Ziele für nachhaltige Entwicklung

Bezahlbare und saubere Energie

Energie ist eine grundlegende Voraussetzung für wirtschaftliche und soziale Entwicklung. Doch mehr als eine Milliarde Menschen haben keinen Zugang zu elektrischer Energie. Saubere Energiequellen sind ein Schlüsselfaktor für den Umwelt- und Klimaschutz, aber noch immer stammt der Großteil der weltweit erzeugten Energie aus fossilen Energieträgern.

Offshore Windpark Niedersachsen

Offshore Windpark Alpha Ventus ( 45 Kilometer vor Borkum).

Foto: Sebastian Bolesch

Den Zugang zu bezahlbarer, verlässlicher, umweltverträglicher und nachhaltiger Energie für alle zu sichern und so effizient wie möglich mit Ressourcen umzugehen, ist das Fundament eines nachhaltigen Wirtschaftssystems. Das soll durch das von der Staatengemeinschaft in New York verabschiedete Nachhaltigkeitsziel 7 – das SDG 7 – der Agenda 2030 für Nachhaltige Entwicklung erreicht werden.

Energie ist die Grundlage für jedwede menschliche Entwicklung und ein Schlüsselfaktor, um die Ziele der Agenda 2030 zu erreichen.

In Deutschland ist es in den vergangenen Jahrzehnten gelungen, den Energiebedarf bei wachsender Wirtschaftsleistung durch eine effizientere Energieverwendung zu senken und den Anteil der erneuerbaren Energien am Brutto-Endenergieverbrauch deutlich zu steigern. Die Energiewende ist zudem zentraler Bestandteil der deutschen Klimaschutzpolitik und dient damit ebenso den SDGs 13 (Klimaschutz) und 12 (verantwortungsvoller Konsum endlicher Ressourcen wie der fossilen Energieträger).

Das Ziel der nahezu vollständigen Dekarbonisierung der Energiesysteme, insbesondere durch den Fokus auf erneuerbare Energien, Energieeinsparung und größtmögliche Energieeffizienz bis spätestens 2050, ist ein wichtiges Leitbild der nationalen Klima- und Energiepolitik sowie der Energieaußen- und -entwicklungspolitik. Es ist eingebettet in die Europäische Energieunion und ausgerichtet auf einen europäischen Energiebinnenmarkt.

Eines der nationalen Leuchtturmprojekte in diesem Bereich ist der Nationale Aktionsplan Energieeffizienz. Energieeffizienz und der Ausbau erneuerbarer Energien sind mit  dem Netzausbau zentrale Voraussetzungen für das Gelingen der Energiewende. Weitere Impulse zur Erreichung der Energiewende geben das Energieforschungsprogramm und die Innovationspolitik der Bundesregierung.

Weltweit leben heute fast eine Milliarde Menschen ohne Zugang zu einer modernen Energieversorgung. Ein bedarfsgerechter Energiezugang für alle erfordert: Energie in der richtigen Menge, in der richtigen Qualität, zur richtigen Zeit, am richtigen Ort und zu einem bezahlbaren Preis. Bis 2030 wird die globale Energienachfrage weiter dramatisch wachsen, vor allem in Afrika. Die nachhaltige Versorgung dieser Menschen mit sauberer Energie ist der Schlüssel für die Bekämpfung der weltweiten Armut. Sie ist darum wichtiges Ziel der deutschen Entwicklungspolitik.

Ob in den Vereinten Nationen oder im Kreis der G7- und G20-Staaten, also der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer:  Deutschland unterstützt die laufende weltweite Energiewende maßgeblich. Als Gründungsmitglied ist Deutschland treibende Kraft in der IRENA und in der IEA. Aber auch bilateral unterstützt Deutschland durch Energiepartnerschaften besonders die Entwicklungs- und Schwellenländer und kommt seiner globalen Verpflichtung einer fairen Lastenteilung für die energiepolitischen Herausforderungen nach.

Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung

Mit der Verabschiedung der Agenda 2030 in New York wurde 2015 erstmals ein globaler Handlungs- und Orientierungsrahmen für nachhaltige Entwicklung geschaffen.

Die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung

Die 17 globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung der Agenda 2030, die Sustainable Development Goals (SDGs), richten sich an alle: die Regierungen weltweit, aber auch die Zivilgesellschaft, die Privatwirtschaft und die Wissenschaft.

