Ziele für nachhaltige Entwicklung

Bezahlbare und saubere Energie

Energie ist eine grundlegende Voraussetzung für wirtschaftliche und soziale Entwicklung. Saubere Energiequellen sind ein Schlüsselfaktor für den Umwelt- und Klimaschutz. Derzeit stammt der Großteil der weltweit erzeugten Energie aber immer noch aus fossilen Energieträgern.

Offshore Windpark Niedersachsen

Offshore Windpark Alpha Ventus ( 45 Kilometer vor Borkum).

Foto: Sebastian Bolesch

Den Zugang zu bezahlbarer, verlässlicher, umweltverträglicher und nachhaltiger Energie für alle zu sichern und so effizient wie möglich mit Ressourcen umzugehen, ist das Fundament eines nachhaltigen Wirtschaftssystems. Das soll durch das von der Staatengemeinschaft in New York verabschiedete Nachhaltigkeitsziel 7 – bekannt auch unter dem englischen Begriff Sustainable Development Goal / SDG 7 – der Agenda 2030 für Nachhaltige Entwicklung erreicht werden.

Dabei bildet es einen Schlüsselfaktor, der Agenda 2030. In Deutschland ist es in den vergangenen Jahrzehnten gelungen, den Energiebedarf bei wachsender Wirtschaftsleistung durch eine effizientere Energieverwendung zu senken und den Anteil der erneuerbaren Energien am Brutto-Endenergieverbrauch deutlich zu steigern. Die Energiewende ist deswegen zentraler Bestandteil der deutschen Klimaschutzpolitik und dient damit ebenso anderen Nachhaltigkeitszielen.

Das Ziel der nahezu vollständigen Dekarbonisierung der Energiesysteme, insbesondere durch den Fokus auf erneuerbare Energien, Energieeinsparung und größtmögliche Energieeffizienz bis spätestens 2050, ist ein wichtiges Leitbild der nationalen Klima- und Energiepolitik sowie der Energieaußen- und -entwicklungspolitik. Es ist eingebettet in die Europäische Energieunion und ausgerichtet auf einen europäischen Energiebinnenmarkt.

Eines der nationalen Leuchtturmprojekte in diesem Bereich ist der Nationale Aktionsplan Energieeffizienz (NAPE). Energieeffizienz, Ausbau erneuerbarer Energien und Netzausbau sind zentrale Voraussetzungen für das Gelingen der Energiewende. Weitere Impulse zur Erreichung der Energiewende geben das Energieforschungsprogramm und die Innovationspolitik der Bundesregierung.

Weltweit leben heute fast eine Milliarde Menschen ohne Zugang zu einer modernen Energieversorgung. Ein bedarfsgerechter Energiezugang für alle erfordert Energie in der richtigen Menge, in der richtigen Qualität, zur richtigen Zeit, am richtigen Ort und zu einem bezahlbaren Preis. Bis 2030 wird die globale Energienachfrage weiter dramatisch wachsen, vor allem in Afrika. Die nachhaltige Versorgung dieser Menschen mit sauberer Energie ist zudem Schlüssel für die Bekämpfung der weltweiten Armut. Sie ist darum wichtiges Ziel der deutschen Entwicklungspolitik.

Ob in den Vereinten Nationen oder im Kreis der G7- und G20-Staaten, also der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer:  Deutschland unterstützt die laufende weltweite Energiewende maßgeblich. Als Gründungsmitglied ist Deutschland treibende Kraft in der IRENA und in der IEA. Aber auch bilateral unterstützt Deutschland durch Energiepartnerschaften besonders die Entwicklungs- und Schwellenländer und kommt seiner globalen Verpflichtung einer fairen Lastenteilung für die energiepolitischen Herausforderungen nach.

Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung

Mit der Verabschiedung der Agenda 2030 in New York wurde 2015 erstmals ein globaler Handlungs- und Orientierungsrahmen für nachhaltige Entwicklung geschaffen.

