Ziele für nachhaltige Entwicklung

Weltweit Klimaschutz umsetzen

Der Klimawandel führt zu Extremwetterereignisse wie Wirbelstürmen, Dürren und Überschwemmungen. Der ansteigende Meeresspiegel, Hunger und Obdachlosigkeit werden immer mehr Menschen zwingen, ihre Heimat zu verlassen. Deshalb will die Staatengemeinschaft den Klimawandel gemeinsam deutlich begrenzen.

Satellitenbild: Blick auf die Erde aus dem Weltall mit Fokus auf Europa und Nordafrika.

Die Staatengemeinschaft will gemeinsam Anstrengungen zur deutlichen Begrenzung des Klimawandels unternehmen.

Foto: Getty Images/Science Photo Libra

Weltweit ist die Temperatur in den letzten hundert Jahren im Durchschnitt bereits um rund ein Grad gestiegen. Ohne eine Begrenzung der Treibhausgasemissionen könnte die Erderwärmung bis 2100 auf vier Grad Celsius oder mehr ansteigen – mit immensen Schäden. Im Pariser Klimaschutzabkommen hat sich die Staatengemeinschaft deshalb weltweit zu Maßnahmen zum Schutz des Weltklimas verpflichtet. Auch in der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung hat der Klimaschutz mit dem SDG 13 eine sehr wichtige Rolle.

Pariser Klimaziele

Deutschland hat sich sehr für das Zustandekommen des Internationalen Weltklimaschutzabkommen von Paris aus dem Jahr 2015 eingesetzt. Dort hatte sich die Staatengemeinschaft darauf verständigt, die Erwärmung der Erde auf deutlich unter zwei Grad – möglichst auf 1,5 Grad – im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu beschränken.

Zur Umsetzung der Pariser Klimaziele setzen sich die Staaten selber nationale Ziele, sogenannte NDC (Nationally Determined Contributions). Das Abkommen sieht vor, diese Ziele und Strategien regelmäßig zu überprüfen und nachzubessern – doch dazu müssen sie vergleichbar und überprüfbar sein.

Verhandlungsgruppen aus 195 Staaten arbeiten auf dem UN-Weltklimagipfel COP 23 im November 2017 in Bonn an der Herstellung dieser Vergleichbarkeit. Hier treffen sich Regierungen, internationale Organisationen, Kommunen, Wirtschaft und Nichtregierungsorganisationen. Den Beschluss über das Ergebnis, das sogenannte Regelbuch, soll dann auf der Weltklimakonferenz 2018 in der polnischen Stadt Kattowice verabschiedet werden.

Im Klimaschutzplan 2050 und den daraus folgenden Maßnahmenplänen sowie der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie zeigt die Bundesregierung, welche konkreten Maßnahmen sie zum Klimawandel ergreift.

Agenda 2030

Mit der Agenda 2030 hat die internationale Staatengemeinschaft 2015 erstmalig universelle Ziele für eine weltweite nachhaltige Entwicklung beschlossen.

Diese 17 globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung der Agenda 2030, die sogenannten Sustainable Development Goals (SDGs), richten sich an alle: die Regierungen weltweit, aber auch die Zivilgesellschaft, die Privatwirtschaft und die Wissenschaft.

Das SDG 13 ruft zu umgehenden Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen auf.

Konkrete Umsetzung durch Nachhaltigkeitsmanagement

Die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie setzt den Rahmen für die nachhaltige Politik der Bundesregierung. Sie ist ein zentrales Instrument zur Umsetzung der Agenda 2030. Ihr Herzstück bildet ein Nachhaltigkeitsmanagementsystem, das Ziele mit konkreten Zeitrahmen zur Erfüllung und Indikatoren für ein kontinuierliches Monitoring benennt. Alle Ministerien mit ihren Fachpolitiken und Sektorstrategien sind an der Umsetzung beteiligt.

Klimaschutz in Deutschland

Ziel der deutschen Klimapolitik ist es, bis 2020 die Emissionen von Treibhausgasen um mindestens 40 Prozent gegenüber dem Stand von 1990 zu senken und bis zum Jahr 2050 um 80 bis 95 Prozent. Eingebettet ist die deutsche Klimapolitik in die Europäische Klima- und Energiepolitik bis 2030, auf die sich die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union 2014 geeinigt haben.

Der Klimaschutzplan 2050 beschreibt den Prozess zum Erreichen weitgehender Treibhausgasneutralität. Dies bedeutet ein grundsätzliches Umsteuern in Wirtschaft und Gesellschaft. Es geht um die Zukunft der Energie- und Landwirtschaft, um Fragen des Verkehrs und der Kohlenutzung.

