CO2-Emissionen 2019 deutlich gesunken

Klimaschutz CO2-Emissionen 2019 deutlich gesunken

Die Treibhausgas-Emissionen in Deutschland sind im Jahr 2019 um 54 Millionen Tonnen gegenüber 2018 gesunken - ein Minus 6,3 von Prozent. Seit 1990 gab es, mit Ausnahme des Krisenjahrs 2009, in keinem Jahr einen so deutlichen Rückgang. "Das macht Mut für die großen Aufgaben, die vor uns liegen", sagt Bundesumweltministerin Schulze.

Der Windpark Echtz, im HIntergrund kann man das Braunkohlenkraftwerk Weisweiler ausmachen.

Bis 2030 sollen nach dem Willen der Bundesregierung 65 Prozent des verbrauchten Stroms mit Wind- und Sonnenenergie gedeckt werden.

Foto: Paul Langrock/Zenit/laif

In welchem Bereich sind die Treibhausgas-Emissionen am stärksten zurückgegangen?

Insgesamt sind 2019 in Deutschland noch rund 805 Millionen Tonnen Treibhausgase ausgestoßen worden. Um fast 51 Millionen Tonnen CO2 sanken die Emissionen der Energiewirtschaft - der mit Abstand größte Minderungsbeitrag. Es wurde deutlich weniger Kohle für die Stromerzeugung verbrannt. Grund sind gestiegene Emissionshandelspreise. In der Industrie sanken die Emissionen durch weniger Brennstoffeinsatz und mehr Energieeffizienz gegenüber 2018 um mehr als sieben Millionen Tonnen. Auch die Landwirtschaft konnte ihre Treibhausgas-Emissionen etwas verringern. Dazu beitragen dürften geringere Tierbestände und ein geringerer Mineraldüngerverkauf, so das Umweltbundesamt.

Welchen Einfluss hat der reformierte Emissionshandel?

Der europäische Emissionshandel wurde 2018 reformiert. Mit der Verknappung der Verschmutzungsrechte verdoppelten sich die Preise im vergangenen Jahr für jede Tonne CO2. Im Durchschnitt kostete die Tonne CO2 fast 25 Euro. Der Betrieb von Kohlekraftwerken wurde dadurch häufig teurer als der von Gaskraftwerken. Am EU-Emissionshandel nehmen die Energiewirtschaft, die energieintensive Industrie und der innereuropäische Luftverkehr teil.

In Deutschland wird ab 2021 ein CO2-Preis auch für CO2-Emissionen im Verkehr und Gebäudesektor eingeführt. Das ist Teil des Klimaschutzprogramms 2030 der Bundesregierung.

Warum steigen die Emissionen im Verkehr?

Die CO2-Emissionen im Verkehr stiegen leicht um 1,2 Millionen Tonnen auf 163,5 Millionen Tonnen. Zwar kamen neue, sparsamere Fahrzeuge auf den Markt. Zugleich sind immer mehr und schwerere Fahrzeuge auf den Straßen (ein Plus von 1,6 Prozent). In der Summe werden mehr Benzin und Diesel verbraucht.

Bis 2030 soll der Sektor nur noch 98 bis 95 Millionen Tonnen CO2 ausstoßen. Um die Verkehrsemissionen wirksam zu reduzieren, fördert die Bundesregierung etwa den Ausbau der Elektromobilität. Bis 2030 sollen mindestens sieben Millionen Elektrofahrzeuge zugelassen sein.

Was können Eigentümer tun, um die CO2-Bilanz ihrer Gebäude zu verbessern?

Im Gebäudesektor stiegen die Emissionen 2019 um fünf Millionen Tonnen oder 4,4 Prozent. Vor allem gesunkene Heizölpreise tragen dazu bei, dass viele Hauseigentümer an ihren Ölheizungen festhalten. Für den Klimaschutz fördert die Bundesregierung  seit Januar 2020 den Austausch alter Ölheizungen. Wer sein Haus energetisch sanieren lässt, kann Steuern sparen oder höhere staatliche Zuschüsse erhalten.

Bis 2030 müssen die Treibhausgasemissionen von Gebäuden im Vergleich zu 1990 um 66 bis 67 Prozent sinken, damit Deutschland seine Klimaschutzziele einhält. Die Bestandssanierung müsse schneller vorankommen. Dann könnten die deutschen Klimaschutzziele erreicht werden, so UBA-Präsident Dirk Messner.

Kann Deutschland seine Klimaschutzziele erreichen?

Bis 2030 will Deutschland seine Emissionen laut Klimaschutzgesetz um mindestens 55 Prozent mindern. "Da, wo die Politik bereits gehandelt hat, liegen wir beim Klimaschutz weitgehend auf Kurs", sagte Bundesumweltministerin Svenja Schulze. Dem Ziel, die Treibhausgasemissionen bis 2020 um 40 Prozent zu verringern, sei Deutschland nähergekommen als zuletzt erwartet. Nach der UBA-Bilanz wurden im vergangenen Jahr 35,7 Prozent weniger Treibhausgase ausgestoßen als im Jahr 1990.

Die Bundesregierung hat ihr Klimaschutzprogramm 2030 im Herbst 2019 vorgelegt. Eine Reihe gesetzlicher Maßnahmen des Programms sind bereits in Kraft getreten oder auf den Weg gebracht – etwa der Ausstieg aus der Kohleverstromung. Der Ausbau der erneuerbaren Energie müsse dringend weitergehen, so Schulze. Die Bundesregierung will bis 2030 erreichen, dass 65 Prozent des verbrauchten Stroms mit Wind- und Sonnenenergie gedeckt werden. 2019 lag der Anteil bei 43 Prozent.

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