Besser vor Hochwasser schützen

Umwelt Besser vor Hochwasser schützen

Mit zahlreichen Maßnahmen wollen Bund und Länder den Schutz vor künftigen Hochwassern verbessern. Allein der Bau von Flutpoldern senkt die Pegelstände der Flüsse erheblich. "Damit wird das Risiko einer Hochwasserkatastrophe mittelfristig vermindert", so Bundesumweltministerin Hendricks.

Hochwasserschutz an der Elbe bei Breitenhagen.

Bund und Länder verbessern den Hochwasserschutz.

Foto: Bundesregierung

Deshalb haben die Umweltminister von Bund und Ländern auf ihrer Konferenz in Heidelberg ein länderübergreifendes Hochwasserschutzprogramm beschlossen. Koordiniert wird es vom Bund.

Das Programm umfasst eine detaillierte Liste mit Projekten, die in den nächsten Jahren umgesetzt werden sollen. Diese sieht großflächige Deichrückverlegungen, Flutpolder und die Beseitigung von Schwachstellen bei bestehenden Hochwasserschutzanlagen bis 2027 vor. Damit gibt es zum ersten Mal eine Aufstellung mit vordringlichen Maßnahmen für den Hochwasserschutz.

Gemeinsames Vorhaben von Bund und Ländern

In den Ländern wurden insgesamt 29 Projekte zur Deichrückverlegung und 57 Projekte zur gesteuerten Hochwasserrückhaltung festgelegt. Außerdem konnten 16 Projekte zur Beseitigung von Schwachstellen identifiziert werden. Es ist vorgesehen, dass der Bund die Länder über einen Sonderrahmenplan "Präventiver Hochwasserschutz" finanziell unterstützt. 

"Der entscheidende Erfolg des Programms ist, dass Bund und Länder ein Jahr nach der Flut im vergangenen Jahr an einem Strang ziehen", sagte Hendricks bei einer Pressekonferenz in Berlin. Mit der Festlegung der einzelnen Projekte sei es gelungen, die unterschiedlichen Interessen von 'Oberliegern' und 'Unterliegern' im Sinne eines wirksamen, länderübergreifenden Hochwasserschutzes auszugleichen.

Hochwasserscheitel senken 

Durch steuerbare Polder entstehen rund 1.180 Millionen Kubikmeter zusätzliches Rückhaltevolumen. Die Flüsse werden 20.000 Hektar mehr Raum durch renaturierte Auen haben. "Der Klimawandel führt zu einer drastischen Zunahme von Starkregenereignissen", erklärte Hendricks Anfang der Woche in der FAZ. "Die Umsetzung des Wasserschutzprogramms garantiert, dass wir den Scheitelpunkt der Flüsse im Notfall deutlich absenken können".

Berechnungen von Experten zufolge könnten Flutpolder an der Elbe bei Wittenberge dazu beitragen, dass der Pegel des Flusses um 79 Zentimeter sinkt. Für die Donau wäre sogar eine Absenkung des Hochwasserscheitels um maximal 1,60 Meter erreichbar.

Mit dem Programm reagieren die Umweltminister auf die Hochwasserschäden der letzten Jahre. Allein die Beseitigung der Schäden an Elbe im Sommer 2002 und an Elbe, Donau und Rhein im Jahr 2013 betrugen rund 20 Milliarden Euro.

Die vorläufig ermittelte Gesamtsumme der erforderlichen Haushaltsmittel für alle Maßnahmen beträgt rund 5,4 Milliarden Euro.

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