Bund startet Forschungsinitiative

400 Millionen Euro für die Energiewende

Die Bundesregierung investiert in effiziente und zielgerichtete Energieforschung. Im Fokus der "Kopernikus-Initiative" stehen die Themen Versorgungssicherheit, Energiespeicher, Verknüpfung der Energienetze und die Auswirkungen der Energiewende auf die Gesellschaft.

Versuch an einer Simulationsmess-Strecke zu intelligenten thermischen Speichern am Technikum des Deutschen Biomasse-Forschungszentrums in Leipzig .

Ein Forschungsthema ist die Frage, wie kann überschüssige erneuerbare Energie gespeichert werden?

Foto: picture alliance / ZB

Bundesforschungsministerin Johanna Wanka stellte die neue Förderoffensive ihres Hauses vor. "Mit dem neuen Förderkonzept stellen wir heute die Weichen dafür, damit wir 2025 ein technologisch exzellentes und wirtschaftlich wettbewerbsfähiges Energiesystem haben, das von der Gesellschaft mitgetragen wird", so die Ministerin.

Ein Name ist Programm

Kopernikus habe das Weltbild verändert, das wolle auch die Energiewende, so Wanka. Die Forschungsinitiative "Kopernikus-Projekte für die Energiewende" soll dazu beitragen, dass die Energiewende gelingt. Ihr Ziel ist es, neue Wege in der Kooperation von Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft zu gehen und damit die Energieforschung effizienter und zielgerichteter zu gestalten.

Die Initiative ist auf zehn Jahre angelegt. In zwei Förderphasen investiert die Bundesregierung 400 Millionen Euro. Bis zum Ende der erste Förderphase im Jahr 2018 stellt das Bundesforschungsministerium 120 Millionen Euro bereit. Für die darauf folgenden sieben Jahre sind weitere 280 Millionen geplant.

Deutsche Hochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen sowie Wirtschaftsunternehmen mit ausreichenden Forschungskapazitäten können sich bewerben. Die Offensive unterstützt großangelegte, langfristige Projekte. Anmeldeschluss ist der 8. Januar 2016.

Die Kopernikus-Initiative entstand auch unter Mitwirkung des "Forschungsforums Energiewende", in das die Bundesregierung Vertreter, Wissenschaft und Wirtschaft berufen hat. Das Forum hat vier Komplexe ausgewählt: Netzausbau, Umwandlung überschüssiger erneuerbarer Energien, innovative Industrieprozesse und die Verknüpfung der Netze.

Vier Forschungsfelder

Eine der größten Herausforderungen der Energiewende ist es, die Versorgungssicherheit zu sichern - trotz schwankender Energieproduktion und Verbrauchernachfrage. Daher fördert die Bundesregierung Forschungsprojekte zum europäischen Höchstspannungsnetz oder zur Verbesserung des Lastmanagements bei industriellem Stromverbrauch.

Power-to-X-Technologien helfen überschüssige erneuerbare Energien zu speichern. So wandelt Power-to-Gas Strom aus erneuerbaren Energien in gasförmige Stoffe wie Methan oder Wasserstoff um. Power-to-Liquid verflüssigt die Energie, sodass Kraftstoffe für die Mobilität entstehen. Power-to-Chemicals ist eine dritte Möglichkeit. Hier werden Basischemikalien für die Chemie-Industrie hergestellt.

Systemintegration ist das dritte große Themenfeld: Wie können Die Netze für Strom, Wärme und Gas miteinander verknüpft werden? Was kann ein intelligentes Netz ("Smart Grid") beitragen und wie?

Vierter Forschungsschwerpunkt sind die Auswirkungen der Energiewende auf Politik, Technologie und Gesellschaft. Es soll untersucht werden, wie Konflikte zwischen politischen, wirtschaftlichen, wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Akteuren zu lösen sind. Welche Herausforderungen entstehen für die Regionen? Auf welche Weise ist der Markt zu regulieren? Durch die Beantwortung dieser Fragen soll es gelingen, die Akzeptanz der Energiewende zu steigern.

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