Weitere Fälle Afrikanischer Schweinepest

Fragen und Antworten zur Tierseuche Weitere Fälle Afrikanischer Schweinepest

In Deutschland sind weitere Fälle der Afrikanischen Schweinepest aufgetreten. Für Menschen ist sie ungefährlich. Für Haus- und Wildschweine endet sie jedoch meist tödlich. Hier finden Sie wichtige Fragen und Antworten zu der Tierseuche.

Ein Schild, das auf die Übertragung der Afrikanischen Schweinpest hinweist.

Mit Informationstafeln informiert die Bundesregierung über das Auftreten der Afrikanischen Schweinepest und bittet um Mithilfe bei der Eindämmung.

Foto: imago images/BildFunkMV

Nach den ersten Fällen vor wenigen Wochen ist in Brandenburg bei weiteren Wildschwein-Kadavern die Afrikanische Schweinepest (ASP) festgestellt worden. Die Hausschweinbestände in Deutschland sind nach wie vor frei von ASP.

Was wird zur Eindämmung der Schweinepest unternommen?

Die Bundesregierung nimmt die Tierseuche sehr ernst und hat zusammen mit den Bundesländern alles vorbereitet, um die ASP wirksam bekämpfen zu können. Zunächst greifen nun die Vorgaben der nationalen Schweinepest-Verordnung.

  • Die zuständigen Behörden in Brandenburg treffen alle notwendigen Maßnahmen, die erforderlich sind, um einen Überblick über die Seuchensituation vor Ort zu erhalten und um ihre Weiterverbreitung zu verhindern.
  • Das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) hat den Nationalen Krisenstab Tierseuchen aktiviert. Es steht in engem Kontakt mit den Bundesländern, den einschlägigen Verbänden, der Europäischen Kommission und steht im Austausch mit anderen betroffenen Mitgliedsstaaten. Ebenso steh es mit Drittländern im Austausch, um soweit möglich den Export aus ASP freien Gebieten gewährleisten zu können.

    Auf der Agrarministerkonferenz von Bund und Ländern Ende vergangener Woche betonte Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner erneut: "Die Sorgen unserer Landwirte und Schweinehalter in dieser besonderen Situation nehmen wir sehr ernst, wir lassen sie nicht alleine." Jeder müsse an seiner Stelle seinen Aufgaben gerecht werden. Eine klare Koordination und Kommunikation vor Ort beim Seuchengeschehen sei genauso wichtig, wie weitere Präventionsarbeit, so Klöckner weiter.

    Dass die Länder zugesichert hätten, untereinander solidarisch zu sein, sei daher ein wichtiges Signal: Etwa, wenn es um die gemeinschaftliche Finanzierung von Zaunbauten gehe, bei der eine Ko-Finanzierung durch die EU möglich sei.

Was hat die Bundesregierung bereits im Vorfeld unternommen?

Das BMEL hat in den letzten Jahren neben umfangreicher Präventions- und Aufklärungsarbeit, Vorbereitungen für den Ernstfall getroffen. Infolge Änderungen im Tiergesundheits- und im Bundesjagdgesetz können die zuständigen Behörden im Ausbruchsfall die erforderlichen Maßnahmen treffen:

  • Einschränkung des Personen- und Fahrzeugverkehrs innerhalb bestimmter Gebiete.
  • Absperrung eines bestimmenden Gebietes.
  • Beschränkungen oder Verbote der Jagd.
  • Beschränkungen oder Verbote der Nutzung von landwirtschaftlichen Flächen, um eine Auswanderung von Wildschweinen zu vermeiden.
  • Anlegen von Jagdschneisen und die vermehrte Fallwildsuche, um die Infektionsmöglichkeiten gesunder Wildschweine zu minimieren.
  • Dritte (zum Beispiel Forstbeamte oder Berufsjäger) können beauftragt werden, eine verstärkte Bejagung durchzuführen.

Was können Verbraucherinnen und Verbraucher zur Eindämmung beitragen?

Die Schweinepest wird über den direkten Tierkontakt übertragen. Doch auch Menschen können indirekt zum Überträger werden – indem sie virushaltiges Fleisch oder Wurst unachtsam entsorgen. Speisereste sollten daher in verschlossenen Tonnen entsorgt werden. Das Virus ist sehr widerstandsfähig und überlebt in frischem, gefrorenem, gepökeltem und geräuchertem Fleisch sowie in Wurstwaren. Es kann auch durch Gegenstände wie Werkzeuge, Schuhwerk oder Kleidung sowie Transportfahrzeuge weiterverbreitet werden. Deshalb sollten Reisende - auch Jagdreisende - und Transporteure sich besonders vorsichtig und verantwortungsvoll verhalten und Hygienemaßregeln beachten.

Warum heißt die Seuche Afrikanische Schweinepest?

Die ASP ist eine Tierseuche, von der Haus- und Wildschweine betroffen sind. Ihren Ursprung hat sie in afrikanischen Ländern. Dort übertragen Lederzecken das Virus. Diese spielen in Mitteleuropa jedoch keine Rolle. Hier erfolgt die Übertragung durch direkten Kontakt mit infizierten Tieren oder durch indirekten Kontakt mittels infizierten Fleisches oder Wurstwaren. Für den Menschen ist das Virus ungefährlich.

Wie sieht das aktuelle Ausbruchsgeschehen aus?

Die ASP tritt seit 2014 in verschiedenen Ländern der EU auf. Das Friedrich-Löffler-Institut stellt eine europaweite Landkarte zur Verfügung, die die Ausbruchsorte und -zahlen aufzeigt. Die Karte wird wöchentlich aktualisiert.

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