Frank Siebke

Sehr geehrte Damen und Herren,

für die deutsche Nachhaltigkeitsstrategie finden Sie nachstehend zwei Vorschläge, für die ich Ihnen auf Nachfrage gerne noch detaillierter Auskunft gebe.

1)    CO2 Fußabdruck bei KMU
Alle wollen nachhaltig handeln, doch der Mittelstand ist beim Thema Klimaschutz abgehängt. Kaum etwas ist in der deutschen Unternehmenslandschaft so unterschiedlich ausgeprägt wie der Reifegrad von Maßnahmen zum Klimaschutz. Während erste Unternehmen bereits auf bestem Weg zur Klimaneutralität sind, ist die Masse (meist KMU) noch orientierungslos. Etwa die Hälfte der KMU verfolgt zwar die Debatte um den Klimaschutz, erkennt für sich aber keine akute Handlungsnotwendigkeit (Quelle: Umfrage DZ Bank). Dabei sind KMU für über 50 Prozent der Wertschöpfung und 60 Prozent der Arbeitsplätze zuständig, also einem enormen Hebel für CO2 Reduktionspotenziale, als auch für die Schaffung einer Nachhaltigkeits-Kultur bei Mitarbeitern und deren Angehörigen.

Meines Erachtens fallen aktuell noch zu viele Unternehmen aus dem Raster ihren CO2 Fußabdruck ermitteln zu müssen. Deutschland hat sich CO2 Reduktionsziele bis 2030 gesetzt, die Masse der Unternehmen kennt aber noch nicht einmal ihren aktuellen CO2 Status. Nach dem Motto „wenn ich abnehmen möchte, muss ich erst einmal wissen wieviel ich wiege“, brauchen wir eine Initiative, dass sich alle Unternehmen mit ihrem CO2 Fußabdruck auseinandersetzen müssen.

Vorschlag: Entwicklung eines Stufenmodells, welches sukzessive Unternehmen unterschiedlicher Größe zur Ermittlung ihres CO2 Fußabdrucks auffordert, mit der Perspektive, dass der CO2 Fußabdruck in Geschäftsberichten oder auf Homepages anzugeben ist. (Ggf. auch in Form einer umgerechnete Kennzahl, Temperatur, etc.)

Wir haben für ein Umsetzungsmodell verschiedene Ideen, die aber den Rahmen dieser eMail sprengen würde. Rückfragen jederzeit gerne…


2)    Mikroklima in Städten
In der dichten urbanen Bebauung erleben wir jeden Sommer deutlich höhere Temperaturen (3°– 8° Celsius wärmer) als auf dem Land. Asphalt und Steinflächen absorbieren einen großen Teil der Sonnenstrahlung und wirken wie eine Heizung. Das Mikroklima verändert sich zu Lasten der Gesundheit der Bewohner und der Energieverbrauch steigt. Mit vergleichsweise niedrigen Kosten lassen sich jedoch nützliche Klimaeffekte durch die Aufhellung von Straßen, Plätzen, Gebäuden und Dächern erzielen.

Der Nutzen dieses sogenannten "Albedo-Effekts" ist bereits vielfach wissenschaftlich nachgewiesen (siehe auch weiße Anstriche griechischer Dörfer). Die Wirkung heller Flächen ist im doppelten Sinne klimawirksam, da sie Wärme reduziert, bevor sie überhaupt entsteht und damit das Klimaproblem direkt an der Wurzel packt.

Vorschlag: Für die deutsche Nachhaltigkeitsstrategie empfiehlt sich die hellere Gestaltung für den Neubau von Straßen und Gebäuden festzuschreiben (oder zu belohnen) und Programme zur Aufhellung für Bestandsflächen mit umweltfreundlichen Pigmenten/Beschichtungen aufzulegen.

Freundliche Grüße
Frank Siebke