Augen auf beim Online-Kauf

Black Friday und Cyber Monday Augen auf beim Online-Kauf

An "Black Friday" und "Cyber Monday" überbieten sich Online-Händler wieder mit Rabatten. Bei allen Vorteilen sollte der Kunde nicht übersehen: Die virtuelle Schnäppchen-Jagd bietet auch Kriminellen jede Menge Gelegenheiten.

Frau mit Kreditkarte am Laptop beim Einkaufen.

An "Black Friday" und "Cyber Monday" sollte jeder beim Online-Einkauf besonders wachsam sein.

Foto: Bundesregierung/Stutterheim

Kriminelle locken etwa mit besonders günstigen Scheinangeboten auf gefälschte Seiten, um dort Kontodaten des Nutzers auszuspähen - oder die Ware wird gar nicht ausgeliefert. Deshalb gilt: Die eigene Sicherheit nicht aus dem Auge verlieren.

Verbraucher können die Produkte beim Online-Kauf anders als in Geschäften nicht unmittelbar begutachten und auch kein anwesendes Personal fragen. Vielmehr muss jeder selbst prüfen, ob der digitale Händler und die angebotene Ware tatsächlich seriös sind.

Seriöse Seiten erkennen

Um die Vertrauenswürdigkeit eines Online-Händlers zu prüfen, sollte der Verbraucher verschiedene Punkte berücksichtigen: Wichtig ist, sich durch einen genauen Blick in die Adresszeile zu vergewissern, auf der Originalseite des Händlers zu sein. Darüber hinaus ist darauf zu achten, dass der Händler auf seiner Seite vollständige Kontaktdaten mit einer "echten" Adresse angibt.

Auch wichtig: Sind die Allgemeinen Geschäftsbedingungen auffindbar? Informiert die Seite über den Umgang mit Daten, das Widerrufsrecht, das Rückgaberecht? Gibt es neben der elektronischen auch eine herkömmliche Zahlungsmöglichkeit? Gibt es eine E-Mail-Bestätigung des Bestellvorganges? Anerkannte Gütesiegel helfen dabei, festzustellen, ob sich die gewünschte Ware guten Gewissens bei einem Händler bestellen lässt.

Nicht alle Gütesiegel stellen gleich hohe Anforderungen an die Sicherheit der Kundendaten. Anerkannt hohe Qualitätskriterien erfüllen zumindest vier Gütesiegel: "Trusted Shops", "TÜV Süd Safer Shopping", "Internet Privacy Standards" und "Geprüfter Online-Shop". Speziell für Versandapotheken gibt es in der EU die Pflicht, ein EU-Sicherheitslogo auf der Internetseite zu verwenden. Es ermöglicht, die Seriosität der Versandapotheke zu überprüfen.

Links nicht unbedacht folgen

Rund um die beiden Angebotstage fluten Werbe-E-Mails die Postfächer der Nutzer. Hier heißt es, besonders aufmerksam zu sein und nicht vorschnell jeden Link, hinter dem sich angeblich ein attraktives Angebot verbirgt, zu öffnen. Denn mit hoher Wahrscheinlichkeit sind Phishing-Mails darunter. Teilweise genügt schon ein Klick auf einen Link, um den Computer mit unerwünschter oder schädlicher Software zu infizieren.

Phishing-Mails sind oftmals Fälschungen im Namen bekannter Online-Händler und Bezahlanbieter. Die darin enthaltenen Links führen häufig zu authentisch nachgeahmten Webseiten, die auf Datendiebstahl und -missbrauch oder Online-Betrug ausgelegt sind. Deshalb: Lieber im Zweifel einmal mehr als einmal zu wenig direkt beim Anbieter nachfragen.

Daten nur verschlüsselt mitteilen

Persönliche Daten sollte man immer verschlüsselt übertragen. Vertrauenswürdige Online-Shops bieten dafür entsprechende Fenster mit gesicherten Datenverbindungen an.

Dass die Datenverbindung besonders geschützt ist, erkennt man unter anderem in der Adresszeile des Browsers an dem "s" hinter dem "http". Zusätzlich weist ein Schloss-Symbol am Ende der Adresszeile oder auch am unteren Rand des Bildschirms auf den Verschlüsselungsmodus hin.

Sicher bezahlen

Seriöse Händler bieten ihren Kunden verschiedene Bezahlwege an, die sich hinsichtlich Komfort und Sicherheit unterscheiden. Eine Zahlung per Vorkasse sollte man immer vermeiden. Werden Konto- oder Kreditkartendaten direkt an den Händler übermittelt, kann ein Risiko für Datendiebstahl und -missbrauch bestehen. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) klärt über die gängigen Bezahlarten im Internet auf und hilft bei der Entscheidung für den richtigen Zahlungsweg.

Sichere Passwörter wählen

Wenn Sie ein Kundenkonto bei einem Online-Händler anlegen, wählen Sie ein sicheres Passwort, das aus möglichst vielen verschiedenen Zeichen besteht. Ändern Sie diese Passwörter regelmäßig und speichern Sie sie nicht auf dem PC.

Die Button-Lösung

Um "Online-Stöbernde" vor unbeabsichtigten Käufen zu schützen, ist seit 2014 EU-weit die so genannte "Button-Lösung" Pflicht. Dies bedeutet, dass eine entsprechende Schaltfläche eindeutig beschriftet sein muss, zum Beispiel mit "zahlungspflichtig bestellen" oder auch einfach "kaufen". Zusätzlich müssen Gesamtpreis und Produktmerkmale klar verständlich und gut sichtbar anzeigt werden.

Wird ein Produkt im Internet aufgrund von voreingetragenen Häkchen oder Kreuzen bestellt, ist der Kauf unwirksam. Kunden müssen jede Leistung ausdrücklich anklicken und bestellen. Das gilt auch für Zusatzangebote: Wird beim Online-Kauf etwa ein automatisch eingestellter Käuferschutz abgeschlossen, muss der Verbraucher sie nicht bezahlen.

Einheitliches Widerrufsrecht

EU-weit gilt: Waren, die der Kunde im Internet einkauft, können grundsätzlich innerhalb von 14 Tagen zurückgegeben werden. Die Widerrufsfrist beginnt, sobald der Empfänger die online bestellte Ware erhalten hat und vom Händler über die Frist informiert wurde. Allerdings ist der Händler nicht verpflichtet, die Kosten für eine Rücksendung zu übernehmen. Wenn er das nicht freiwillig anbietet, muss der Kunde das Porto selbst zahlen.

Die einheitlichen europäischen Mindeststandards für Internet-Einkäufe gelten nicht, wenn der Händler seinen Sitz außerhalb der EU hat. Hier sollte der Kunde deshalb ganz genau hinschauen, ob das digitale Geschäft seriös ist und welche Geschäftsbedingungen gelten. Gibt es die Möglichkeit eines Widerrufs? Welche Gewährleistungsansprüche bestehen? Ist ein vollständiges Impressum zu finden?

Beim Einkauf in Online-Shops, die ihren Sitz nicht in der EU haben, sollten Verbraucher auch beachten, dass neben Portokosten häufig Einfuhrabgaben fällig werden können. Dies hängt vom Warenwert und der Art der Sendung ab. Es ist empfehlenswert, sich vor einer Bestellung beim Zoll über die Formalitäten zu erkundigen.

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