Gesamtgesellschaftliches Engagement für mehr Generationengerechtigkeit

Eine Hand hält ein kleines Gefäß mit einer Planze

Ziel der Aktionstage ist es, mehr Menschen zu nachhaltigem Handeln zu bewegen.

Foto: Unsplash/Eddie Hsu

Seit 2015 finden die Deutschen Aktionstage Nachhaltigkeit (DAN) im Rahmen der Europäischen Nachhaltigkeitswoche statt. Dadurch sind die Aktivitäten der teilnehmenden Projekte ohne zusätzlichen Aufwand europaweit sichtbar.

Die Europäische Woche ist eine von Deutschland, Frankreich und Österreich 2015 ins Leben gerufene Initiative. Alle gesellschaftlichen Gruppen, Wirtschaft, Wissenschaft sowie Bund, Länder und Kommunen sind aufgerufen teilzunehmen – denn eine nachhaltige Entwicklung ist auf das Mitmachen aller Akteure angewiesen. 

Die Deutschen Aktionstage Nachhaltigkeit werden ab diesem Jahr Teil des Gemeinschaftswerks Nachhaltigkeit, einer neuen Initiative von Bund und Ländern, um Nachhaltigkeit sichtbar zu machen. Bundeskanzler Scholz wird am 26. September den Startschuss dafür geben. 

Es folgen einige exemplarische Projekte aus Deutschland:

Solidarische Landwirtschaft 

Die Mitglieder des Vereins „die Kleinen Beete e.V.“ versorgen sich gegen einen Monatsbeitrag gegenseitig mit saisonalen und regionalen Produkten. Der Verein versteht sich dabei nicht als anonyme Biokiste (Ware gegen Geld), sondern als selbstorganisierte Solidargemeinschaft.

Wie das funktioniert, wie und wo das Gemüse angebaut wird und wie jeder selbst mitmachen kann, ist bei einer Führung zu erfahren. Dabei geht es auf das Gelände des solidarischen Gartenprojekts in Sehlis in Sachsen. Außerdem besteht die Möglichkeit bei der benachbarten solidarischen Landwirtschaft „Ackerillia“ vorbeizuschauen. Anschließend findet dort ein gemeinsames Herbstfest statt. Das Event findet am 8. Oktober von 14 Uhr bis 18 Uhr statt. 

NachhaltigkeitsCamp Bonn

Einen Tag lang drehte sich in Bonn alles um das Thema Nachhaltigkeit: Bereits zum siebten Mal bot das NachhaltigkeitsCamp Bonn Anfang September eine Austauschplattform für Interessierte. Bei einem Barcamp, also einer offenen Konferenz, hören die Teilnehmenden nicht nur zu, sondern sind selbst aktiv, können sogenannte Sessions vorschlagen und leiten. 

Klimaschutz im Städtebau

Die Regionale Netzstelle Nachhaltigkeitsstrategien West ( RENN.west) lädt Forschende sowie Vertreter und Vertreterinnen aus der Praxis zum ThinkReal Labor, in dem konkrete Lösungen für Klimaschutz- und Klimaanpassungsmaßnahmen im Städtebau erarbeitet werden sollen. An zwei Tagen werden Teilnehmende des ThinkReal Labors im direkten Austausch die Rolle naturbasierter Lösungen für resilientere Städte anhand konkreter Anwendungsbeispiele angehen.

Zwei Arbeitsgruppen werden sich mit Themen wie klimagerechten Städtebau und seiner sozialen Dimension beschäftigen. Dabei sollen Lösungen für die damit verbundenen Konflikte erarbeitet werden. Bei dieser Veranstaltung geht es um Wissenstransfer und Austausch von Erfahrungen. Die Veranstaltung findet in Lüdenscheid vom 22. bis zum 23. September 2022, jeweils um 10 und 12:30 Uhr statt. 

Nachhaltige Veranstaltungsszene 

Veranstalterinnen und Veranstaltern fehlt es oft an Zeit sowie finanziellen Möglichkeiten, Nachhaltigkeitsmaßnahmen umzusetzen. Während Plastikprodukte wie Geschirr und Strohhalme längst durch biologisch abbaubare Produkte ersetzt werden könnten, ist die Prioritätensetzung für solche Maßnahmen noch längst nicht da, wo sie sein sollte. Es stellt sich die Frage, wie Veranstalterinnen und Veranstalter für die Umsetzung solcher Maßnahmen unterstützt werden können und gleichzeitig eine attraktive Bildung der Nachhaltigkeitsziele erfolgen kann.

„Sustainable Club Culture Support“ aus Berlin möchte der Veranstaltungsszene dazu einen zertifizierten Maßnahmenpool anbieten. Bei Interesse werden drei Maßnahmen ausgewählt. Diese werden zu einem vereinbarten Veranstaltungstermin durchgeführt und gleichzeitig mittels Hinweisschildern und Installationen attraktiv kommuniziert.

17.000 Aktionen für eine nachhaltigere Welt 

Der Rat für Nachhaltige Entwicklung hat die Deutschen Aktionstage Nachhaltigkeit anlässlich der Weltkonferenz der Vereinten Nationen über nachhaltige Entwicklung (Rio+20) im Jahr 2012 ins Leben gerufen. Innerhalb eines Jahrzehnts haben die Aktionstage viele Menschen dazu bewegt, in mehr als 17.000 Aktionen ein Zeichen für eine nachhaltigere Welt zu setzen.

Die Veranstaltungen, Aktivitäten und Projekte können auf der ESDW Webseite registriert werden. Sie dient den Teilnehmenden dann als Plattform, durch die sie Informationen zu ihrer Veranstaltung verbreiten können. Die ESDW fasst bereits bestehende nationale Aktionswochen für nachhaltige Entwicklung in Frankreich, Deutschland und Österreich zusammen und erweitert diese zu einer gemeinsamen Woche aller EU-Mitgliedsstaaten und anderen Europäischen Länder. Somit ist es das Ziel der ESDW, die Organisatoren und Organisatorinnen von dezentralen Initiativen zu motivieren, ihre Ideen und Aktivitäten einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Eine Berechtigung zur Teilnahme an der ESDW besteht, wenn die vorgeschlagene Aktion nachhaltige Entwicklung fördert und nicht ausschließlich gewinnorientiert ist. 

Schlagwörter