Foto: Bundesregierung

SDG 7 – Zugang zu bezahlbarer, verlässlicher, nachhaltiger und moderner Energie für alle bis zum Jahr 2030 sichern

Wichtige Unterziele von SDG 7 sind, den Anteil erneuerbarer Energie am globalen Energiemix deutlich zu erhöhen, die weltweite Steigerungsrate der Energieeffizienz zu verdoppeln und den Zugang zu Forschung und Technologie für saubere Energie zu erleichtern sowie Investitionen in  Energieinfrastruktur und saubere Energietechnologien zu fördern.

Das SDG 7 ist aber nicht isoliert zu sehen, sondern interagiert direkt mit weiteren Nachhaltigkeitszielen, insbesondere mit den Zielen für Klimaschutz (SDG 13), nachhaltigen Konsum (SDG 12), sowie eine nachhaltige Stadtentwicklung (SDG 11) und Landwirtschaft (SDG 2).

Wo liegen die Herausforderungen und Defizite in Deutschland?

Deutschland hat mit der Energiewende dafür gesorgt, dass heute bereits fast 40 Prozent unserer Elektrizität aus erneuerbaren Quellen produziert werden. In Deutschland endet die Energieversorgung aus Atomenergie im Jahr 2022 und es sind bereits viele umweltbelastende Kohlekraftwerke vom Netz genommen worden. Die angestrebte Abschaltung der verbleibenden Kohlekraftwerke stellt neben dem Energiesystem auch die Wirtschaftsstruktur in den betroffenen Gebieten vor Herausforderungen.

Kohleausstieg und Strukturwandel aktiv gestalten! Die Bundesregierung möchte die Folgen des Ausstiegs aus der Braunkohleverstromung für die betroffenen Regionen sozialverträglich gestalten. Dazu hat das Bundeskabinett im Juni 2018 die Kommission "Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung" eingesetzt.

Der Abschlussbericht der Kommission enthält einen Vorschlag zur schrittweisen Reduzierung der Kohleverstromung in Deutschland. Dieser enthält Meilensteine für das Jahr 2030 und empfiehlt die Beendigung der Kohleverstromung in der zweiten Hälfte der 2030er Jahre. Flankiert werden sollte der Kohleausstieg durch zusätzliche Maßnahmen im Bereich der Energiewirtschaft, darunter auch durch den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien auf einen Anteil von 65 Prozent gemessen am Bruttostromverbrauch im Jahr 2030. Für die von diesem Strukturwandelprozess am meisten betroffenen Regionen werden darüber hinaus Vorschläge für eine nachhaltige und in die Zukunft gerichtete Strukturentwicklungspolitik vorgelegt. Die Bundesregierung prüft die Kommissionsvorschläge. Mehr Infos unter: Kommission.

Eine Herausforderung ist der zu langsame Netzausbau, bei dem die Akzeptanz der von ihm betroffenen Bürgerinnen und Bürger eine zentrale Rolle spielt. Weitere Herausforderungen sind die Senkung des Energieverbrauches und die Energiewende in Gebäuden, im Bereich von Landwirtschaft, Verkehr und Industrie. Dabei kommen der Digitalisierung und Innovationen durch Investitionen in Forschung und neue Technologien eine entscheidende Bedeutung zu. Die Bundesregierung setzt die erforderlichen Rahmenbedingungen, damit der Markthochlauf der E-Mobilität zusammen mit der deutschen Automobilwirtschaft erfolgreich umgesetzt wird.

Konkretisierung der Nachhaltigkeitsziele durch die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie

Die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie ist ein wichtiger Beitrag Deutschlands zur Umsetzung der Agenda 2030. Sie setzt den Rahmen für nachhaltiges Handeln der Bundesregierung. Ihr Herzstück bildet ein Nachhaltigkeitsmanagementsystem, das Ziele mit konkreten Zeitrahmen zur Erfüllung und Indikatoren für ein kontinuierliches Monitoring benennt.

Welche Ziele setzt die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie, um den Zugang zu bezahlbarer, verlässlicher, nachhaltiger und moderner Energie für alle bis zum Jahr 2030 zu sichern?

In Deutschland haben alle Menschen sicheren Zugang zu Energie. Deshalb ist die volle Umsetzung der Energiewende mit den Schwerpunkten der Ressourcenschonung und des konsequenten Ausbaus der erneuerbaren Energien ein festes Ziel. Zur Messung wurden Indikatoren festgelegt.

