Leitbild der Nachhaltigkeitsstrategie

Leitbild der Nachhaltigkeitsstrategie

Die Leitlinien zeigen den Weg auf, in welche Richtung sich unser Land bewegen muss, um nachhaltiger zu werden. Sie decken das Spektrum "Generationengerechtigkeit – Lebensqualität – sozialer Zusammenhalt und internationale Verantwortung" ab.

Familie, Berlin mit Großeltern Foto: Dong Ha-Choe

Familie

Foto: Dong Ha-Choe

1. Generationengerechtigkeit

Welche Weichenstellungen sind heute notwendig, damit wir auch morgen gut leben können? Ein neuer Generationenvertrag ist nötig, in dessen Mittelpunkt der Interessenausgleich zwischen den Generationen steht. Dabei geht es um den Abbau der Staatsverschuldung, die Reform der Sozialversicherungssysteme, die Kosten des Gesundheitswesens sowie um den Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen.

Der ethische Grundsatz der Nachhaltigkeit lautet: Jede Generation muss ihre Aufgaben lösen und darf sie nicht den kommenden Generationen aufbürden. Dagegen verstößt, wer eine Wirtschafts- und Sozialpolitik auf Pump macht und künftigen Generationen steigende Staatsschulden hinterlässt. Das gleiche gilt, wenn Investitionen für die wirtschaftliche Zukunft vernachlässigt werden und stattdessen schneller und kurzfristiger Konsum in den Vordergrund rückt.

2. Lebensqualität

Der Begriff Nachhaltigkeit hat einen vitalen und einfachen Kern: Gute Lebensqualität für jeden Menschen, jetzt und in der Zukunft. Alle können ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen, lernen, arbeiten, Verantwortung für sich und andere übernehmen. Und dies eingebettet in ein Netz sozialer Beziehungen in einer gesunden und sicheren Umwelt.

Für die Lebensqualität ist eine intakte Umwelt unverzichtbar. Aber Lebensqualität umfasst mehr. Zu ihr gehören Gesundheit, persönliche Entfaltungsmöglichkeiten, befriedigende Arbeit, angemessener Wohnraum, ausreichendes Einkommen, gesellschaftliche Anerkennung. Ebenso zählen gute Schulen, eine lebenswerte und sichere Stadt mit vielfältigen kulturellen Angeboten dazu.

3. Sozialer Zusammenhalt

Folgende Elemente kennzeichnen die soziale Dimension der nachhaltigen Entwicklung:

  • Armut und sozialer Ausgrenzung vorbeugen,
  • eine Spaltung der Gesellschaft in Gewinner und Verlierer verhindern,
  • alle Bevölkerungsschichten an der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung beteiligen.

Die Herausforderung für den Staat besteht darin, ausreichende Qualifizierungsangebote für neue oder veränderte Tätigkeiten bereit zu stellen. Außerdem muss er funktionierende soziale Sicherungssysteme gewähren.

4. Internationale Verantwortung

Umwelt und Entwicklung zu verbinden, war das Versprechen der Konferenz von Rio 1992 an die Entwicklungsländer.

Die Verknüpfung der beiden Ziele dient international als Grundlage für eine weltweite Strategie für nachhaltige Entwicklung. Beispielsweise sind sauberes Trinkwasser und fruchtbare Böden für viele Entwicklungsländer Grundlage ihrer wirtschaftlichen Entwicklung. Andererseits führen gerade in diesen Ländern Armut und mangelnde wirtschaftliche Alternativen zur Übernutzung von Böden.

Den Nord-Süd-Konflikt zu überwinden, ist ein zentrales Thema der Nachhaltigkeit.

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