Die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung

Die 17 globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung der Agenda 2030 richten sich an alle: die Regierungen weltweit, aber auch die Zivilgesellschaft, die Privatwirtschaft und die Wissenschaft.

Foto: Bundesregierung

SDG 7 – Zugang zu bezahlbarer, verlässlicher, nachhaltiger und moderner Energie für alle bis zum Jahr 2030 sichern

Wichtige Unterziele des Nachhaltigkeitsziels 7 sind, den Anteil erneuerbarer Energie am globalen Energiemix deutlich zu erhöhen, die weltweite Steigerungsrate der Energieeffizienz zu verdoppeln und den Zugang zu Forschung und Technologie für saubere Energie zu erleichtern sowie Investitionen in  Energieinfrastruktur und saubere Energietechnologien zu fördern.

Das Nachhaltigkeitsziel interagiert mit weiteren Nachhaltigkeitszielen, vor allem mit den Zielen für Klimaschutz (SDG 13), nachhaltigen Konsum (SDG 12), sowie eine nachhaltige Stadtentwicklung (SDG 11) und Landwirtschaft (SDG 2).

Wo liegen die Herausforderungen und Defizite in Deutschland?

Deutschland hat mit der Energiewende dafür gesorgt, dass heute bereits 42 Prozent unserer Elektrizität aus erneuerbaren Quellen produziert werden. In Deutschland endet die Energieversorgung aus Atomenergie im Jahr 2022 und es sind bereits viele umweltbelastende Kohlekraftwerke vom Netz genommen worden. Die verbliebenen Kohlekraftwerke sollen bis spätestens 2038 stillgelegt werden, wie die Bundesregierung in ihrem Entwurf für ein Kohleausstiegsgesetz Ende Januar 2020 beschlossen hat. Bereits im August vorigen Jahres legte die Bundesregierung ihrem Entwurf für ein Strukturstärkungsgesetz, womit betroffene Kohleregionen der Wandel hin zu Zukunftsregionen gefördert werden sollen. Beide Entwürfe, die auf Grundlage der Empfehlungen der von der Bundesregierung eingesetzten Kommission für Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung erarbeitet wurden, befinden sich nun im Gesetzgebungsverfahren und sollen im Sommer verabschiedet werden.

Eine Herausforderung der Energiewende ist der zu langsame Netzausbau. Hier spielt die Akzeptanz der vom Ausbau betroffenen Bürgerinnen und Bürger eine zentrale Rolle. Weitere Herausforderungen sind es, den Energieverbrauch zu senken und die Energiewende in Gebäuden, im Bereich von Landwirtschaft, Verkehr und Industrie zu bewerkstelligen. Dabei kommen der Digitalisierung und Innovationen durch Investitionen in Forschung und neue Technologien eine entscheidende Bedeutung zu. Die Bundesregierung setzt darüber hinaus die erforderlichen Rahmenbedingungen, damit der Markthochlauf der E-Mobilität zusammen mit der deutschen Automobilwirtschaft erfolgreich umgesetzt wird.

Konkretisierung der Nachhaltigkeitsziele durch die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie

Die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie ist ein wichtiger Beitrag Deutschlands zur Umsetzung der Agenda 2030. Sie setzt den Rahmen für nachhaltiges Handeln der Bundesregierung. Ihr Herzstück bildet ein Nachhaltigkeitsmanagementsystem, das Ziele mit konkreten Zeitrahmen zur Erfüllung und Indikatoren für ein kontinuierliches Monitoring benennt.

Welche Ziele setzt die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie, um den Zugang zu bezahlbarer, verlässlicher, nachhaltiger und moderner Energie für alle bis zum Jahr 2030 zu sichern?

Die Bundesregierung strebt an, die Energiewende voll umzusetzen. Schwerpunkte bilden die Ressourcenschonung und der konsequente Ausbau der erneuerbaren Energien.

