Verkehrsprognose 2030

Zunehmender Verkehr erfordert Investitionen

Künftig werden Deutschlands Straßen, Schienen und Wasserwege einer Belastungsprobe ausgesetzt sein. Sowohl der Güter- als auch der Personenverkehr sollen erheblich zunehmen. Dies lässt sich der Verkehrsprognose 2030 entnehmen, die Bundesverkehrsminister Dobrindt in Berlin vorgestellt hat.

Rangierbahnhof (Rbf) Maschen-Richtungsgleise mit Güterzugbildung und Güterzügen.

Beim Güterverkehr macht sich die hohe Dynamik des internationalen Handels besonders bemerkbar.

Foto: DB Systel GmbH / Emersleben

In Berlin präsentierte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt die zentralen Ergebnisse der Verkehrsprognose 2030. Hiernach werden die Belastungen für Verkehrswege in Zukunft stark zunehmen.

"Ob wir Innovationsland bleiben oder zum Stagnationsland werden, entscheidet sich maßgeblich an der Leistungsfähigkeit unserer Infrastruktur. Wir müssen deshalb weiterhin kräftig in den Ausbau und die Modernisierung des Gesamtnetzes investieren – in Schiene, Straße und Wasserstraße", mahnte der Minister.

Mehr Züge, mehr Lkw, mehr Flüge

Beim Güterverkehr macht sich vor allem die hohe Dynamik des internationalen Handels bemerkbar. Bis 2030 dürfte die Transportleistung von Gütern um 38 Prozent im Vergleich zu 2010 steigen. Hieraus resultieren zum Beispiel zusätzliche Verkehrsleistungen für den Schienenverkehr (43 Prozent) und den Lastkraftverkehr (39 Prozent).

Trotz rückläufiger Bevölkerungszahlen in Deutschland lässt sich der Verkehrsprognose 2030 entnehmen, dass der motorisierte Personenverkehr steigen wird. Der Zuwachs von 10 Prozent wird vorrangig auf die höhere "Auto-Mobilität" älterer Bevölkerungsgruppen zurückgeführt.

Grundlage der Verkehrsplanung

Die Verkehrsprognose 2030 ist eine Vorausschätzung der künftigen Verkehrsentwicklung in Deutschland, die sich im Wesentlichen auf das zu erwartende Wirtschaftswachstum und die demografische Entwicklung stützt. Sie dient als Grundlage für den Bundesverkehrswegeplan 2015, der zurzeit in Arbeit ist.

Mit Hilfe der ermittelten Daten kann die Bundesregierung nun mehr als 2.000 Projektvorschläge bewerten, die die Bundesländer für den Bundesverkehrswegeplan 2015 eingereicht haben. Die dringlichsten Vorschläge werden per Kosten-Nutzen-Analyse ermittelt.

Der Bundesverkehrswegeplan (BVWP) ist Grundlage für die Entwicklung und den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur in Deutschland. Er enthält alle anstehenden Straßen-, Schienen- und Wasserstraßenprojekte. Der BVWP wird vom Bundesverkehrsministerium aufgestellt und vom Bundeskabinett beschlossen.

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