Erster bundesweiter Bodenzustandsbericht

Bodenschutz ist aktiver Klimaschutz

Böden sind weltweit nach den Ozeanen der zweitgrößte Kohlenstoffspeicher der Erde. Gesunde und fruchtbare Böden können dazu beitragen, den Klimawandel aufzuhalten. Das zeigen die Daten und Fakten des ersten bundesweiten Bodenzustandsberichts, den das Bundeslandwirtschaftsministerium vorgestellt hat.

Boden aus der Luft fotografiert: Grüne Wiese, graue Teerstraße, brauner Acker.

Im Boden ist zweimal mehr Kohlenstoff gespeichert als in der Luft.

Foto: imago/Westend61

Die wichtigsten Ergebnisse des Berichts: Weltweit ist im Boden viermal mehr Kohlendioxid gespeichert als in der oberirdischen Vegetation und zweimal mehr Kohlendioxid als in der Luft. Deutsche Böden enthalten insgesamt zwei Milliarden Tonnen Kohlenstoff. Die Agrar- und Waldökosysteme speichern zusammen so viel organischen Kohlenstoff wie Deutschland bei jetzigem Niveau in 23 Jahren an Kohlendioxid (CO2) ausstößt.

Böden lagern Kohlenstoff aus dem Kohlendioxid der Luft ein, der über die Photosynthese in den Pflanzen und im Boden gespeichert wird. Mit gezieltem Aufbau von Humus und Bodenleben lässt sich die Bodenfruchtbarkeit steigern und gleichzeitig Kohlenstoff einlagern.

Bodenzustandserhebung hilft, Böden besser zu verstehen

Die Zahlen zeigten, wie bedeutend der Agrarboden für den Klimaschutz und die Klimaanpassung sei, sagte Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner bei der Vorstellung des Berichts. Sie mahnte einen verantwortungsvollen Umgang mit diesen Vorräten an organischem Kohlenstoff an. Um ihn durch eine nachhaltige Nutzung zu sichern und zu mehren, kündigte Klöckner die Erarbeitung einer Grünland- und Ackerbaustrategie an.

Um einschätzen zu können, wo Deutschland bei der landwirtschaftlichen Landnutzung steht und um den Zusammenhang von Boden und Klima genauer zu untersuchen, hat das Bundeslandwirtschaftsministerium eine deutschlandweite Inventur der organischen Kohlenstoffvorräte in landwirtschaftlich genutzten Böden beauftragt. In enger Zusammenarbeit mit über 3.100 Landwirten hat das nachgeordnete Thünen-Institut zwischen 2012 und 2018 dafür mehr als 120.000 Bodenproben genommen und analysiert.

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