So isst Deutschland

Ernährungsreport 2020 So isst Deutschland

Die Ausbreitung des Coronavirus hat unseren Alltag und damit auch unser Essverhalten verändert. Die heimische Landwirtschaft, die Versorgung mit Lebensmitteln aus der Region hat für viele Menschen in den vergangenen Wochen an Bedeutung gewonnen. Das zeigt der aktuelle Ernährungsreport, der heute vorgestellt wurde.

Grafik zeigt wie die Corona-Pandemie den Ernährungsalltag der Deutschen verändert. (Weitere Beschreibung unterhalb des Bildes ausklappbar als "ausführliche Beschreibung")

Neues Bewusstsein für Lebensmittel, mehr eigenes Kochen, mehr gemeinsame Mahlzeiten - die Corona-Pandemie wirkt sich auch auf die Ernährung aus.

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Foto: Bundesregierung

Der Ernährungsreport des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft beleuchtet jährlich die Ess- und Einkaufsgewohnheiten der Deutschen. Er erscheint zum fünften Mal. Als Basis dient eine repräsentative Forsa-Umfrage unter 1.000 Verbraucherinnen und Verbrauchern im Auftrag des Ministeriums.

Zentrale Ergebnisse zu Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das Ernährungsverhalten:

  • Für 39 Prozent der Befragten hat durch Corona die Bedeutung der Landwirtschaft nochmals zugenommen. Besonders hoch fällt dieser Zuwachs bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus: Fast die Hälfte misst der Landwirtschaft eine höhere Bedeutung zu (47 Prozent).
  • 30 Prozent der Befragten gaben an, dass sie in der aktuellen Zeit mehr kochen, als zuvor.
  • 28 Prozent der Befragten nehmen Mahlzeiten häufiger als zuvor gemeinsam ein.
  • Beim Kochen werden mehr frische Zutaten verwendet.

Das Fazit von Bundesernährungsministern Julia Klöckner zum Ernährungsreport: "Corona verändert auch den Ernährungsalltag der Deutschen. Lebensmittel aus der Region haben an Bedeutung gewonnen. Es ist ein neues Bewusstsein für Lebensmittel entstanden - und für die Arbeit derjenigen, die sie produzieren." Diese neue Wertschätzung gelte es aufrecht zu erhalten, so die Ministerin. "Der Preis eines Lebensmittels ist mehr als eine Zahl. Er gibt eine Art Wertschätzung wieder. Das muss sich auch in Wertschöpfung niederschlagen, wenn wir wirklich wollen, dass die, die in der Produktion sind, nach höheren Standards produzieren können."

Weitere wichtige Ergebnisse des Reports:

  • Die Deutschen wissen genau, was sie wollen: Gut schmecken soll es (98 Prozent) und gesund sein (90 Prozent). Das sagen fast alle, ob Frau oder Mann, in der Stadt oder auf dem Land.
  • Je älter die Befragten, desto wichtiger wird der Gesundheitsaspekt: 80 Prozent der 14- bis 29-Jährigen finden eine gesunde Ernährung wichtig, bei den über 60-Jährigen sind es 96 Prozent.
  • Auf den Zusatz von Zucker in verarbeiteten Lebensmitteln und Fertigprodukten wird vermehrt geachtet: 86 Prozent befürworten es, dass Fertigprodukten weniger Zucker zugesetzt wird, auch wenn die Produkte dann nicht mehr so süß schmecken.
  • Die Mehrheit der Deutschen (73 Prozent) kocht gerne - quer durch alle Altersgruppen. Allerdings schaffen es viele im Alltag nicht regelmäßig zu kochen: So kochen 39 Prozent täglich, 40 Prozent stehen zwei bis dreimal pro Woche am Herd.
  • Gemüse und Obst werden von 70 Prozent der Befragten täglich konsumiert, Milchprodukte von 64 Prozent.
  • Bei Fleisch und Wurstwaren liegt der tägliche Konsum bei 26 Prozent. Das ist rückläufig, 2015 war dies noch bei 34 Prozent der Fall.
  • 55 Prozent der Befragten bezeichnen sich als Flexitarier, also Fleischesser, die gelegentlich bewusst auf Fleisch verzichten.
  • Die Zahl der Vegetarier (5 Prozent) und Veganer (1 Prozent) in Deutschland ist gleich geblieben.
  • Für mehr Tierwohl wären Verbraucher bereit, mehr zu zahlen: 45 Prozent gaben an, bereit zu sein, sogar bis zu 15 Euro pro Kilo zu zahlen. 81 Prozent der Befragten begrüßen ein staatliches, unabhängiges Tierwohlkennzeichen.

Alle Ergebnisse des Ernährungsreports finden sie hier.