50 Jahre in Partnerschaft und Freundschaft

Staatspräsident Rivlin in Berlin 50 Jahre in Partnerschaft und Freundschaft

Vor genau 50 Jahren haben Deutschland und Israel diplomatische Beziehungen aufgenommen. Aus diesem Anlass empfing Bundeskanzlerin Merkel Staatspräsident Rivlin im Kanzleramt. Anschließend sprachen beide mit Jugendlichen, die am deutsch-israelischen Jugendkongress teilnahmen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und der israelische Präsident Reuven Rivlin.

Bundeskanzlerin Merkel empfing den israelischen Präsidenten im Kanzleramt.

Foto: Bundesregierung/Kugler

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Israels Präsident Reuven Rivlin sprachen über die deutsch-israelischen Beziehungen und die aktuelle Lage in Israel. Auch der Stand des Nahostkonflikts und die Krisen in der Region waren wichtige Themen.

Zuvor hatte Merkel das Jubiläum des 12. Mai 1965 in einem Grußwort gewürdigt. Merkel schrieb, die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Deutschland und Israel nehme sich vor dem Hintergrund der Schoah wie ein Wunder aus.

Sie erinnerte an die historische Leistung der beiden Staatsmänner David Ben-Gurion und Konrad Adenauer, die dafür gemeinsam den Grundstein gelegt hatten. Die Kanzlerin erwähnte auch die gemeinsamen Regierungskonsultationen sowie die Begegnungen junger Menschen, die die deutsch-israelische Freundschaft mit Leben füllten. Es sei nun daran, "unsere Zukunft zu beiderseitigem Wohl zu gestalten."

Merkel und Rivlin trafen auch mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern des deutsch-israelischen Jugendkongresses zusammen. Im Mittelpunkt ihres Gesprächs standen die Erfahrungen der Jugendlichen im Rahmen von Austauschprogrammen und Freiwilligendiensten.

Der Präsident des Staates Israel, Reuven Rivlin, und seine Frau Nechama Rivlin sind auf Einladung von Bundespräsident Joachim Gauck vom 10. bis 13. Mai zu einem Staatsbesuch in Deutschland. 50 Jahre nach der Aufnahme diplomatischer Beziehungen am 12. Mai 1965 stehen das Jubiläum und das vertrauensvolle Verhältnis Deutschlands zu Israel im Mittelpunkt des Besuchs. Am Dienstagabend (12.5.) fand in der Berliner Philharmonie ein Festakt zum 50. Jahrestag der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Staat Israel statt.

Gauck: Israelis haben Deutschen Vertrauen geschenkt

Am Montagabend (11.Mai) hatte Bundespräsident Gauck zu einem Staatsbankett ins Schloss Bellevue eingeladen. Der Bundespräsident erklärte: "Vor fünfzig Jahren, am 12. Mai 1965, nahmen Israel und die Bundesrepublik Deutschland diplomatische Beziehungen auf. Ich freue mich, diesen Jahrestag gemeinsam mit Ihnen zu feiern."

Er fuhr fort: "Und ich danke Ihnen von Herzen, dass Sie zu uns nach Berlin gekommen sind. Das ist mehr als eine Geste des Vertrauens und der Verbundenheit. Es ist Ausdruck der engen Partnerschaft und Freundschaft, die zwischen unseren beiden Ländern wachsen konnte."

Bundespräsident Gauck führte aus, dass 1965 kaum jemand für möglich gehalten hätte, was sich in den vergangenen fünf Jahrzehnten zwischen Israelis und Deutschen ereignet habe. Chaim Herzog, der als erstes israelisches Staatsoberhaupt die Bundesrepublik besuchte, habe dafür das richtige Wort gefunden: Es sei ein Wunder, dass sich nach der Schoah Versöhnung und Verständigung entwickeln konnten. Möglich sei dieses Wunder geworden durch das Vertrauen, das die Israelis uns Deutschen geschenkt hätten. Und: "Wir haben dieses Geschenk voller Dankbarkeit und Demut angenommen, zunächst im Westen, später dann, nach der Friedlichen Revolution, auch im Osten."

Moralische Verpflichtung gegenüber dem jüdischen Volk

Der Bundespräsident machte deutlich, dass "unsere normalen Beziehungen auf immer besondere Beziehungen bleiben" sollen. Denn: "Israel und Deutschland sind durch die Erinnerung an die Schoah miteinander verbunden. Wir Deutschen sind uns unserer moralischen Verpflichtung gegenüber dem jüdischen Volk und dem Staat Israel bewusst, und wir werden nicht zulassen, dass dieses Bewusstsein verblasst. Was unsere beiden Länder darüber hinaus verbindet, sind die Werte, für die wir stehen."

Bundesministerin von der Leyen in Israel

Zeitgleich zum Besuch von Präsident Rivlin in Deutschland ist Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen in Israel zu Gast. Dort hatte sie die Fregatte Karlsruhe in Haifa besucht und mit ihrem israelischen Amtskollegen Mosche Jaalon erste Gespräche geführt.

Am Dienstag (12.Mai) legte von der Leyen an der Gedenkstätte Yad Vashem einen Kranz nieder. Bei dem anschließenden Treffen mit Ministerpräsident Netanjahu standen sicherheitspolitische Aspekte, aber auch der israelisch-palästinensische Friedensprozess im Vordergrund.

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