Weltbodentag

Böden sind lebenswichtig

Böden haben eine lebenswichtige Bedeutung: Sie leisten einen unverzichtbaren Beitrag zu Klimaschutz, Artenvielfalt und Nahrungsmittelversorgung. Der Weltbodentag - ein internationaler Aktionstag - macht darauf aufmerksam. Er findet seit 2002 jedes Jahr am 5. Dezember statt.

Hände mit Erde

Böden sind eine lebenswichtige, aber bedrohte und nur bedingt erneuerbare Ressource.

Foto: Colourbox

Böden übernehmen viele wichtige Aufgaben im Naturhaushalt - auch für die Versorgung der Menschen. So werden etwa 75 Prozent des Trinkwassers in Deutschland aus Grundwasser gewonnen, das durch Böden gefiltert wurde.

Boden - eine essentielle Ressource

Mehr als 90 Prozent der weltweiten Nahrungsmittelproduktion sind direkt vom Boden abhängig. Durch die wachsende Weltbevölkerung steigen die Nutzungsansprüche an den Boden weltweit. Wüstenbildung und Verschmutzung der Böden nehmen zu. Böden sind eine lebenswichtige, aber bedrohte und nur bedingt erneuerbare Ressource.

Ein durchschnittlicher Europäer zum Beispiel benötigt derzeit etwa 1,3 Hektar Boden für die Herstellung der von ihm konsumierten Produkte. Fast 60 Prozent dieser Flächen liegen außerhalb der Europäischen Union. Das macht Bodenerhalt und nachhaltige Bodenbewirtschaftung weltweit dringend notwendig.

Bundesregierung beschließt Bodenschutzbericht

Die Bundesregierung setzt sich für den Schutz von Böden ein. So hat sie etwa im September den vierten Bodenschutzbericht beschlossen. Seit 2000 wird der Bericht einmal pro Legislaturperiode vorgelegt.

Der vierte Bericht stellt die seit 2013 erzielten Fortschritte beim Bodenschutz im nationalen und internationalen Bereich dar. Er macht deutlich, wie wichtig ein nachhaltiger Umgang mit der natürlichen Ressource Boden ist und was zu tun bleibt.

Das Ziel der Bundesregierung ist, die Schutzbedürftigkeit dieser wichtigen Ressource sowohl in der politischen als auch in der öffentlichen Wahrnehmung zu stärken. Nur so wird es dauerhaft möglich sein, gesunde, funktionsfähige Böden auch für künftige Generationen als Lebensgrundlage zu erhalten.

Flächenrecycling - bereits versiegelte Flächen neu nutzen

Der Bodenschutzbericht hebt das enorme Potenzial hervor, das Flächenrecycling für den Wohnungsneubau hat. Bereits aus früherer Nutzung versiegelte Flächen sind aus Umweltsicht für den Bau neuer Wohnungen besonders gut geeignet.

Beim Flächenrecyclings werden ehemals bebaute Areale so hergerichtet, dass dort leichter Wohnungen entstehen können. Das verringert den Druck, auf die grüne Wiese auszuweichen und wertvolle Natur- oder Landwirtschaftsflächen zu belasten.

Boden des Jahres 2018 ist der Felshumusboden

In Deutschland wird seit 2005 jährlich am Weltbodentag der "Boden des Jahres" gekürt. Die Auswahl trifft das Kuratorium "Boden des Jahres". Das Umweltbundesamt unterstützt die Aktion.

Sieger in diesem Jahr ist der Felshumusboden. Er erfüllt wichtige Funktionen im Hochgebirge: So stabilisiert er dort die Berghänge, speichert Wasser und Kohlenstoff und nährt eine einzigartige Vegetation. Felshumusboden besteht aus unterschiedlich stark zerkleinerten, zersetzten und zu Humus umgewandelten Blättern, Ästen oder Rinde.

Felshumusböden gibt es im gesamten Raum der Alpen und seltener auch in einigen Mittelgebirgen wie dem Bayerischen Wald, Schwarzwald, Erzgebirge und Harz.

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