Verkehrsinfrastruktur
Ob auf der Straße oder auf der Schiene – überall wird gebaut. Für Reisende ein Ärgernis, da die Folge Staus, Sperrungen und andere Verkehrsbeeinträchtigungen sind. Und nicht wenige fragen sich: Muss das ausgerechnet jetzt sein? Wird dort überhaupt gearbeitet? Antworten auf diese und weitere Fragen erhalten Sie hier.
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Erhalt einer leistungsfähigen Infrastruktur: Diese Autobahn erhält eine frisch asphaltierte Fahrbahn.
Foto: imago images/Harry Koerber
Warum gibt es so viele Baustellen?
Deutschlands Verkehrsinfrastruktur ist im Kern ebenso überaltert wie überlastet. Es muss regelmäßig gewartet, erneuert und streckenweise ausgebaut werden. Das steigende Verkehrsaufkommen beschleunigt diese Prozesse. Baustellen, die Behinderungen mit sich bringen, sind daher unvermeidlich. Nur so kann die Verkehrsinfrastruktur in einem leistungsfähigen Zustand gehalten werden.
Die Bundesregierung wird in den kommenden Jahren erhebliche Mittel bereitstellen, um das Verkehrsnetz zu modernisieren und zu erweitern. Klare Priorität hat dabei die Stärkung der Schiene. Bahnreisende müssen sich also ebenso wie Autofahrende auch in Zukunft auf zahlreiche Baustellen einstellen. Von dem Ergebnis – einer leistungsfähigeren Infrastruktur – werden am Ende aber alle profitieren.
Muss ausgerechnet in den Ferien gebaut werden?
In der Regel beginnt die Bausaison witterungsbedingt mit Ende des Winters. Denn: Bei den meisten Erhaltungsmaßnahmen muss die frostfreie Zeit effektiv genutzt werden. Brückenarbeiten, Fahrbahn- und Gleiserneuerungen sowie neue Sicherheitseinrichtungen benötigen nicht selten das Zeitfenster vom Frühjahr bis Herbst, um vollständig abgeschlossen zu werden.
Hinzu kommt, dass viele Berufstätige während der Ferienzeit in Urlaub sind. Folglich sind weniger Menschen unterwegs, die von Baumaßnahmen in Mitleidenschaft gezogen werden. Die Belastungen fallen aufgrund des geringeren Verkehrsaufkommens in dieser Zeit deutlich schwächer aus – zumal die Baustellen unter fließendem Verkehr laufen, um diesen so flüssig wie möglich zu halten.
Warum sind auf den Baustellen oft keine Arbeiter zu sehen?
Viele Arbeiten finden, wie zum Beispiel im Straßenbau, „unsichtbar“ statt: unterhalb einer Brücke, im Böschungsbereich oder an Entwässerungsanlagen. Auch dafür muss meistens ein Fahrstreifen gesperrt werden. Qualitätskontrollen, Materiallieferungen und Trocknungsperioden von frisch asphaltierten Fahrbahnen sorgen außerdem dafür, dass auf den Baustellen für Autofahrerende manchmal „weniger“ zu sehen ist.
Wie können sich Reisende über Baustellen informieren?
Für Autofahrende und Bahngäste ist es wichtig, sich frühzeitig über mögliche Verkehrsbehinderungen zu informieren. Das können sie unter anderem mit
- der Autobahn App der Autobahn GmbH des Bundes
- dem Baustelleninformationssystem (BIS) des Bundes und der Länder
- der App DB Bauarbeiten und
- dem BauInfoPortal der Deutschen Bahn AG.
Was unternimmt die Bundesregierung?
Als starker Industriestandort ist Deutschland auf eine leistungsstarke Infrastruktur angewiesen – ohne Engpässe und Staus. Deshalb hat die Bundesregierung ein Gesetz auf den Weg gebracht, das den Ausbau wichtiger Schienenstrecken und Straßenprojekte beschleunigen und vereinfachen soll.
Konkret sieht das sogenannte Genehmigungsbeschleunigungsgesetz unter anderem folgende Regelungen vor:
Für besonders wichtige Schienenprojekte werden das „überragende öffentliche Interesse“ sowie einfachere Regeln beim Artenschutz festgeschrieben. Dadurch kann künftig mehr Verkehr über die Schiene abgewickelt werden. Dies ist auch ein wichtiger Beitrag zur Umsetzung der Klimaschutzziele im Verkehr.
Engpässe und Stauschwerpunkte, die täglich für Stillstand auf den Autobahnen sorgen, hemmen die wirtschaftliche Entwicklung. Für den Ausbau bestehender Autobahnabschnitte kann nun ebenfalls das „überragende öffentliche Interesse“ festgeschrieben werden. Das bringt flüssigeren Verkehr.
Auch die Sanierung älterer Brücken kann einen wichtigen Beitrag zur Auflösung von Verkehrsengpässen und Staus leisten. Der gesamte Planungs- und Genehmigungszeitraum wird halbiert, indem unter anderem die Genehmigungspflicht für Brücken, die im Zuge der Sanierung erweitert werden sollen, entfällt.
Mit der verstärkten Digitalisierung von Planungs- und Genehmigungsverfahren, etwa bei Schienen- und Straßenprojekten, wird der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur ebenfalls beschleunigt – indem das Verfahren von der Antragstellung bis zur Genehmigung auch online durchgeführt werden kann.