Partnerschaften zur Erreichung der Ziele

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Ziele für nachhaltige Entwicklung Partnerschaften zur Erreichung der Ziele

Das 17. Nachhaltigkeitsziel ist die Grundbedingung für die Erreichung aller weiteren Ziele. Die Agenda 2030 wird getragen von einer globalen Partnerschaft, die alle Akteure – Regierungen, Wirtschaft, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und jeden und jede Einzelne – in die Pflicht nimmt. Gemeinsame Verantwortung bedeutet, dass niemand zurückgelassen wird und alle für das globale Gemeinwohl je nach ihrer Leistungsfähigkeit verantwortlich sind. Das erfordert gegenseitigen Respekt, gemeinsam getragene Werte und die gebündelte Kraftanstrengung aller. 

4 Min. Lesedauer

Hände vieler Menschen bauen einen Turm

Inklusive Gesellschaften und eine inklusive und gerechte globale Weltordnung sind Voraussetzungen für nachhaltigen Frieden und damit nachhaltige Entwicklung. 

Foto: iStock/Getty Images/pixelfit

Das 17. Ziel „Partnerschaften zur Erreichung der Ziele“ schafft die Bedingungen für Nachhaltigkeit – lokal, national, regional und global. Das Prinzip "niemanden zurückzulassen" ("leave no one behind", LNOB) beschreibt die gemeinschaftliche Verantwortung, alle Menschen auf dem Weg zu nachhaltiger Entwicklung mitzunehmen.

Es ist ein zentrales Leitprinzip bei der Bewältigung der globalen Herausforderungen der Agenda 2030 und Leitlinie für globale Partnerschaft. LNOB zielt darauf ab, die Bedürfnisse der Ärmsten und am stärksten Benachteiligten in den Blick zu nehmen, allen Menschen soziale, wirtschaftliche und politische Teilhabe zu ermöglichen und Chancengleichheit zu fördern – innerhalb einer Gesellschaft sowie im Rahmen der globalen Gemeinschaft. Inklusive Gesellschaften und eine inklusive und gerechte globale Weltordnung sind Voraussetzungen für nachhaltigen Frieden und damit nachhaltige Entwicklung.

Deshalb hat sich Deutschland auch zu fairem Handel, dem Wissens- und Technologietransfer und der Öffnung der Märkte bekannt und setzt sich dafür engagiert in der partnerschaftlichen internationalen Zusammenarbeit ein. Deutschland bringt sich als Wissensgesellschaft und als eines der wichtigsten Industriestaaten in die globale, gemeinsame Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele ein, etwa durch seine tragende Rolle in der Europäischen Union, der G20, der Gruppe der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer, dem Kreis der wichtigsten G7-Länder, der Vereinten Nationen und den internationalen Organisationen.

Ziel 17 – Partnerschaften zur Erreichung der Ziele

Konkrekt soll erreicht werden:

  • Globale Herausforderungen erfordern globale, gemeinsame Anstrengungen.
  • Die Struktur des internationalen Systems (Finanzsystem, Weltmarkt, Wissen und Technologie) muss darauf ausgerichtet sein, dass alle Menschen in allen Ländern davon profitieren und gleichberechtigt Zugang erhalten.
  • Entwicklungsländer sollen befähigt werden, ihre Entwicklungsziele durch eigene Finanzmittel zu erreichen und Fortschritte eigenständig nachverfolgen zu können. Öffentliche Ausgaben in den Ländern sollen nachhaltig ausgerichtet sein.
  • Alle Geberländer sollen 0,7 Prozent ihres Bruttonationaleinkommens für ärmere Länder bereitstellen.
  • Alle gesellschaftlichen Akteure – Wirtschaft, Wissenschaft, organisierte Zivilgesellschaft, Kommunen – sollen einen Beitrag leisten, um die Ziele für nachhaltige Entwicklung zu erreichen.
  • Migrantinnen und Migranten sind wichtige gesellschaftliche Akteure. Für Überweisungen an ihre Familien in den Herkunftsländern sollen sie keine hohen Gebühren zahlen müssen.
  • Entwicklungspartnerschaften mit privaten Unternehmen sollen gefordert und gefördert werden.
  • Länder und Kommunen sollen einen nationalen Beitrag zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele leisten und ihrer internationalen Verantwortung durch Fachaustausch, Partnerschaftsarbeit und Öffentlichkeitsarbeit gerecht werden.

