Neue G7-Klimastudie

Klimawandel gemeinsam bekämpfen

Engpässe bei Nahrungsmitteln und fehlender Zugang zu Wasser können zu Flüchtlingsströmen und Gewaltausbrüchen führen. Zu diesem Schluss kommt eine Klimastudie, die im Auftrag der G7-Staaten erstellt wurde. Der Klimawandel sei eine Herausforderung für Frieden und Stabilität, ist Außenminister Steinmeier überzeugt.

Afrikanische Bauern auf einen von Dürre betroffenen Feld

Dürre: ein Resultat des Klimawandels mit unabsehbaren Folgen.

Foto: UN Photo/Albert Gonzalez Farran

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier warnte vor Beginn des G7-Außenministertreffens in Lübeck vor den außenpolitischen Folgen des Klimawandels. Er verschärfe die Urbanisierung, die Umweltzerstörung und das Bevölkerungswachstum, erklärte Steinmeier mit Blick auf eine neue Klimastudie. Sie enthält Handlungsempfehlungen für die sieben führenden Industriestaaten (G7).

Folgen wie sinkende Einkommensmöglichkeiten, unbewohnbare Rückzugsräume und Fragen des Ressourcenzugangs könnten "zu zwischenstaatlichen Spannungen, zum Zerfall von Staaten und Gesellschaften führen", so Steinmeier.

Internationale Zusammenarbeit hilft 

Der Außenminister forderte eine neue Kultur der Zusammenarbeit. Vom Klimawandel betroffene Staaten sollten frühzeitig eingebunden werden. Die "Widerstandsfähigkeit von Staaten muss zu einem Leitmotiv der Außenpolitik werden. Für diesen Ansatz ist die Kooperation in der G7 ein richtiges Forum." Er sei froh, dass auf der Grundlage der Studie Maßnahmen entwickelt und Impulse gegeben werden könnten.

Die Außenminister der G7 hatten die Studie zu den Folgen des Klimawandels in Auftrag gegeben. Das Gutachten wurde von Experten aus Berlin, London, Washington und Paris erstellt. Sie wird finanziert von den Außenministerien Deutschlands, Frankreichs, Großbritanniens, den USA und der EU. Der Abschluss eines globalen Klimavertrags bis Ende 2015 ist ein Thema der deutschen G7-Präsidentschaft.

Strategien gegen Klimafolgen

Um Risiken durch den Klimawandel frühzeitig zu identifizieren, empfiehlt die Studie die Einrichtung einer G7-Taskforce. Die Forscher weisen darauf hin, dass Wetterextreme ohnehin geschwächte Regionen in Bedrängnis bringen und zu Flüchtlingsströmen und Gewaltausbrüchen führen könnten.

Zudem könnte es Engpässe bei der Nahrungsversorgung geben. Für diesen Fall empfehlen die Experten Maßnahmen, die das Hochschnellen von Lebensmittelpreisen - etwa nach Dürren - verhindern. Auch grenzüberschreitenden Streitigkeiten um den Zugang zu Wasser sollten die G7 größere Aufmerksamkeit widmen.

Beitrag teilen