Ressourcen sollen sparsam und effizient genutzt werden. Hierzu hat sich die Bundesregierung zwei konkrete und messbare Ziele gesetzt:

  • Steigerung der Endenergieproduktivität um 2,1 Prozent pro Jahr im Zeitraum von 2008 bis 2050.
  • Senkung des Primärenergieverbrauchs um 20 Prozent bis 2020 und um 50 Prozent bis 2050 jeweils gegenüber 2008.

Eine zukunftsfähige Energieversorgung soll ausgebaut werden: Hierzu hat sich die Bundesregierung ebenfalls zwei konkrete und messbare Ziele gesetzt:

  • Anstieg des Anteils erneuerbarer Energien am Brutto-Endenergieverbrauch auf 18 Prozent bis 2020, auf 30 Prozent bis 2030 und auf 60 Prozent bis 2050.
  • Anstieg des Anteils des Stroms aus erneuerbaren Energiequellen am Bruttostromverbrauch auf mindestens 35 Prozent bis 2020, auf mindestens 50 Prozent bis 2030 und auf mindestens 80 Prozent bis 2050.

Eine vollständige Überprüfung und gegebenenfalls Weiterentwicklung der Ziele beziehungsweise ihrer Indikatoren erfolgt im Jahr 2020.

Auch die Bundesregierung setzt Nachhaltigkeit im eigenen Handeln durch und berichtet darüber in einem jährlichen Monitoringbericht zum sogenannten "Maßnahmenprogramm Nachhaltigkeit" der Bundesverwaltung. Dort ist in Maßnahme 3 der Ausbau der Nutzung erneuerbarer Energien (Wärmeversorgung) in Bundesgebäuden und in Maßnahme 4 die Erstellung eines energetischen Sanierungsfahrplans für Dienstliegenschaften vorgesehen. Hierdurch will auch die Bundesregierung ihren Teil zur Energiewende beitragen.

Monitoring zeigt den Wandel, aber auch Schwachstellen

Der alle zwei Jahre erscheinende Indikatorenbericht des Statistischen Bundesamtes zeigt, wie sich die Indikatoren der Strategie entwickeln. Die Ergebnisse zu SDG 7 sind einerseits erfreulich, machen zugleich aber auch den Handlungsbedarf deutlich.

In Deutschland ist es in den vergangenen Jahrzehnten gelungen, den Energieverbrauch bei wachsender Wirtschaftsleistung zu senken und den Anteil der erneuerbaren Energien am Brutto-Endenergieverbrauch deutlich zu steigern. Erfreulich ist insbesondere der sprunghaft wachsende Anteil der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch. Gemäß den Festlegungen im Koalitionsvertrag und dem Beschluss des Koalitionsausschusses vom 1. Oktober 2018 wird daher künftig ein Anteil des Stroms aus erneuerbaren Energiequellen am Bruttostromverbrauch von etwa 65 Prozent bis 2030 angestrebt (bisher: 50 Prozent, siehe aktueller Indikator 7.2.b der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie).

Nicht zufriedenstellend ist hingegen der nicht wie angestrebt erreichte Rückgang des Primärenergieverbrauchs. Hier konnte die Energieproduktivität weder in der Wirtschaft noch bei den Gebäuden oder in der Mobilität ausreichend erhöht werden.

Wieso das Nachhaltigkeitsziel 7 uns alle betrifft

Energie aus Primärstoffen wie Kohle oder Erdöl gibt es nicht unendlich und die vorhandenen Ressourcen müssen größtenteils in der Erde verbleiben, wenn die Klimaziele erreicht werden sollen. Außerdem belasten die Treibhausgase aus der Verbrennung fossiler Rohstoffe unser Klima. Deshalb ist auch das individuelle Energiesparen so wichtig. Ob bei der Mobilität, beim Einkauf oder dem Hausbau. Zumal die Konsumentinnen und Konsumenten viel Geld sparen können. Beispiel private Haushalte: Rund 85 Prozent des Energieverbrauchs gehen auf das Konto von Heizung und Warmwasser. Davon verbraucht die Raumwärme, die bisher zu einem Großteil durch Wände, Fenster, Dach oder Türen entweicht, rund drei Viertel. Am meisten Energie – sprich Geld – kann also durch besser gedämmte Häuser gespart werden. Aber auch bei den Haushaltsgeräten kann viel Energie eingespart werden.

