Neues Zentrum unterstützt Kommunen bei der Anpassung ans Klima

Junge Frau, gießt Kräuter und Pflanzen auf einem städtischen Dachgarten. Dach, grün, Nachhaltigkeit, Bepflanzung Bepflanzte Dachterrasse in einer Grossstadt.

Bepflanzte Dächer sind ein kleiner Schritt von vielen, mit denen Städte auf den Klimawandel reagieren.

Foto: Getty Images/fotografixx

Individuelle Anpassungskonzepte, darum geht es in der Arbeit des Zentrums mit Kommunen und sozialen Einrichtungen. Es bietet Kompetenzen, Erfahrungen und Wissen und arbeitet eng zusammen mit  lokalen Entscheidungsträgern und Entscheidungsträgerinnen. Auch mehr öffentliche Aufmerksamkeit für das Thema Klimaanpassung soll das Zentrum schaffen. Es ist Teil des Drei-Punkte-Plans zur Klimaanpassung, den Bundesumweltministerium und kommunale Spitzenverbände vereinbart haben.

„Klimafolgen wie Hitzewellen, Dürren und Starkregen sind nicht wegzureden und sind Realität“, ergänzte Burkhard Jung, Präsident des Deutschen Städtetages.

Jede Kommune ist anders betroffen

Die Ministerin betonte, von Extremwetterereignissen und den daraus folgenden Schäden sei jede Kommune anders betroffen. Deshalb komme ihnen eine Schlüsselrolle in der Umsetzung von Klimaanpassungsmaßnahmen zu. „Eine Stadt erlebt immer häufiger Hochwasser, eine andere Gemeinde kämpft mit Wasserknappheit und in der dritten leiden ältere Menschen unter der Hitze der Großstadt. Jede dieser Kommunen soll künftig die Klimaanpassung umsetzen, die zu ihr passt“, sagte sie.

Die Kommunen profitierten doppelt, denn, so Ministerin Schulze: „Begrünte Dächer und Gebäudefassaden, Wasserflächen und verschattete Plätze lindern Hitze, bereichern die Artenvielfalt in der Stadt und steigern die Aufenthaltsqualität.“ Das sichere die ökonomischen Grundlagen und böte einen Mehrwert für die Lebensqualität der gesamten Gesellschaft.

Das Zentrum KlimaAnpassung für die Beratung von Kommunen bündelt Kompetenzen und Erfahrungen, die Kommunen helfen, passende Lösungen für die jeweilige Situation vor Ort zu erhalten. Die Expertinnen und Experten unterstützen als Lotsen den Weg zu klimaangepassten Kommunen.

Bereits heute sind die Folgen des Klimawandels in Deutschland spürbar. Derzeit liegen die Temperaturen hierzulande bereits 1,6 Grad Celsius über dem Referenzwert aus der vorindustriellen Zeit. Die Folgen dieser Erderhitzung haben Auswirkung auf unsere Gesundheit und unseren Wohlstand. Allein in den vergangenen fünfzig Jahren haben sich die extremen Wetterereignisse in Deutschland mehr als verdreifacht. Das bedeutet: extreme Hitze und Trockenheit, Starkregen und Überschwemmungen haben stark zugenommen.

Zahl der Hitzetage hat deutlich zugenommen

Während 1951 im Durchschnitt in Deutschland drei Hitzetage gab, waren es 2018 schon 20. Gleichzeitig ist der Meeresspiegel in den letzten 170 Jahren um 41cm gestiegen (Messstandort Cuxhaven). Diese Extremwetterereignisse führen direkt zu vorzeitigen Todesfällen, aber auch zu massiven Schäden in der Landwirtschaft, an Gebäuden und Infrastruktur und in der Industrie. 

Die Bundesregierung unterstützt Länder und Kommunen

Die Bundesregierung hat viele Maßnahmen ergriffen, um den Treibhausgasausstoß massiv zu verringern und so die Erderwärmung zu stoppen. Doch damit Schäden gering gehalten oder ganz vermieden werden können, sind wirkungsvolle Anpassungsmaßnahmen ebenso dringend erforderlich. Der Bund unterstützt Länder und Kommunen mit Datenmaterial, Förderprogrammen und Beratung.

Das Klimavorsorgeportal der Bundesregierung bietet Kommunen, Ländern, Verbänden aber auch Bürgerinnen und Bürgern Daten und Informationen, sowie diverse Dienste zur zielgerichteten Anpassung an den Klimawandel.  

Neben Extremwetterereignissen wie Starkregen, Dürre und Hitzeperioden hat der Klimawandel auch langsamer eintretende Folgen. Sie beeinflussen die menschliche Gesundheit, die Artenvielfalt, unsere Landwirtschaft, Energie und Industrie. Die Bundesregierung hat deshalb die Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel entwickelt, um die Verletzlichkeit der deutschen Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt zu verringern und die Anpassungsfähigkeit unseres Landes zu steigern. 

Mit der Deutschen Klimaanpassungsstrategie hat die Bundesregierung 2008 den strategischen Rahmen gesetzt, um den Folgen des Klimawandels zu begegnen. Mit Fortschrittsberichten (2015 und 2020) und im Rahmen von Aktionsplänen (alle vier Jahre) wird dieser Rahmen ständig weiterentwickelt, denn Klimaanpassung ist eine Daueraufgabe und die Maßnahmen werden kontinuierlich umgesetzt. Ein Netzwerk aus allen Bundesressorts und von 28 Bundesoberbehörden soll dabei helfen, unsere Gesellschaft langfristig und sozial verträglich gegen die Folgen des Klimawandels zu wappnen.