Zur sparsamen und effizienten Nutzung von Energie in Deutschland hat sich die Bundesregierung zwei konkrete und messbare Ziele gesetzt:

  • Steigerung der Endenergieproduktivität um 2,1 Prozent pro Jahr im Zeitraum von 2008 bis 2050.
  • Senkung des Primärenergieverbrauchs um 20 Prozent bis 2020 und um 50 Prozent bis 2050 jeweils gegenüber 2008.

Zum Ausbau einer zukunftsfähigen Energieversorgung hat sich die Bundesregierung ebenfalls zwei konkrete und messbare Ziele gesetzt:

  • Anstieg des Anteils erneuerbarer Energien am Brutto-Endenergieverbrauch auf 18 Prozent bis 2020, auf 30 Prozent bis 2030 und auf 60 Prozent bis 2050.
  • Anstieg des Anteils des Stroms aus erneuerbaren Energiequellen am Bruttostromverbrauch auf mindestens 35 Prozent bis 2020, auf mindestens 50 Prozent bis 2030 und auf mindestens 80 Prozent bis 2050.

Eine Überprüfung und gegebenenfalls Weiterentwicklung dieser spezifischen Ziele beziehungsweise ihrer Indikatoren erfolgt im Jahr 2020.

Auch die Bundesregierung setzt im eigenen Handeln Nachhaltigkeit durch und berichtet darüber in einem jährlichen Monitoringbericht zum sogenannten "Maßnahmenprogramm Nachhaltigkeit" der Bundesverwaltung. Dort ist der Ausbau der Nutzung erneuerbarer Energien (Wärmeversorgung) in Bundesgebäuden und die Erstellung eines energetischen Sanierungsfahrplans für Dienstliegenschaften vorgesehen. Hierdurch will die Bundesregierung auch ihren eigenenTeil zur Energiewende beitragen.

Monitoring zeigt den Wandel, aber auch Schwachstellen

Der alle zwei Jahre erscheinende Indikatorenbericht des Statistischen Bundesamtes zeigt, wie sich die Indikatoren der Strategie entwickeln. Die Ergebnisse zum Nachhaltigkeitsziel 7 sind einerseits erfreulich, machen zugleich aber auch den weiteren Handlungsbedarf deutlich.

In Deutschland ist es in den vergangenen Jahrzehnten insgesamt gelungen, den Energieverbrauch bei wachsender Wirtschaftsleistung zu senken und den Anteil der erneuerbaren Energien am Brutto-Endenergieverbrauch deutlich zu steigern. Erfreulich ist insbesondere der sprunghaft wachsende Anteil der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch. Gemäß Koalitionsvertrag und Beschluss des Koalitionsausschusses vom 1. Oktober 2018 wird daher künftig ein Anteil des Stroms aus erneuerbaren Energiequellen am Bruttostromverbrauch von etwa 65 Prozent bis 2030 angestrebt (bisher: 50 Prozent, siehe aktueller Indikator 7.2.b der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie).

Nicht zufriedenstellend ist hingegen, dass der Primärenergieverbrauch nicht so zurückgegangen ist wie angestrebt. Hier konnte die Energieproduktivität weder in der Wirtschaft noch bei den Gebäuden oder in der Mobilität ausreichend erhöht werden.

Wieso das Nachhaltigkeitsziel 7 uns alle betrifft

Energie aus Primärstoffen wie Kohle oder Erdöl gibt es zum einen nicht unendlich. Zum anderen müssen wir Energie möglichst ohne diese Ressourcen gewinnen, wenn wir die Klimaziele erreichen wollen. Denn die Treibhausgase aus der Verbrennung fossiler Rohstoffe belasten unser Klima. Ob bei der Mobilität, im Alltag oder auch dem Hausbau - Energiesparen ist wichtig. Außerdem: Wer Energie spart, spart Geld. Zum Beispiel bei der Heizung oder beim Warmwasser, auf deren Konto rund 85 Prozent des Energieverbrauchs von privaten Haushalten gehen. Die Raumwärme, die übrigens zu einem Großteil durch Wände, Fenster, Dach oder Türen entweicht, verbraucht davon etwa drei Viertel. Am meisten Energie – sprich Geld – kann also durch besser gedämmte Häuser gespart werden. Aber auch bei den Haushaltsgeräten kann viel Energie eingespart werden.