TIPP: Informieren Sie sich über Energiesparmöglichkeiten, zum Beispiel durch eine Beratung bei den Verbraucherzentralen. Wissenswertes – vom Stromsparen im Haushalt bis zu den Zuschüssen für energieeffizientes Bauen oder den Energieausweis für Mieter und Käufer von Immobilien - erfahren Sie unter deutschland-machts-effizient.

Energiewende konsequent fortsetzen

Eine Voraussetzung für eine erfolgreiche Energiewende und Klimaschutzpolitik ist ein weiterer zielstrebiger, effizienter, netzsynchroner und verstärkt marktorientierter Ausbau der erneuerbaren Energien. Für ein hochentwickeltes Industrieland wie Deutschland müssen nicht nur die Umweltverträglichkeit und die Versorgungssicherheit gewährleistet werden, sondern auch der jeweilige Energiepreis in den jeweiligen Sektoren wettbewerbsfähig sein. Denn nicht zuletzt davon hängen auch die Arbeitsplätze der Menschen ab.

Es wird das im Koalitionsvertrag verankerte Ziel angestrebt, bis zum Jahr 2030 den Anteil der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch auf etwa 65 Prozent zu steigern. Dabei bedarf es einer besseren Synchronisierung von erneuerbaren Energien und Netzkapazitäten. Der Ausbau Erneuerbarer Energien muss deutlich erhöht werden, auch um den zusätzlichen Strombedarf zum Erreichen der Klimaschutzziele im Verkehr, in Gebäuden und in der Industrie für das Jahr 2030 zu decken.

Vorgesehen sind Sonderausschreibungen in den Jahren 2019 bis 2021. Durch diese sollen Einsparungen von acht bis zehn Millionen Tonnen CO2 erzielt werden, die wiederum zum Klimaschutzziel 2020 beitragen. Hierzu werden in diesem Zeitraum vier Gigawatt Onshore-Windenergie und vier Gigawatt Photovoltaik zusätzlich ausgeschrieben.

Energieeffizienz Schlüssel für Erfolg

Neben dem Ausbau der erneuerbaren Energien ist es wesentlich für den Erfolg der Energiewende, Energie effizienter einzusetzen und einzusparen. Denn Energie, die eingespart wird, muss nicht erzeugt, gespeichert und transportiert werden. Energieeffizienz trägt damit dazu bei, die Kosten der Dekarbonisierung zu senken und die ambitionierten Klimaschutzziele zu erreichen. SDG 7 der Agenda 2030 gibt daher auch das Ziel aus, die weltweite Steigerungsrate der Energieeffizienz zu verdoppeln.

Ziel der Bundesregierung ist es, den Primärenergieverbrauch bis zum Jahr 2050 zu halbieren (im Vergleich zum Jahr 2008). Dafür soll die im Koalitionsvertrag vereinbarte Energieeffizienzstrategie des Bundes 2019 vorgelegt werden. Die Bundesregierung beabsichtigt damit, ein konkretes Maßnahmenpaket für die Dekade 2021-2030 (Nationaler Aktionsplan Energieeffizienz "NAPE" 2.0) auf den Weg zu bringen, mit dem der deutsche Beitrag zum EU-Energieeffizienzziel für das Jahr 2030 erreicht werden soll,

Der Nationale Aktionsplan Energieeffizienz (NAPE): Er bündelt rund 20 neue Maßnahmen sowie weiterführende Arbeitsprozesse zur Förderung von Effizienzinvestitionen, zum Abbau von Investitionshemmnissen und zur Stärkung des Energiedienstleistungsmarkts. Mit dem NAPE werden auch die Anreize für Investitionen in das Energiesparen deutlich verstärkt – hierfür stellt die Bundesregierung bis 2020 rund 17 Milliarden Euro zur Verfügung.

Investitionen in energieeffiziente Technologien sind außerdem Motor für Innovationen "Made in Germany".

Forschung für die Energiewende

Die Energiewende kann nur durch Innovationen gelingen. Deshalb setzt die Bundesregierung auf die Energie- und Klimaforschung. Gemeinsam mit der Wirtschaft und zivilgesellschaftlichen Akteuren will sie beispielsweise die Sektorenkopplung, die Nutzung von Strom für Mobilität und Wärmeversorgung voranbringen, damit die erneuerbaren Energien optimal genutzt und integriert werden können und der Energieverbrauch deutlich gesenkt wird.

