BSI-Lagebericht

Cyber-Sicherheit im Fokus

Die Bedrohung durch Cyber-Angriffe wächst. Das zeigt der Lagebericht des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), den Bundesinnenminister Seehofer und BSI-Präsident Schönbohm heute in Berlin vorgestellt haben.  

Tastatur eines Laptops, auf der eine Hand etwas eintippt.

Laut BSI-Lageberichts 2018 bleibt die Cyber-Gefährdungslage weiterhin angespannt.

Foto: mauritius images / Cultura / Andrew Brookes

Mit dem Bericht "Die Lage der IT-Sicherheit in Deutschland 2018" beschreibt das BSI die Ursachen und Rahmenbedingungen der aktuellen Cyber-Sicherheitslage und gibt Auskunft über die im Berichtszeitraum von Juli 2017 bis Mai 2018 stattgefundenen Cyber-Angriffe.

Gefährdungslage weiter angespannt

Nach Einschätzung des BSI bleibt die Cyber-Gefährdungslage weiterhin angespannt. Denn moderne Informationstechnik wird für Anwender nicht nur immer benutzerfreundlicher sondern technisch auch immer komplexer. Mit der wachsenden Komplexität der Systeme und der fortschreitenden Vernetzung nehmen auch die potentiellen Angriffsmöglichkeiten sowie die Risiken von Störungen zu.

Als zwei wesentliche Beispiele für das Ausmaß der immer professioneller durchgeführten Angriffe benannte der Innenminister zum einen die Cyber-Attacke auf das Auswärtige Amt (AA) im Jahr 2017. Diese war über die Lernplattform der Hochschule des Bundes erfolgt, konnte aber erfolgreich abgewehrt werden. Zum anderen wies er auf die steigende Infektion durch Schadsoftware hin. Im Jahr 2017 dominierte hier das Schadprogramm "Wannacry".

Steigende Zahl von Schadsoftware

Laut BSI stieg die Anzahl von Schadsoftware auf mehr als 800 Millionen. Pro Tag kommen rund 390.000 neue Varianten dazu. Neben der insgesamt steigenden Anzahl an Schadprogrammen und deren technischer Fortentwicklung, lassen sich auch immer ausgefeiltere Verteilungswege beobachten. Insgesamt gibt es eine hohe Dynamik an Weiterentwicklung von Programmen und Angriffswegen.

Weiterentwicklung der IT-Sicherheit

Das BSI leistet "unverzichtbare Arbeit" lobte der Bundesinnenminister Horst Seehofer. "Um jedoch der Gefährdungslage weiterhin auf Augenhöhe begegnen zu können, müssen wir die Maßnahmen der letzten Legislaturperiode wie etwa das IT-Sicherheitsgesetz 2015 robust weiterentwickeln", betonte er. Die Bundesregierung werde ihre Verantwortung für Sicherheit im Cyber-Raum wahrnehmen. Ein "IT-Sicherheitsgesetz 2.0" sei bereits in Arbeit. Auch die Befugnisse des BSI und die Pflichten von Teilen der Wirtschaft von besonderem öffentlichen Interesse werden derzeit auf einen Prüfstand gestellt, betonte Seehofer.

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