Zukunft Landwirtschaft

Bewusstseinswandel gefordert

Angesichts der Diskussionen über die künftige Ausrichtung der Landwirtschaft hat Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner Landwirte und Verbraucher aufgefordert, miteinander ins Gespräch zu kommen. Beide Seiten müssten umdenken, so Klöckner.

Zum Politischen Erntedank des Bundeslandwirtschaftsministeriums betonte die Ministerin: Die deutsche Landwirtschaft sei gut aufgestellt. Aber: Die gesellschaftlichen Erwartungen an die Land- und Ernährungswirtschaft seien weit mehr, als dass sie nur satt machen solle.

Eine zukunftsfähige Agrarpolitik müsse die Anliegen der Konsumenten ebenso wie die der Landwirte ernst nehmen. Sie trete ein für Wettbewerbsfähigkeit, für Tierschutz, für Umwelt- und Naturschutz, für nachhaltiges Wirtschaften in attraktiven ländlichen Räumen. Und sie übernehme Verantwortung für Mensch, Tier und Umwelt, so Klöckner weiter.

Landwirtschaftsbewusstsein entwickeln

Es sei gut, dass es ein ausgeprägtes Umweltbewusstsein in unserer Gesellschaft gebe. Nun gelte es, auch ein "Landwirtschaftsbewusstsein" auszuprägen, forderte Klöckner. Dafür müsse die Branche erklären, diskutieren und akzeptieren, dass manche gängige Praxis, gerade in der Tierhaltung, nicht mehr den gesellschaftlichen Erwartungen entspreche.

Mit Blick auf die Verbraucher sagte die Ministerin: Romantisierende Bilder lebten weiter, obwohl sich die Realität fortentwickelt habe. Landwirtschaft sei heute Hightech: mit GPS, Drohne und Traktor mit präziser digitaler Technik, mit dem Roboter im Kuhstall. Dies ermögliche einen nachhaltigen Umgang mit wertvollen Ressourcen wie Boden und Wasser. "Wir müssen deshalb vermitteln, dass Technik auch in der Landwirtschaft für Sicherheit und Innovationen steht. Für Modernität, die den Tieren und den Böden dienlich ist."

Deutsche Landwirtschaft ist gut aufgestellt

Die Land- und Ernährungswirtschaft habe ihre Produktion in den vergangenen Jahrzehnten erheblich gesteigert, sagte Klöckner. Dazu habe die technische Entwicklung beigetragen: bessere Maschinen, ein effizienteres Arbeiten, mehr Arbeitsteilung. Die Verbraucher bekommen nach Ansicht der Ministerin sichere Lebensmittel zu bezahlbaren Preisen - mit einem hohen Standard bei Tier- und Umweltschutz. Niemand müsse sich wirklich ernsthaft Sorgen machen, wenn ein Dürresommer komme. In den Supermärkten gäbe es weiterhin zur Genüge die ganze Bandbreite – von der Butter aus der Region, frischem Obst und Gemüse.

Im Durchschnitt gibt jeder Deutsche nur noch rund 9 Prozent seines Gesamtverbrauchs für Nahrungsmittel aus. Das gibt Spielraum für Freizeit, Urlaub und andere Aktivitäten.

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