Mit dem 7. Energieforschungsprogramm stellt die Bundesregierung von 2018 bis 2022 insgesamt rund 6,4 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung von Zukunftstechnologien zur Verfügung. Das ist eine Steigerung von rund 45 Prozent gegenüber dem Vorläuferprogramm.

Mehr als 180 Hochschulen und 120 außeruniversitäre Forschungseinrichtungen treiben die Forschung für die Energiewende aktuell voran. Ihre Aktivitäten decken den gesamten Forschungsprozess ab, von der Grundlagenforschung über Forschung und Entwicklung mit konkretem Anwendungsbezug bis hin zu Demonstrations- und Pilotanlagen.

In den "Kopernikus-Projekten für die Energiewende" werden gemeinsam von Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft Lösungen für den Umbau des Energiesystems entwickelt. Es ist die größte Forschungsinitiative zur Energiewende in vier Schlüsselbereichen: Der Entwicklung von Stromnetzen, der Speicherung überschüssiger erneuerbarer Energie durch Umwandlung in andere Energieträger, der Neuausrichtung von Industrieprozessen auf eine schwankende Energieversorgung und dem verbesserten Zusammenspiel aller Sektoren des Energiesystems.

Mit dem Rahmenprogramm "Forschung für Nachhaltige Entwicklung" (FONA) stärkt das BMBF bereits seit einigen Jahren den systemischen Blick auf Nachhaltigkeit. Einerseits geschieht das durch eine gezielte Förderung der Grundlagenforschung, zum Beispiel in den Bereichen Klima-, Boden- oder Meeresforschung. Andererseits wird dieses Grundlagenwissen im Rahmen der drei Leitinitiativen "Zukunftsstadt", "Energiewende" und "Green Economy" sowie mithilfe einer transdisziplinären sozialökologischen Forschung konsequent in praxisrelevante Lösungen überführt. Im Laufe dieser Legislaturperiode wird das vierte FONA-Rahmenprogramm starten, mit dem der systemische Blick auf weitere dringende Handlungsfelder wie Mobilität, Digitalisierung und Artenvielfalt ausgeweitet werden soll.

Digitalisierung: Basis des Energiesystems von morgen

Digitalisierung und Energiewende hängen eng zusammen. Ein gutes Beispiel sind die sogenannten klugen Stromnetze ("smart grids").

Smart Grids & Smart Meter Technologien – was versteht man darunter? Das sind Stromnetze, die den Energieverbrauch und die Zufuhr intelligent steuern. Digitale Zähler, die dem Verbraucher mitteilen, wann der Strom am günstigsten ist und den Versorgern unser Nutzungsverhalten offenbaren.

Im Rahmen des Förderprogramms "Schaufenster intelligente Energie – Digitale Agenda für die Energiewende" (SINTEG) werden in fünf ausgewählten Schaufensterregionen bis 2020 Musterlösungen für eine sichere, wirtschaftliche und umweltverträgliche Energieversorgung bei hohen Anteilen fluktuierender regenerativer Stromerzeugung untersucht.

Ziel ist es, die Energieerzeugung und -versorgung sicher, bedarfsgerecht und nachhaltig zu gestalten. Dazu gehört auch die enge Zusammenarbeit in Europa und die weitere Vernetzung unserer Infrastrukturen sowie der Energiewirtschaft hin zum Energiebinnenmarkt.

Energieeffizientes Bauen und Sanieren

Der Gebäudebestand in Deutschland umfasst rund 19 Millionen Wohn- und drei Millionen Nichtwohngebäude. Sie verbuchen für Heizung, Warmwasser und Beleuchtung einen Anteil von 40 Prozent des Gesamtenergieverbrauchs und stehen für fast 30 Prozent des gesamten CO2-Ausstoßes. Zugleich werden in privaten Haushalten rund 85 Prozent des gesamten Energiebedarfs für Heizung und Warmwasser eingesetzt. Das Problem: 75 Prozent aller Gebäude wurden vor der ersten Wärmeschutzverordnung 1978 errichtet und sind zum Teil noch unsaniert. Die Bundesregierung fördert daher im Rahmen des CO2-Gebäudesanierungsprogramms den energieeffizienten Neubau und die energetische Sanierung von Bestandsgebäuden. Mehr Informationen unter: Internetangebot der KfW

Energieeffizienz im Quartier

Der Umbau der Energieversorgung in Deutschland erfordert auch auf kommunaler Ebene ein Umdenken. Eine Energieversorgung, die dezentral ausgerichtet ist, muss stärker als bislang gebäudeübergreifend planen. Daher hat die Bundesregierung im Jahr 2011 ein Förderprogramm aufgelegt, das die energetische Entwicklung von Quartieren in den Blick nimmt: Mit dem KfW-Programm "Energetische Stadtsanierung" werden im Quartier umfassende Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz von Gebäuden und der kommunalen Infrastruktur angestoßen. Damit weitet sich der Fokus vom Einzelgebäude auf das Quartier aus und es können weitere Einsparpotentiale erschlossen werden.

