstouren, Kräuterführungen oder Wald-Qi Gong - zu den Deutschen Waldtagen sind alle eingeladen, denen der Wald am Herzen liegt. Bis Sonntag finden mehr als 550 Veranstaltungen statt.

Blick von unten nach oben in die Krone eines knorrigen alten Baumes.

Auch der Nationalpark Hainich in Thüringen lädt anlässlich der Aktionstage zum Waldbaden ein.

Foto: Burkhard Peter

Dürre, Stürme und Borkenkäfer haben in den vergangenen drei Jahren massive Schäden in unseren Wäldern verursacht. 285.000 Hektar Schadflächen müssen wiederbewaldet werden. Mit den Deutschen Waldtagen, die vom 18. bis zum 20. September stattfinden, wollen das Bundeslandwirtschaftsministerium und der Deutsche Forstwirtschaftsrat interessierte Bürgerinnen und Bürger sowie Akteure zusammenbringen.

Es geht einerseits darum, ins Gespräch zu kommen: über den Wald mit seinen vielfältigen Funktionen und die zum Teil dramatischen Auswirkungen, die der Klimawandel auf ihn hat. Andererseit geht es aber auch darum, wie jeder einzelne dazu beitragen kann, den Wald zu erhalten. So werden neben Wanderungen und fachlichen Exkursionen auch konkrete Pflanzaktionen angeboten. Denn, so Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner: "In der Pflanzzeit jetzt im Herbst brauchen wir (…) eine Pflanzoffensive für unsere Wälder, um sie umzubauen und fit zu machen für den Klimawandel: stabil, klimaresilient und angepasst an den Standort."

Bundesweit bieten insgesamt mehr als 550 lokale Veranstaltungen und Aktionen bis Sonntagabend die Gelegenheit zum Austausch, zur Information und zum Mitmachen. Welche Veranstaltungen wo stattfinden, können Interessierte auf der Webseite www.deutsche-waldtage.de einsehen.

Bund und Länder ziehen an einem Strang

In Anbetracht der immensen Herausforderungen, vor denen der Wald steht, haben sich Bund und Länder bereits im vergangenen Jahr auf ein umfangreiches Hilfspaket geeinigt. Für den Zeitraum von 2020 bis 2023 stehen allein in der "Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes" (GAK) rund 800 Millionen Euro Waldhilfen zur Verfügung. Beim "Waldgipfel" am 25. September 2019 hatte Bundesministerin Klöckner mit Verbänden, Wissenschaftlern und Experten Maßnahmen beraten, welche Anpassungen in der Förderstruktur notwendig sind.

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Video Der deutsche Wald - ein Überblick

Zusätzliche Unterstützung zu Corona-Zeiten

Durch das Anfang Juni beschlossene Konjunkturpaket stellt die Bundesregierung zusätzlich 700 Millionen Euro für den Bereich Wald und Holz bereit. Davon sollen 500 Millionen Euro zur Unterstützung einer besonders nachhaltigen Waldbewirtschaftung mit einer Art flächenwirksamen Prämie genutzt werden. Zudem fließen 50 Millionen Euro in die Innovationsförderung - etwa in die digitale Technik in der Forstwirtschaft und in der Holzverarbeitung. Mit weiteren 150 Millionen Euro soll in eine moderne Holzwirtschaft investiert und klimafreundliches Bauen gefördert werden.

Langfristiger Umbau

Kurzfristige Hilfen für den Wald sind wichtig - doch langfristig gilt es, den Wald an die Herausforderungen des Klimawandels anzupassen. Deshalb setzt das Bundeslandwirtschaftsministerium auch Gelder in der Waldforschung ein. Hierzu zählen, neben dem eigenen Thünen Institut mit etwa 130 Millionen Euro jährlich, auch Forschungs- und Entwicklungsmaßnahmen Dritter durch den Waldklimafonds in Höhe von rund 25 Millionen Euro jährlich.

Aspekte der Forschung sind:

  • trockenheitstolerantere Baumarten zu pflanzen,
  • die Wasserspeicherfähigkeit der Waldböden zu verbessern,
  • Baumarten mit unterschiedlichen Ansprüchen und Eigenschaften zu mischen - etwa Bäume mit tieferen und flacheren Wurzelsystemen,
  • den Waldzustand, das Schadensrisiko und die Schädlingssituation zielgerichtet zu analysieren (Waldschutzmonitoring) und
  • die Waldhygiene deutlich zu intensivieren, zum Beispiel durch rasche Beseitigung von Brutmaterial für Schaderreger.