Johannes Laible, Laible Verlagsprojekte

Sehr geehrte Damen und Herren,
 
gerne beteilige ich mich am Nachhaltigkeitsdialog.
Als Verleger gebe ich seit über 15 Jahren das jährlich erscheinende Magazin "Passivhaus Kompendium" heraus. Dieses, so wie unzählige Gespräche, Tagungen, Messen, Verbandsarbeit etc. lässt einen Aspekt sehr klar werden, der meines Erachtens immer noch stark vernachlässigt wird. Zugleich ist dies für mich ein sehr positiver Aspekt, da es sich um die berühmten "low hanging fruits" handelt:

  • der Neubau und Betrieb von Gebäude hat bekanntlich einen besonders hohen Anteil an den CO2-Emission und findet bislang viel zu wenig Berücksichtigung.
  • Die Anforderungen an die energetische Qualität von Gebäuden (zuletzt GEG) ist viel zu wenig ambitioniert und können ohne großen Aufwand für Unternehmen und ohne schmerzhafte Kostensteigerungen für Bauherren erheblich erhöht werden: Neubauten können schon seit vielen Jahren klimaneutral erstellt und betrieben werden.
  • Dafür bedarf es keinerlei Entwicklungsarbeit und keiner Innovationen, weil entsprechende Standards und Komponenten und das Know-how weit Jahrzehnten (!) marktverfügbar sind
  • Insbesondere das Passivhaus ist besonders ausgereift, wissenschaftlich entwickelt und vielfach dokumentiert; in Deutschland ist es zigtausendfach erfolgreich umgesetzt, weltweit wird der Passivhausstandard zunehmend umgesetzt.
  • Besonders wichtig: Der Passivhausstandard ist technologie- und baustoffoffen, deshalb kann in seiner Umsetzung mit hoher Akzeptanz seitens der Industrie gerechnet werden.
  • Im Neubau ist deshalb grundsätzlich der Passivhaus-Standard anzustreben (Mehrkosten gegenüber herkömmlicher Bauweise derzeit ca. 5 Prozent, Tendenz fallend). Bei Sanierungen mit Passivhauskomponenten ist ein wirtschaftlich vernünftiges energetisches Niveau erreichbar.

Ich bitte fast schon flehentlich, das Passivhaus als Option zu berücksichtigen.
 
Ich weiß um die politischen Bedenken gegenüber einem "privat" entwickelten Standard und um die Differenzen mit dem wissenschaftlichen Passivhaus Institut. Dabei wird aber vergessen, dass der Passivhausstandard lizenzfrei ist und dass der Standard von tausenden Planern, Herstellern, Verbänden etc. getragen wird. Das Passivhaus Institut ist längst nur ein Player von vielen.   
 
Mit freundlichen Grüßen
Johannes Laible


Laible Verlagsprojekte