Mehr Schutz und weitere Hilfen für Opfer von häuslicher Gewalt

Runder Tisch Mehr Schutz und weitere Hilfen für Opfer von häuslicher Gewalt

Alle 45 Minuten wird in Deutschland eine Frau Opfer von häuslicher Gewalt. Um Frauen besser zu schützen, hat 2018 der Runde Tisch seine Arbeit aufgenommen. Ein Ergebnis nach drei Jahren: Der Bund investiert 120 Millionen Euro in Frauenhäuser – und es soll weitere Hilfen geben.

Screenshot der Internetseite des Aktionsprogramms "Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen"

Es gibt zahlreiche Hilfsangebote für Frauen, die von häuslicher Gewalt betroffen sind.

Foto: BMFSFJ/Bundesregierung/Stutterheim

Frauen, die von Gewalt betroffen sind, müssen sich darauf verlassen können, dass sie schnell Schutz finden, fachlich gut beraten werden und Unterstützung bekommen. Um das sicherzustellen, wurde 2018 der Runde Tisch „Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen“ ins Leben gerufen. Der Runde Tisch besteht aus Vertreterinnen und Vertretern von Bund, Ländern und Kommunen. Er hat in den vergangenen drei Jahren viel erreicht und somit den Schutz von Frauen vor Gewalt vorangetrieben.

Ergebnisse des Runden Tisches

Ein zentrales Ergebnis ist die Umsetzung des Bundesförderprogramms „Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen“. Damit wird der Aus-, Um- und Neubau sowie die Sanierung von Frauenhäusern und Fachberatungsstellen gefördert. Der Bund investiert dafür seit 2020 bis 2024 jährlich 30 Millionen Euro.

Des Weiteren fördert der Bund Investitionsprogramme zur Erprobung neuer Konzepte bei Schutz, Unterstützung und Prävention von Gewalt gegen Frauen. Dafür stellt die Bundesregierung fünf Millionen Euro pro Jahr bis 2022 zur Verfügung. Auch die Bundesländer und Kommunen investieren in erheblichem Umfang: Die Gelder fließen in Angebote, die betroffene Frauen unterstützen sollen.

Bund, Länder und Kommunen haben sich zudem erstmals darauf geeinigt, dass die Arbeit der Frauenhäuser und ambulanten Hilfs- und Betreuungseinrichtungen durch ein Bundesgesetz finanziell abgesichert werden soll.

Am Runden Tisch „Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen“ sind neben dem Bundesfrauenministerium und dem Bundesarbeitsministerium alle 16 Bundesländer sowie kommunale Spitzenverbände vertreten. Er wurde gegründet, um den Hilfsangebote für Frauen, die von Gewalt betroffen sind, besser zu unterstützen.

Hilfsangebote für betroffene Frauen

Es gibt Möglichkeiten und Wege, sich gegen Gewalt zu wehren. Folgende Hilfsangebote können erste Anlaufstelle sein:

  • Frauenhilfetelefon: Unter der kostenlosen Telefonnummer
    8000 116 016 beraten und informieren die Mitarbeiterinnen des Hilfetelefons „Gewalt gegen Frauen“ rund um die Uhr in 17 Sprachen zu allen Formen von Gewalt gegen Frauen. Während der Corona-Pandemie haben sich weit mehr Frauen als vorher an das Hilfetelefon gewandt. Hier lesen Sie die wichtigsten Fragen und Antworten zum Jahresbericht.
  • Frauenberatungsstellen: Bundesweit gibt es mittlerweile mehr als 600 Fachberatungsstellen, an die sich Betroffene wenden können. Sie sind darauf spezialisiert, Frauen zu beraten, unterstützen und begleiten, die Opfer von Gewalt geworden sind.
  • Frauenhäuser: Um Frauen mit ihren Kindern schnell, unbürokratisch und zuverlässig Schutz und Beratung anbieten zu können, gibt es rund 350 Frauenhäuser in ganz Deutschland.

Mit der Initiative Stärker als Gewalt“ soll mehr Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit für häusliche Gewalt erreicht werden. Ziel ist, dass mehr Menschen genau hinschauen und sich auch einschalten, wenn Gewalt droht. Betroffene sollen ermutigt werden, sich Unterstützung zu holen. Die Internetseite der Initiative gibt einen Überblick über Stellen, die Hilfe bieten.

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