TIPP: Informieren Sie sich über Energiesparmöglichkeiten, zum Beispiel durch eine Beratung bei den Verbraucherzentralen. Wissenswertes – vom Stromsparen im Haushalt bis zu den Zuschüssen für energieeffizientes Bauen oder den Energieausweis für Mieter und Käufer von Immobilien - erfahren Sie unter deutschland-machts-effizient.

Energiewende konsequent fortsetzen

Für eine erfolgreiche Energiewende ist ein weiterer zielstrebiger, effizienter, netzsynchroner und verstärkt marktorientierter Ausbau der erneuerbaren Energien wichtig. Nicht nur für ein hochentwickeltes Industrieland wie Deutschland müssen die Umweltverträglichkeit und die Versorgungssicherheit gewährleistet werden. Es muss auch der jeweilige Energiepreis in den jeweiligen Sektoren wettbewerbsfähig sein. Schließlich hängen davon die Arbeitsplätze der Menschen ab.

Um bis zum Jahr 2030 den Anteil der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch auf etwa 65 Prozent zu steigern, müssen das Angebot an erneuerbaren Energien und die Netzkapazitäten besser synchronisiert werden.

Vorgesehen sind Sonderausschreibungen in den Jahren 2019 bis 2021. Durch diese sollen für das Klimaschutzziel 2020 Einsparungen von acht bis zehn Millionen Tonnen CO2 erzielt werden. Hierzu werden in diesem Zeitraum vier Gigawatt Onshore-Windenergie und vier Gigawatt Photovoltaik zusätzlich ausgeschrieben.

Energieeffizienz als Schlüssel für Erfolg

Wo wir Energie schon nicht einsparen können müssen wir sie aber grundsätzlich effizienter einsetzen. Denn Energieeffizienz trägt dazu bei, die Kosten der Dekarbonisierung zu senken und die ambitionierten Klimaschutzziele zu erreichen. Das Nachhaltigkeitsziel 7 will die weltweite Steigerungsrate der Energieeffizienz verdoppeln.

Ziel der Bundesregierung ist es, den Primärenergieverbrauch bis zum Jahr 2050 (im Vergleich zum Jahr 2008) zu halbieren. Dafür soll nach der Energieeffizienzstrategie für Gebäude nun auch eine Energieeffizienzstrategie erarbeitet werden, die sektorübergreifend ist. Die Bundesregierung beabsichtigt damit, ein konkretes Maßnahmenpaket für Dekade 2021 bis 2030 (Nationaler Aktionsplan Energieeffizienz "NAPE" 2.0) auf den Weg zu bringen, mit dem der deutsche Beitrag zum EU-Energieeffizienzziel für das Jahr 2030 erreicht werden soll.

Der Nationale Aktionsplan Energieeffizienz (NAPE): Er bündelt rund 20 neue Maßnahmen sowie weiterführende Arbeitsprozesse zur Förderung von Effizienzinvestitionen, zum Abbau von Investitionshemmnissen und zur Stärkung des Energiedienstleistungsmarktes. Mit dem NAPE werden auch die Anreize für Investitionen in das Energiesparen deutlich verstärkt – hierfür stellt die Bundesregierung bis 2020 rund 17 Milliarden Euro zur Verfügung.

Investitionen in energieeffiziente Technologien sind nicht zuletzt auch Motor für Innovationen "Made in Germany".

Forschung für die Energiewende

Innovationen sind essentiell für das Gelingen der Energiewende. Deshalb fördert die Bundesregierung auch die Energie- und Klimaforschung. Gemeinsam mit der Wirtschaft und zivilgesellschaftlichen Akteuren will sie dafür insbesondere die Sektorenkopplung, die Nutzung von Strom für Mobilität und Wärmeversorgung voranbringen.