Konkret heißt das für Deutschland: Fossile Energieträger sollen zunehmend durch erneuerbare ersetzt und Energie effizient verwendet werden. Dies gilt sowohl für die Industrie, als auch den Verkehr, die Landwirtschaft und für Gebäude. Um diesen Strukturwandel zu schaffen, sind innovative und effiziente Technologien notwendig.

Deutschland setzt beim Klimaschutz auf einen breiten Instrumentenmix: Von gesetzlichen Regelungen über Förderprogramme bis zur Information aller Akteure und der Bürger. Beim Klimaschutz heißt das: Das Aktionsprogramm Klimaschutz 2020 sieht rund 100 Maßnahmen zur Reduktion der Treibhausgase vor – beispielsweise für Gebäude, Verkehr, Industrie und Energiewirtschaft. Außerdem sorgt der Nationale Aktionsplan Energieeffizienz für einen geringeren Ressourcenverbrauch.

Ein Aktionsbündnis aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft begleitet die Umsetzung. Der Stand des Aktionsprogramms Klimaschutz wird jährlich in einem Fortschrittsbericht dargestellt. Außerdem schreibt die Bundesregierung mit der Deutschen Anpassungsstrategie (DAS) durch Fortschrittberichte die Anpassung der Maßnahmen gegen den Klimawandel fort. Dazu wird alle vier Jahre ein Monitoringbericht erstellt. Anhand von über 100 Indikatoren werden so die Auswirkungen erfasst und die Grundlage für Anpassungen gelegt.

Programm auf der COP 23 im Deutschen Pavillon

Die Bundesregierung präsentiert im Deutschen Pavillon mit über 60 Veranstaltungen die vielen Facetten der deutschen Klimaschutzaktivitäten. Insgesamt gibt es 250 offizielle Begleitveranstaltungen, sogenannte Side Events, unter anderem des Klimasekretariats sowie in den Pavillons der Länder und Organisationen.

Wieso betreffen mich die Folgen des Klimawandels?
In der globalisierten Welt sind auch die Folgen des Klimawandels weltweit spürbar. Sie bergen Risiken für die Versorgung ganzer Regionen, für die Wirtschaft aber auch beispielsweise für Reisen. Durch regionale Konflikte steigen die internationalen Spannungen. Millionen von Menschen sind wegen der Folgen des Klimawandels auf der Flucht. Europa gehört zu den Fluchtzielen. In Deutschland selbst macht sich der Klimawandel ebenfalls bereits durch eine Zunahme von Extremwetterereignissen bemerkbar.

Deutschland setzt als Klimafinanzierer international Maßstäbe

Der Klimawandel bedroht die Entwicklung der ärmsten Länder. Klimaschutz und Entwicklungspolitik sind darum untrennbar miteinander verbunden. Es ist ein wichtiger Bestandteil der deutschen Entwicklungszusammenarbeit, Entwicklungs- und Schwellenländer bei der Finanzierung von Maßnahmen zu unterstützen, die zur Reduzierung des Treibhausgasausstoßes und zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels beitragen.

Die Entwicklungszusammenarbeit leistet einen wichtigen Beitrag dazu, das globale Ziel der "Dekarbonisierung", also den Wandel hin zu einer kohlenstoffarmen Lebens- und Wirtschaftsweise, im Laufe des 21. Jahrhunderts zu erreichen. Dazu müssen die öffentlichen Mittel für Klimaschutz so eingesetzt werden, dass sie auf eine Verringerung des Schadstoffausstoßes und eine steigende Widerstandsfähigkeit gegenüber den Folgen des Klimawandels ("Klimaresilienz") hinwirken.

Deutschland hat seine Beiträge zur Klimafinanzierung in den vergangenen Jahren erheblich gesteigert. Insgesamt hat die Bundesregierung im Jahr 2016 Haushaltsmittel in Höhe von etwa 3,4 Milliarden Euro für Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen zugesagt.

Zusätzlich zu den Geldern aus dem Bundeshaushalt kommen Mittel, die Deutschland auf dem Kapitalmarkt aufnimmt: So konnte die KfW-Bankengruppe 2016 gemeinsam mit ihrer Tochtergesellschaft, der Deutschen Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG), weitere 5,2 Milliarden Euro in Form von Entwicklungs- und Förderkrediten, Beteiligungen und anderen Finanzierungen aus Kapitalmarktmitteln zusagen.

Insgesamt summierten sich die öffentlichen Beiträge Deutschlands zur internationalen Klimafinanzierung 2016 damit auf 8,5 Milliarden Euro. Der Schwerpunkt der deutschen Klimafinanzierung liegt auf der bilateralen Zusammenarbeit.

Das zentrale Instrument der multilateralen Klimafinanzierung ist der Grüne Klimafonds (Green Climate Fund). Für die Erstauffüllung des Fonds hat Deutschland einen Beitrag von 750 Millionen Euro bereitgestellt. Der Fonds will auch dringend benötigte private Klimainvestitionen mobilisieren.

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