David Lais, Organisation für nachhaltigen Konsum

Sehr geehrte Damen und Herren,

Transparenz ist der Schlüssel zu nachhaltiger Entwicklung: dies ist auf Unternehmensebene bereits durch die 2017 eingeführte CSR-Berichtspflicht (CSR-RUG) gesetzlich verankert. Viele Unternehmen verknüpfen ihre finanzielle Berichterstattung mit Auswertungen zu CO2-Fußabdrücken (die sogenannten "integrated reports").

Aus unserer Sicht ist dieses Prinzip auch auf den Bereich der Konsument*innen anwendbar: jeder ausgegebene Euro für gekaufte Produkte hat ein Äquivalent in CO2. Durch die Sichtbarmachung des eigenen Impacts wird Klimawandel für Konsument*innen erfahrbar und es können Handlungen zu mehr Nachhaltigkeit im Alltag daraus abgeleitet werden.

Die Finanzindustrie verfügt über einen extrem wertvollen Schatz, den es aus unserer Sicht zu heben gilt: Zahlungsverkehrsdaten. Wenn Banken und Finanzdienstleister beginnen, Daten aus Kontoauszügen und Kreditkarten ihrer Bankkunden zur Ermittlung individueller CO2-Fußabdrücke zu nutzen, kann dadurch ein weitreichendes, bundesweites Bewusstsein über den eigenen Beitrag zum Klimawandel offen gelegt werden.

Wir haben zu diesem Zweck einen offenen Standard entwickelt, der individuelle CO2-Fußabdrücke basierend auf Zahlungsverkehrsdaten ermittelt. Dieser ist für die Öffentlichkeit, die Wissenschaft und für die Finanzindustrie frei verfügbar.

Wir fordern von der Bundesregierung, dass sie im Rahmen ihrer Nachhaltigkeitsstrategie die Finanzindustrie nicht nur in Sachen nachhaltige Investments, sondern insbesondere auch im Bereich des Retail Bankings zu mehr Konsumenten*-Transparenz in Sachen ökologischer Fußabdruck bewegt.

Gerne stehen wir beratend zur Seite.

Mit freundlichen Grüßen,

David Lais
Gründer Organisation für nachhaltigen Konsum