Mit dem 7. Energieforschungsprogramm stellt die Bundesregierung von 2018 bis 2022 insgesamt rund 6,4 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung von Zukunftstechnologien zur Verfügung. Das sind 45 Prozent mehr als für das Vorläuferprogramm.

Mehr als 180 Hochschulen und 120 außeruniversitäre Forschungseinrichtungen treiben die Forschung für die Energiewende aktuell voran. Ihre Aktivitäten decken den gesamten Forschungsprozess ab, von der Grundlagenforschung über angewandte Forschung und Entwicklung bis hin zu Demonstrations- und Pilotanlagen.

Das Rahmenprogramm "Forschung für Nachhaltige Entwicklung" (FONA) stärkt bereits seit einigen Jahren den systemischen Blick auf Nachhaltigkeit. Die gezielte Förderung der Grundlagenforschung, zum Beispiel in den Bereichen Klima-, Boden- oder Meeresforschung bildet das Fundament für weitere, anwendungsorientierte Forschung. So startete am 20. September die bislang größte Arktis-Forschungsexpedition mit der "Polarstern" auf eine einjährige Reise. Auf der vom Bund maßgeblich geförderten Durchquerung der Arktis mit der Eisdrift wollen Forschende Erkenntnisse über die Auswirkungen der Erwärmung des arktischen Ozeans gewinnen. 

Das Grundlagenwissen fließt in praxisrelevante Lösungen. Dies geschieht transdisziplinär für drei Themenfelder "Zukunftsstadt", "Energiewende" und "Green Economy". Und im Laufe dieser Legislaturperiode wird das vierte FONA-Rahmenprogramm beginnen. Dann soll der systemische Blick auf weitere dringende Handlungsfelder wie Mobilität, Digitalisierung und Artenvielfalt ausgeweitet werden soll.

In den "Kopernikus-Projekten für die Energiewende" werden gemeinsam von Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft Lösungen für den Umbau des Energiesystems entwickelt. Es ist die größte Forschungsinitiative zur Energiewende in vier Schlüsselbereichen: Der Entwicklung von Stromnetzen, der Speicherung überschüssiger erneuerbarer Energie durch Umwandlung in andere Energieträger, der Neuausrichtung von Industrieprozessen auf eine schwankende Energieversorgung und dem verbesserten Zusammenspiel aller Sektoren des Energiesystems.

Digitalisierung: Basis des Energiesystems von morgen

Digitalisierung und Energiewende hängen eng zusammen. Ein gutes Beispiel sind die sogenannten klugen Stromnetze ("smart grids").

Smart Grids & Smart Meter Technologien helfen, den Energieverbrauch und die Zufuhr intelligent zu steuern. Sie teilen dem Verbraucher mit, wann der Strom am günstigsten ist und offenbaren den Versorgern unser Nutzungsverhalten, damit die wiederum ihr Angebot disponieren können.

In fünf ausgewählten Schaufensterregionen werden bis 2020 Musterlösungen für eine sichere, wirtschaftliche und umweltverträgliche Energieversorgung bei hohen Anteilen fluktuierender regenerativer Stromerzeugung untersucht. Die Bundesregierung fördert dies im Rahmen des Programms "Schaufenster intelligente Energie – Digitale Agenda für die Energiewende" (SINTEG).

Wichtig ist letztlich auch die enge Zusammenarbeit in Europa und die weitere Vernetzung unserer Infrastrukturen sowie der Energiewirtschaft hin zum Energiebinnenmarkt.

