Bericht im Kabinett

Asylverfahren schneller abschließen

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge verbessert die Arbeitsabläufe. So sollen Asylverfahren deutlich schneller abgeschlossen sein. Die Behörde hat das neue Modell erfolgreich erprobt und setzt es nun bundesweit um. Darüber berichtete der Chef des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge Weise dem Kabinett.

Ein Schild mit der Aufschrift "Bundesamt für Migration und Flüchtlinge" und Menschen davor.

Das Bundesamt für Migration entschied seit Jahresbeginn täglich über etwa 2300 Asylanträge.

Foto: picture alliance / ZB

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge wird umfassend reorganisiert. Unter anderem hat es neue Arbeitsabläufe entwickelt. Die verbesserten Prozesse wurden bereits in den sogenannten Ankunftszentren erprobt. In Abstimmung mit den Ländern werden sie jetzt bundesweit eingesetzt. Ziel ist, die große Zahl der Asylanträge schnell und sorgfältig zu bearbeiten.

Beschleunigte Bearbeitung

Rückstände werden zudem erfolgreich abgebaut. Die einzelnen Abläufe der beteiligten Behörden in den Ankunftszentren werden durch die räumliche Nähe enger miteinander verzahnt. Das beschleunigt die Verfahren. Geplant ist, die Bearbeitungsdauer von Altverfahren auf fünf, von Neuverfahren auf drei Monate zu senken.

So konnte die Zahl der Entscheidungen des BAMF pro Tag gesteigert werden. Gab es Anfang 2015 noch 600 Entscheidungen pro Tag, waren es im Durchschnitt der ersten fünf Monate 2016 täglich bereits 2.300. Die Zahl wird noch weiter deutlich steigen.

Kürzere Wartezeit

Für die ersten fünf Monate des Jahres 2016 liegt die durchschnittliche Verfahrensdauer zur Zeit bei 6,3 Monaten. Für das besonders zugangsstarke Herkunftsland Syrien ist sie mit 2,8 Monaten jedoch deutlich kürzer. Die durchschnittliche Verfahrensdauer für Anträge, die in den vergangenen zwölf Monaten gestellt wurden, liegt bei 3,7 Monaten. In den Ankunftszentren liegt sie in vielen Fällen darunter. Rund die Hälfte der Verfahren wird dort in 48 Stunden abgeschlossen.

Neue Standorte, schnellere Entscheidungen
Seit 2015 hat das BAMF mehr als 40 neue Standorte eröffnet, darunter 19 Ankunftszentren für neue Antragsteller sowie vier Entscheidungszentren zum gezielten Rückstandsabbau. Bis Mitte 2016 werden fast alle der 25 vorgesehenen Ankunftszentren eröffnet sein. Von Januar bis Mai hat die Behörde pro Tag über rund 2.300 Anträge entschieden. Insgesamt sind das 233.000 Entscheidungen. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 94.000 Entscheidungen. Das bedeutet im Vergleich einen Anstieg um knapp 150 Prozent. Die durchschnittliche Verfahrensdauer der ersten fünf Monate des laufenden Jahres liegt bei 6,3 Monaten.

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