Nur offene Märkte sichern Ernährung für alle

Sondersitzung der G7-Agrarminister Nur offene Märkte sichern Ernährung für alle

Angesichts der Folgen des Kriegs in der Ukraine für die Agrarweltmärkte haben sich die G7-Agrarministerinnen und -minister bei einer Sondersitzung auf offene Märkte für Getreide und andere Agrarprodukte verständigt. So sollen etwa Ausfuhrverbote verhindert und die Märkte für landwirtschaftliche Erzeugnisse genau beobachtet werden. Hilfsorganisationen werden unterstützt weiterhin Getreide zu beschaffen und zu verteilen.

Foto zeigt Özdemir

Der russische Angriffskrieg führt weltweit zu stark steigenden Preisen für Getreide. Das bringt Probleme vor allem für Entwicklungs- und Schwellenländer, betonte Bundeslandwirtschaftsminister Özdemir. 

Foto: Getty Images/Photothek/Thomas Trutschel

Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir resümierte das Treffen: „Die G7-Staaten erklären sich absolut solidarisch mit der Ukraine, Hilfe ist unsere oberste Maxime. Gleichzeitig sehen wir, dass viele Länder Schwierigkeiten bekommen, sich mit Agrarrohstoffen zu versorgen – das bedroht in Teilen der Welt die Versorgung mit Nahrungsmitteln. Umso wichtiger ist es, dass wir die Märkte weltweit offenhalten und nicht etwa durch Exportbeschränkungen behindern – wir G7-Staaten werden dafür alles in unserer Macht Stehende tun.“

In vielen Regionen der Welt seien Hungersnöte schon jetzt an der Tagesordnung, ausgelöst durch Folgen der Klimakrisen und gewalttätige Konflikte. Wichtig sei deshalb, die eine Krise nicht gegen die andere auszuspielen, betone Özdemir.

Der russische Angriffskrieg führt weltweit zu stark steigenden Preisen für Getreide, vor allem für Weizen und Mais. Das bringt Probleme vor allem für Entwicklungs- und Schwellenländer, die Nahrungsmittel importieren. Auch die Kosten für Tierfutter und Düngemittel steigen.

Das Abschlussstatement in Kürze

Die G7-Agrarministerinnen und -minister einigten sich darauf:

  • Die russischen Aggressionen gegen die territoriale Integrität und Souveränität der Ukraine zu verurteilen.
  • Absolut solidarisch an der Seite der Ukraine zu stehen.
  • Die Ernährung in der Ukraine sicherzustellen und die ukrainischen Landwirte dabei zu unterstützen, ausreichend Lebensmittel zu produzieren.
  • Zusammenzuarbeiten, um Transportprobleme für Lebensmittel oder die Rohstoffproduktion zu lösen.
  • Alle restriktiven Signale und Maßnahmen, die Exporte beschränken und zu weiterer Preissteigerung führen, zu vermeiden.
  • Alle Länder aufzufordern, ihre Lebensmittel- und Agrarmärkte offen zu halten.
  • Künstlich überhöhte Preise nicht zu dulden und gegen jedes spekulative Verhalten, das die Ernährungssicherheit gefährdet, vorzugehen.
  • Eine engmaschige Beobachtung der Agrarmärkte zu vereinbaren und das Marktinformationssystem AMIS zu stärken.
  • In dieser Krise ihre Klima- und Umweltverpflichtungen und die Ziele der nachhaltigen Entwicklung weiter zu verfolgen.
  • Die gemeinsame Kooperation innerhalb der G7 mit internationalen Organisationen und Finanzinstitutionen fortzusetzen, um die globale Ernährung sicherzustellen, auch mit humanitärer Hilfe.
  • Zu erklären, dass sie zusammenstehen mit den Partnern, und solidarisch mit der Regierung und den Menschen in der Ukraine.

Zu dem virtuellen Treffen hatte der Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, Cem Özdemir, eingeladen. Deutschland hat in diesem Jahr den Vorsitz der G7-Präsidentschaft. Der ukrainische Landwirtschaftsminister Roman Leschtschenko war ebenfalls zugeschaltet, wie auch diverse internationale Organisationen.

Das Abschlussdokument der G7-Sondersitzung finden Sie hier.