Energieeffizientes Bauen und Sanieren

Der Gebäudebestand in Deutschland verbucht für Heizung, Warmwasser und Beleuchtung einen Anteil von 40 Prozent des Gesamtenergieverbrauchs und steht damit derzeit für fast 30 Prozent des gesamten CO2-Ausstoßes. 75 Prozent aller Gebäude wurden errichtet, als es noch keine Vorgaben zum Wärmeschutz gab. Sie sind deswegen wahrscheinlich zum Teil immer noch unsaniert. Die Bundesregierung fördert  mit dem CO2-Gebäudesanierungsprogramm daher nicht nur den energieeffizienten Neubau, sondern die energetische Sanierung von Bestandsgebäuden. Mehr Informationen unter: Internetangebot der KfW

Energieeffizienz im Quartier

Auch die kommunale Ebene muss umdenken. Eine Energieversorgung, die dezentral ausgerichtet ist, muss stärker als bislang gebäudeübergreifend ansetzen. Daher hat die Bundesregierung ein Förderprogramm aufgelegt, das die energetische Entwicklung von Quartieren in den Blick nimmt: Mit dem KfW-Programm "Energetische Stadtsanierung" werden im Quartier umfassende Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz von Gebäuden und der kommunalen Infrastruktur angestoßen.

Tipps für Mieter und Eigentümer:

Das Modellvorhaben Effizienzhaus Plus informiert über das Bauen der Zukunft. Ein bundeseigenes Effizienzhaus Plus in Berlin dient als Informations- und Kompetenzzentrum für zukunftsgerechtes Bauen. Das Haus lädt zum Erleben, Informieren und Mitgestalten rund um das Thema Bauen der Zukunft ein.

Energieausweise: Der Energieausweis macht die energetischen Eigenschaften von Gebäuden transparent. Er ist spätestens zum Zeitpunkt der Besichtigung eines Kauf- beziehungsweise Mietobjekts dem potenziellen Käufer oder Mieter vorzulegen, § 16 Absatz 2 Satz 1 und 4 Energieeinsparverordnung (EnEV).

Internationale Zusammenarbeit für nachhaltige Energie

Eine zukunftsfähige Energieversorgung ist Grundvoraussetzung für wirtschaftliche Entwicklung und mindert nicht nur die Armut. Sie vermeidet gleichzeitig die Abhängigkeit von teuren fossilen Brennstoffen, vor allem von Öl. Sie hilft, die Umwelt zu schonen – vor Ort und weltweit. Deutschland unterstützt darum die Verbreitung von nachhaltigen und dezentralen Technologien der Energiegewinnung und setzt sich für eine effiziente Energieerzeugung und -verwendung ein. Dies trägt sowohl zum Klimaschutz als auch zur Entschärfung des globalen Wettbewerbs um knapper werdende Energierohstoffe bei. Dezentrale Erneuerbare Energiesysteme sind essentiell, um das Nachhaltigkeitsziel 7 zu erreichen.

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung engagiert sich unter anderem für den verbesserten Zugang zu Energie. Es fördert Energievorhaben in mehr als 50 Partnerländern sowie zahlreiche regionale und globale Programme.

Mit dem Programm "Energising Development" wird bis 2021 für mindestens 21 Millionen Menschen Zugang zu moderner und umweltverträglicher Energie geschaffen, insbesondere in Afrika. Dadurch werden jährlich mehr als zwei Millionen Tonnen CO2 vermieden.

Afrika benötigt langfristig tragfähige Energiekonzepte. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert daher in Zusammenarbeit mit afrikanischen Partnerländern die Durchführung von Machbarkeitsstudien zur Entwicklung nachhaltiger Energiekonzepte. Dies bietet deutschen Unternehmen neue Investitionschancen und neue Geschäftsmodelle vor Ort. Die verschiedenen Stakeholder-Gruppen werden hierbei aktiv einbezogen.

Um die Zusammenarbeit im Energiesektor zu einer strategischen Partnerschaft mit den Entwicklungsländern auszubauen, hat die Bundesregierung in den vergangenen Jahren zahlreiche Initiativen gestartet und umfangreiche Finanzmittel zur Verfügung gestellt.

Die "Exportinitiative Energie" des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie unterstützt deutsche Anbieter umweltverträglicher Energielösungen bei der Erschließung von Auslandsmärkten. Der Beitrag zum Klimaschutz ist ein wichtiges Ziel dieser weltweiten Exporte deutscher Technologien und Dienstleistungen im Bereich klimafreundlicher Energietechnologien.