Globale Partnerschaft - was macht die Bundesregierung?

Deutschland hat unter dem Einfluss der außergewöhnlichen Flüchtlingssituation in 2016 für öffentliche Entwicklungsleistungen 0,7 Prozent seines Bruttonationaleinkommens ausgeben. Damit haben wir das von vielen Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen anerkannte Ziel erstmalig erreicht. Die Bundesregierung bekennt sich auch weiterhin zum 0,7-Prozent-Ziel. Sie hat die Zahlungen aus dem Bundeshaushalt seitdem kontinuierlich gesteigert.

Einen Schwerpunkt der Entwicklungszusammenarbeit bildet Afrika. Deutschland unterstützt in Afrika viele Länder bei der Umsetzung von Reformen zu guter Regierungsführung und zur Bekämpfung von Korruption.

Wichtig ist auch, die Privatwirtschaft einzubinden. Es geht etwa darum zu verhindern, dass multinational tätige Unternehmen ihre Gewinne und damit ihre Steuerpflicht verlagern.

Des Weiteren setzt sich die Bundesregierung für nachhaltige globale Handelspolitik ein. Im Lieferkettengesetz  ist die Verantwortung deutscher Unternehmen für die Achtung von Menschenrechten in globalen Lieferketten erstmals verbindlich geregelt. Das Gesetz ist am 1. Januar 2023 in Kraft getreten.

Tipp: Als Verbraucher können Sie viel dazu beitragen, dass sich die Arbeits-und Produktionsbedingungen in den Entwicklungsländern verbessern. Engagieren Sie sich zum Beispiel für fair gehandelte Produkte. Initiativen wie der Grüne Knopf  und das Verbraucherportal Der nachhaltige Warenkorb   helfen dabei.

Für eine nachhaltige Entwicklung in den Entwicklungsländern werden Multi-Akteurs-Partnerschaften wie die Foren Nachhaltiger Kakao  und Nachhaltiges Palmöl  oder das Bündnis für nachhaltige Textilien  immer wichtiger. Regierungen von Industrie- und Entwicklungsländern, internationale Organisationen, Privatwirtschaft, Zivilgesellschaft und Wissenschaft arbeiten hier eng und langfristig zusammen. 

Mit der Strategie zur globalen Gesundheit bekennt sich die Bundesregierung zur globalen Gesundheitspolitik und zur Erreichung der gesundheitsrelevanten Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030. Deutschland übernimmt globale Verantwortung und geht mit gutem Beispiel voran. Ziel ist es, Schwerpunkte des deutschen Engagements im Bereich globale Gesundheit zu aktualisieren und zur Koordination und Zusammenarbeit aller Akteure beizutragen.

Beispiele sind der Globale Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria oder #eSkills4Girls , das Online-Ausbildungsportal für Mädchen. Die globale Impfallianz Gavi  verbessert unter dem Motto "Jedes Kind erreichen" den Zugang zu Impfungen in Entwicklungsländern und stärkt die Gesundheitssysteme. Bis heute konnten mit ihrer Hilfe etwa Millionen Kinder geimpft werden.

Auch die Schuldentragfähigkeit der Staaten ist für eine nachhaltige Entwicklung bedeutsam. Finanzielle Unterstützung durch den Internationalen Währungsfonds und die Weltbank etwa setzt eine solche Tragfähigkeit voraus. Deutschland arbeitet deswegen eng mit diesen internationalen Finanzinstitutionen und dem Pariser Club zusammen.

Die Bundesregierung setzt sich darüber hinaus für ein faires und offenes Welthandelssystem mit gemeinsamen Regeln ein. Insbesondere ist es gelungen, international ein Ende aller Agrarsubventionen zu vereinbaren. Vor allem Entwicklungsländer können damit die Chancen nutzen, die mit einer Handelsliberalisierung einhergehen.