Tipps für Mieter und Eigentümer:

Das Modellvorhaben Effizienzhaus Plus informiert über das Bauen der Zukunft. Seit Ende 2017 dient ein bundeseigenes Effizienzhaus Plus in Berlin als Informations- und Kompetenzzentrum für zukunftsgerechtes Bauen. Das Haus lädt zum Erleben, Informieren und Mitgestalten rund um das Thema Bauen der Zukunft ein.

Energieausweise: Der Energieausweis macht die energetischen Eigenschaften von Gebäuden transparent. Er ist spätestens zum Zeitpunkt der Besichtigung eines Kauf- beziehungsweise Mietobjekts dem potenziellen Käufer oder Mieter vorzulegen, § 16 Absatz 2 Satz 1 und 4 Energieeinsparverordnung (EnEV).

Internationale Zusammenarbeit für nachhaltige Energie

Weltweit leben heute fast eine Milliarde Menschen ohne Zugang zu einer modernen Energieversorgung. Die nachhaltige Versorgung dieser Menschen mit Energie ist ein Schlüssel für die Bekämpfung der weltweiten Armut. Sie ist darum Ziel der deutschen Entwicklungspolitik.

Eine zukunftsfähige Energieversorgung ist Grundvoraussetzung für wirtschaftliche Entwicklung und mindert nicht nur die Armut. Sie vermeidet gleichzeitig die Abhängigkeit von teuren fossilen Brennstoffen, vor allem von Öl. Sie hilft, die Umwelt zu schonen – vor Ort und weltweit. Deutschland unterstützt darum die Verbreitung von nachhaltigen und dezentralen Technologien der Energiegewinnung und setzt sich für eine effiziente Energieerzeugung und -verwendung ein. Dies trägt sowohl zum Klimaschutz als auch zur Entschärfung des globalen Wettbewerbs um knapper werdende Energierohstoffe bei. Dezentrale Erneuerbare Energiesysteme sind essentiell, um das Nachhaltigkeitsziel SDG 7 zu erreichen. Nur wenn bedarfsgerecht erneuerbare Energie auch für die produktive Nutzung zur Verfügung steht, können nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung ermöglicht, Arbeitsplätze geschaffen und zugleich ein Beitrag zur Erreichung der Klimaziele geleistet werden.

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) engagiert sich unter anderem für den verbesserten Zugang zu Energie. Es fördert Energievorhaben in mehr als 50 Partnerländern sowie zahlreiche regionale und globale Programme.

Mit dem Programm "Energising Development" wird bis 2021 für mindestens 21 Millionen Menschen Zugang zu moderner und umweltverträglicher Energie geschaffen, insbesondere in Afrika. Dadurch werden jährlich mehr als 2 Millionen Tonnen CO2 vermieden.

Afrika benötigt langfristig tragfähige Energiekonzepte. Das BMBF fördert daher in Zusammenarbeit mit afrikanischen Partnerländern die Durchführung von Machbarkeitsstudien zur Entwicklung nachhaltiger Energiekonzepte. Dies bietet deutschen Unternehmen neue Investitionschancen und neue Geschäftsmodelle vor Ort. Die verschiedenen Stakeholder-Gruppen werden hierbei aktiv einbezogen.

Um die Zusammenarbeit im Energiesektor zu einer strategischen Partnerschaft mit den Entwicklungsländern auszubauen, hat die Bundesregierung in den vergangenen Jahren zahlreiche Initiativen gestartet und umfangreiche Finanzmittel zur Verfügung gestellt.

Die "Exportinitiative Energie" des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie unterstützt deutsche Anbieter umweltverträglicher Energielösungen bei der Erschließung von Auslandsmärkten. Der Beitrag zum Klimaschutz ist ein wichtiges Ziel dieser weltweiten Exporte deutscher Technologien und Dienstleistungen im Bereich klimafreundlicher Energietechnologien.

Beitrag teilen