Institute for Integrated Management of Material Fluxes and of Resources (UNU-FLORES)

Es ist wichtig, die Herausforderungen und auch die Maßnahmen der Bundesregierung im Zusammenhang mit der Nachhaltigkeit unseres Landes nicht einzeln und in Silos zu bearbeiten. In der Nachhaltigkeiststrategie werden aber einzelne Themenbereiche besonders bei der Erläuterung der SDGs im Kapitel 2 noch immer getrennt von einander betrachtet, ohne dabei einen Fokus auf die Zusammenhänge und Wechselwirkungen zu legen. Erwähnt wird zwar, dass die SDGs im Zusammenhang stehen, in dem weitere SDGs aufgezählt werden; bei den vorgeschlagenen Maßnahmen bleibt es aber meist bei Ideen, bei denen eine ganzheitliche Betrachtung fehlt. Beispielsweise werden unter SDG 6 Maßnahmen benannt, die sich auf Wasserqualität, Richtlinien zur Wasserersorgung und dem Zugang zu Trinkwasser beziehen – ohne Frage essenziell wichtige Bereiche. Jedoch fehlen unserer Meinung nach hier Maßnahmen, die bewusst auf das Zusammenspiel einzelner SDGs sowie einzelner Umweltressourcen setzen. Konkret ist das für SDG 6 zum Beispiel der Zusammenhang zwischen Wasser und Boden sowie die damit verbundene Auswirkungen für die Landwirtschaft, sowie Biodiversität. Außerdem das Zusammenspiel zwischen Wasser und Abfall sowie Georessourcen, das insbesondere für die Transformationbereiche ab Seite 25 im Hinblick auf den Kohleausstieg wichtig wird. Am Rande ist bereits von inter- und transdisziplinärer Forschung die Rede, unserer Meinung nach allerdings unterrepresentiert in der gesamten Strategie.

Auf Seite 145 wird erwähnt, dass ein integrativer Ansatz der SDG im Rahmen des Nexus von Wasser-, Energie-, und Ernährungssicherheit unterstützt wird. Das greift unserer Ansicht nach zu kurz, denn es gibt noch viele weitere Nexus-Ansätze, die betrachtet werden müssen. Beispielsweise der Nexus zwischen Wasser, Boden, Abfall und Georessourcen aber auch ein Nexus zwsichen Wissenschaft, Praxis, Politik und Gesellschaft. So ist die Rolle des Bürgers nach unserer Ansicht nicht außreichend representiert. Kapitel „VIII. Einbindung gesellschaftlicher Akteure“ benennt grundsätzlich organisierte Interessen, während die Rolle des Bürgers nicht direkt angesprochen wird. Möglich wäre ein Unterkapitel unter 2. zum Thema Bürger und Bürgereteiligung, welches auf die Rolle des Bürgers im Alltäglichen eingeht, oder eine Einbeziehung des Bürgers im Bereich Wissenschaft über das Thema Citizen Science.

Ebenfalls fehlend aus unserer Sicht ist eine Einschätzung zu den Chancen von Sharing Economy, deren Geschäftsmodelle insbesondere in Zeiten der Digitalisierung zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen können. Hier wäre ein Unterkapitel zum Thema Sharing Economy im Kapitel zu Transformationsbereichen denkbar.

Die Universität der Vereinten Nationen hat zum Ziel, nachhaltige Lösungen für globale Probleme zu entwickeln, die das Überleben und die Entwicklung der Menschen gefährden. Das „Institut für das integrierte Management von Materialflüssen und Ressourcen“ (UNU-FLORES) wurde im Dezember 2012 in Dresden gegründet. Das Institut beschäftigt sich mit Forschung, Kapazitätsentwicklung sowie zukunftsweisendem Unterrichten und Ausbilden. UNU-FLORES entwickelt Strategien, um drängende Probleme im Bereich der nachhaltigen Nutzung und des integrierten Managements von Umweltressourcen wie Boden, Wasser, Abfall, Energie und andere Georessourcen zu bewältigen.