Woran Sie Falschmeldungen erkennen können

Umgang mit Desinformation Woran Sie Falschmeldungen erkennen können

Vor allem in den sozialen Medien und in Messenger-Diensten verbreiten sich Falschmeldungen rasend schnell. Auch zum Krieg in der Ukraine sind unzählige Videos und Bilder im Umlauf, manche davon stellen sich als falsch heraus oder sind nicht verifiziert. Umso wichtiger ist es, solche Nachrichten nicht ungeprüft und unbedacht weiterzuverbreiten.

Apps der Sozialen Netzwerke auf dem Smartphone

Falsche Behauptungen sind gefährlich: Vor allem in den sozialen Netzwerken und in Messenger-Diensten kursieren Falschmeldungen zum Krieg in der Ukraine.

Foto: picture alliance/dpa/CTK/Martin Macak Gregor

Fünf Tipps, wie Sie Falschmeldungen erkennen können:

Kritisch hinterfragen statt weiterleiten

Falsche Nachrichten oder Bilder werden von Privatpersonen oft nicht böswillig verbreitet, sondern weil sich die Menschen Sorgen machen. Schlimmstenfalls schüren Falschmeldungen Verunsicherung oder verbreiten Panik. Nachrichten, die Falschinformationen enthalten, weisen oft ähnliche Muster auf: etwa reißerische Formulierungen oder eine besonders emotionale Sprache. Je emotionaler oder dramatischer eine Meldung ist, umso häufiger wird sie verbreitet. Deshalb ist es so wichtig, fragwürdige Inhalte nicht ungeprüft weiterzuleiten. Überprüfen Sie zunächst den Nachrichtentext und dessen Überschrift hinsichtlich möglicher Widersprüche und teilen Sie keine Inhalte, die Ihnen zweifelhaft erscheinen. 

Faktenchecks nutzen

Die verlinkten Quellen können Hinweise darüber geben, wie verlässlich die Fakten der Nachricht sind. Um zu überprüfen, ob eine Information der Wahrheit entspricht, können Sie verdächtige Schlagwörter aus dem Nachrichtentext zusammen mit dem Wort Faktencheck in eine Suchmaschine eingeben. 
Beispielsweise überprüfen öffentlich-rechtliche Medien und andere unabhängige Organisationen einzelne Falschmeldungen und stellen sie richtig. Unter anderem dokumentiert und analysiert das unabhängige  Recherchezentrum Correctiv aktuelle und international kursierende Desinformation und Falschmeldungen zum Krieg in der Ukraine. Der Europäische Auswärtige Dienst (EAD) listet auf seiner Internetseite EUvsDisinfo.eu aktuelle Fälle von Desinformation aus Russland auf – und widerlegt falsche Behauptungen.

Absender der Nachricht prüfen

Prüfen Sie immer, wer das Video bzw. das Bild oder die Nachricht veröffentlicht hat. Ist er oder sie der Urheber des Materials oder wurde es bereits mehrfach weitergeleitet? Die Angabe eines Klarnamens kann ein Indiz für die Echtheit eines Accounts sein. Halten Sie sich in den sozialen Netzwerken am besten an die verifizierten Accounts der offiziellen Stellen und Institutionen (erkennbar an dem blauen Haken). Sehen Sie sich bei Websites das Impressum an. Die Angaben sollten eine für die Website-Inhalte verantwortliche Person und eine vollständige Anschrift enthalten, nicht beispielsweise nur ein anonyme Email-Adresse. 

Quellen vergleichen

Es hilft immer, fragliche Nachrichten mit weiteren Quellen zu vergleichen.  Bild- und Videomaterial, beispielsweise derzeit aus den Kriegsgebieten überprüfen die Faktencheck-Abteilungen vieler seriöser Medien sehr aktuell und regelmäßig. Informieren Sie sich zudem auf den offiziellen Seiten der öffentlichen Institutionen, aktuell zum Ukrainekrieg auf Bundesregierung.de und auf der Seite des Auswärtigen Amtes, sowie in den sozialen Netzwerken auf den jeweiligen Kanälen der Institutionen.

Bilder prüfen

Ob ein Foto manipuliert oder ein Original ist, lässt sich mit Hilfe der Bilder-Rückwärtssuche überprüfen: Die Bilddatei oder die URL werden dazu auf der Seite einer Suchmaschine hochgeladenerhält, soweit verfügbar, Hinweise zu Ort und Datum der Veröffentlichung im Netz. So lässt sich beispielsweise auch herausfinden, ob ein Bild überhaupt aktuell ist oder vielleicht aus früheren Veröffentlichungen stammt, möglicherweise in ganz anderem Zusammenhang.

5 Tipps, woran Sie Desinformation erkennen: Kritisch hinterfragen, Faktenchecks nutzen, Quellen-Links prüfen, Urheber checken, Bilder Rückwärtssuche nutzen

Fakt oder Fake? 5 Tipps, woran Sie Desinformation erkennen können.

Foto: BMBF