Etat im Zeichen von Wohlstand und Sicherheit 

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Im Kabinett beschlossen: Bundeshaushalt 2027 Etat im Zeichen von Wohlstand und Sicherheit 

Die Bundesregierung hat im Kabinett den Entwurf für den Bundeshaushalt 2027 und den Finanzplan bis 2030 beschlossen. Damit schafft sie die finanziellen Voraussetzungen, um Zukunftsinvestitionen, Reformen und Konsolidierungsmaßnahmen voranzubringen.

3 Min. Lesedauer

Die Bundesregierung in einer Kabinettssitzung

Der von Bundesfinanzminister Klingbeil vorgelegte Haushaltsentwurf soll die deutsche Wirtschaft langfristig stärken.

Foto: Bundesregierung/Guido Bergmann

Globale Krisen und Konflikte stören Lieferketten, treiben Energiepreise in die Höhe und erschweren das Wirtschaftswachstum. Die Bundesregierung begegnet dieser Phase der Unsicherheit mit Handlungsstärke. Sie hat weitreichende Entscheidungen für Reformen getroffen, um die Wirtschaft zu stärken, Arbeitsplätze zu sichern und die Sozialsysteme zukunftsfest aufzustellen.  

Rahmenbedingungen für Wohlstand und Sicherheit schaffen

Mit dem Beschluss des Bundeshaushalts 2027 und des Finanzplans bis 2030 schafft das Kabinett nun auch die finanziellen Rahmenbedingungen, um Freiheit, Beschäftigung und Wohlstand in Deutschland langfristig zu sichern. Die Bundesregierung setzt dabei weiterhin auf einen Dreiklang aus Investitionen, Strukturreformen und Konsolidierung.

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil sagte bei der Vorstellung des Haushalts, die Regierung setze mit dem Bundeshaushalt auf Investitionen und auf Reformen. Die Prioritäten seien klar: „Wir wollen unser Land wieder auf Wachstumskurs bringen. Wir wollen die Arbeitsplätze der Zukunft in Deutschland schaffen. Wir setzen auf Hightech, auf KI, auf Innovation und wir wollen in Zukunft sicher leben und deswegen stärken wir Sicherheit, Resilienz und Verteidigung. Wir handeln und wir investieren dafür, dass Deutschland ein starkes Land bleibt.“

Investitionsoffensive zur Modernisierung des Landes 

Mit dem Bundeshaushalt 2027 setzt die Bundesregierung ihre Investitionen zur Stärkung der Sicherheit sowie zur Belebung der Wirtschaft fort. Insgesamt stehen rund 118 Milliarden Euro für Investitionen zur Verfügung. Mit diesen Rekordinvestitionen sollen das Land modernisiert, Beschäftigung gesichert und die Innovationskraft Deutschlands gestärkt werden. Diese Investitionsoffensive soll auch in den Folgejahren konsequent fortgeführt werden. 

Eine zentrale Rolle spielt das Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität . Für 2027 sind über 36 Milliarden Euro für Investitionen des Bundes vorgesehen. Hinzu kommen 10 Milliarden Euro für den Klima- und Transformationsfonds sowie rund 8 Milliarden Euro zur Unterstützung von Ländern und Kommunen. Diese Investitionen seien notwendig, um das Land gerechter zu machen, so der Finanzminister. „Öffentliche Investitionen in Infrastruktur nutzen allen, gute Schulen und kostenlose Kitas, funktionierende Straßen, Bahnverbindungen, bezahlbare Wohnungen, moderne Krankenhäuser, sanierte Sportstätten, das kommt allen in unserem Land zugute, egal ob in der Stadt oder auf dem Land, egal ob man viel Geld habt oder wenig.“ All das sei eine Verbesserung des Alltags. Bis Ende 2026 würden beispielsweise 775 Kilometer Hochleistungskorridore für Züge generalsaniert, sagte Klingbeil. „Das entspricht der Strecke von Rostock bis nach München“.

Schwerpunkt Sicherheit und Entlastung des Bundeshaushalts

Die Bundesregierung erhöht zudem die Verteidigungsausgaben, um die Abschreckungs- und Verteidigungsfähigkeit Deutschlands zu verbessern. Vorderstes Ziel ist es, militärische Auseinandersetzungen zu verhindern. Für Verteidigung steigen die vorgesehenen Ausgaben im kommenden Jahr deutlich auf über 109 Milliarden Euro, ergänzt durch Mittel aus dem Sondervermögen Bundeswehr. Der Bundeshaushalt trägt insgesamt dazu bei, die Krisenfestigkeit zu stärken. 

Die in der Koalition vereinbarten Konsolidierungsmaßnahmen setzt die Bundesregierung Schritt für Schritt um. „Die Haushaltskonsolidierung heute sichert uns die Freiheit von morgen. Wir schaffen uns damit wieder Handlungsspielräume“, sagte Klingbeil. Diese Spielräume für eine notwendige Entlastung des Bundeshaushalts entstehen unter anderem durch die Kürzung von Finanzhilfen im Klima- und Transformationsfonds, eine noch wirksamere Bekämpfung von Finanz- und Steuerkriminalität, die Besteuerung von Kryptowerten, die Einführung einer Plastiksteuer und die Anpassung der Tabaksteuer. Darüber hinaus hat sich die Koalition darauf verständigt, Finanzhilfen auch im Kernhaushalt abzubauen.

Einsparungen durch den Bund

Effizientere Abläufe und Strukturen in den Bundesministerien sollen 2027 Einsparungen von 1,2 Milliarden Euro für den Bundeshaushalt bringen. Der Effekt solcher Effizienzmaßnahmen soll sich kontinuierlich steigern und spätestens im Haushaltsjahr 2029 einen Umfang von 3 Milliarden Euro erreichen. Die Vorgabe für ressortübergreifende Einsparungen bei Ausgaben in Höhe von 1 Prozent je Ministerium wird umgesetzt. 

Auch durch einen Stellenabbau in der Verwaltung spart der Bund – Sicherheitsbehörden sind dabei ausgenommen. Die Einsparquote beim Personal für 2027 soll zwei Prozent betragen. Der Koalitionsvertrag sieht einen Stellenabbau in der Bundesverwaltung um acht Prozent bis zum Ende der Legislaturperiode vor.

Das Kabinett hat im Haushaltsbegleitgesetz zudem weitere Maßnahmen beschlossen, um den Bundeshaushalt zu stärken. So soll der Steuersatz für gewisse Alkoholika – außer Bier und Wein – angehoben werden. Daraus ergeben sich bei vollständiger Weitergabe der Erhöhungen an die Verbraucherinnen und Verbraucher moderate Preisänderungen im zweistelligen Cent-Bereich. Darüber hinaus wird der Bundeszuschuss an die gesetzliche Rentenversicherung im Jahr 2027 um 1 Milliarde Euro abgesenkt, was zu einer Entlastung des Bundeshaushalts in gleicher Höhe führt.