Mehr Anstrengung für biologische Vielfalt

Welttag des Artenschutzes Mehr Anstrengung für biologische Vielfalt

Jeden Tag verschwinden weltweit natürliche Lebensräume. Rund ein Viertel der meisten Tier- und Pflanzenarten ist vom Aussterben bedroht. Der Welttag des Artenschutzes erinnert jedes Jahr am 3. März daran, wie wichtig der Erhalt der Biodiversität ist. Mit dem Bundesprogramm Biologische Vielfalt fördert die Bundesregierung seit zehn Jahren den Artenschutz in Deutschland.

Eine Luchsmutter mit ihrem Jungen

Am Ende des Monitoringjahres 2019/2020 konnten insgesamt 32 Luchsweibchen mit Jungtieren in Deutschland gezählt werden. Das ist gegenüber dem Vorjahr ein erfreulicher Zuwachs, jedoch ist die Anzahl an Luchsweibchen mit Nachwuchs hierzulande immer noch zu gering, um von einem stabilen Bestand zu sprechen. Aktuell wird der Luchs als „vom Aussterben bedroht“ eingestuft.

Foto: imago images/Hommes Eibner

Am 3. März 1973 fasste die internationale Staatengemeinschaft einen wichtigen Beschluss zum Schutz von freilebenden Tieren und Pflanzen: das Washingtoner Artenschutzübereinkommen. Der Jahrestag der Unterzeichnung des Abkommens erinnert auch heute an die große Bedeutung von wildlebenden Tier- und Pflanzenarten für unsere Umwelt. Er mahnt zu einem entschlosseneren Vorgehen beim Umwelt- und Naturschutz, gerade wegen des anhaltenden globalen Verlusts an Artenvielfalt.

Die dramatischen Verluste haben gravierende Auswirkungen auf das Leben und die Lebensqualität auch von uns Menschen. Deshalb müssen wir unsere Anstrengungen zum Schutz der Artenvielfalt und der natürlichen Lebensräume erhöhen – und zwar nicht irgendwann, sondern jetzt, und nicht irgendwie, sondern ganz erheblich. – Bundeskanzlerin Angela Merkel beim „One Planet Summit for Biodiversity“ am 11. Januar 2021

Zehn Jahre Bundesprogramm Biologische Vielfalt

Den Artenschutz in Deutschland fördert die Bundesregierung seit zehn Jahren durch das Bundesprogramm Biologische Vielfalt. Es ist das finanzstärkste Naturschutz-Förderprogramm des Bundes. Es dient der Umsetzung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS). Das Programm trägt bundesweit zum Schutz von Arten, Lebensräumen und Ökosystemen bei. Dafür sind seit 2011 rund 120 Millionen Euro Bundesmittel in mehr als 120 Projekte geflossen. Die Bundesregierung verfolgt damit das Ziel, den Rückgang der biologischen Vielfalt in Deutschland zu stoppen und einen positiven Trend einzuleiten. Die NBS wird anhand aktueller Erfordernisse und internationaler Vorgaben angepasst und weiterentwickelt.

Artenschutz in Europa stärken

Im Rahmen der EU-Ratspräsidentschaft hat sich Deutschland für verbindliche Ziele und konkrete Maßnahmen eingesetzt, um den Verlust der Artenvielfalt aufzuhalten. Mit der Biodiversitätsstrategie investiert die EU 20 Milliarden Euro in den Artenschutz. Die Mittel dienen dazu, die Biolandwirtschaft zu stärken, wieder mehr Naturräume zu etablieren und bis 2030 drei Milliarden Bäume anzupflanzen. Auch der Einsatz von schädlichen Pflanzenschutzmitteln soll bis 2030 um die Hälfte zurückgehen.

Internationale Bemühungen für Biodiversität

Deutschland setzt sich dafür ein, bis 2030 weltweit mindestens 30 Prozent der Land- und Meeresflächen unter Schutz zu stellen. Das kündigte Bundeskanzlerin Angela Merkel beim One Planet Summit im Januar 2021 an. Entwicklungs- und Schwellenländer werden bei der Finanzierung von Schutzgebieten unterstützt. Für den Schutz der Tier- und Pflanzenwelt sind Wälder von zentraler Bedeutung. Deshalb muss die internationale Staatengemeinschaft entschieden gegen eine weitere Entwaldung vorgehen. Für den Tropenwaldschutz hat Deutschland gemeinsam mit Norwegen und Großbritannien in den letzten fünf Jahren fünf Milliarden US-Dollar zur Verfügung gestellt. Außerdem unterstützt die Bundesregierung die Allianz zum Schutz der Tropenwälder.