Fortschritt durch Forschung

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Wissenschaftsstandort Deutschland Fortschritt durch Forschung

Forschung und Innovation sind der Motor, der den Fortschritt antreibt. Um Wohlstand, Lebensqualität, sozialen Zusammenhalt und eine nachhaltige Gesellschaft zu sichern, setzt die Bundesregierung auf eine starke Forschungslandschaft. Bis 2025 soll dafür der Anteil der gesamtstaatlichen Ausgaben für Forschung und Entwicklung auf 3,5 Prozent des BIP steigen.

zwei Wissenschaftler schauen sich ein Reagenzglas an

Eine starke Forschungslandschaft ist die Basis für Fortschritt.

Foto: Carl von Ossietzky Universität Oldenburg

Deutschland ist ein Innovationsland mit einer starken Wissenschafts- und Forschungslandschaft. Ziel der Bundesregierung ist es, daran anzuknüpfen und neue Impulse für eine technologische, digitale, soziale und nachhaltige Innovationskraft zu setzen. Als „Herz des Wissenschaftssystems“ werden Universitäten und Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW) gestärkt. Dazu fördert und beschleunigt die Bundesregierung Innovation und Transfer von der Grundlagenforschung bis in die Anwendung. Um den Wissenschaftsstandort Deutschland kreativer, exzellenter und wettbewerbsfähiger zu machen, setzt die Bundesregierung auf europäische und internationale Vernetzung und Synergieeffekte. Geschlechtergerechtigkeit und Vielfalt in all ihren Dimensionen sind hierbei Qualitätsmerkmale und Wettbewerbsfaktoren im Wissenschaftssystem.

Zukunftsstrategie Forschung und Innovation

Bildung, Forschung und Innovation sind von zentraler Bedeutung für die Zukunft Deutschlands. Sie sind die Grundlage für wirtschaftlichen, sozialen und technologischen Fortschritt. Für die Lösungen der großen gesellschaftlichen Herausforderungen benötigt Deutschland eine starke Wissenschafts- und Forschungspolitik.

Als Nachfolgeinstrument der vorausgegangenen „Hightechstrategie 2025“ definiert die am 8. Februar 2023 von der Bundesregierung beschlossene „Zukunftsstrategie Forschung und Innovation“ die Ziele, Meilensteine und Prioritäten der Forschungs- und Innovationspolitik in Deutschland: wettbewerbsfähige Industrie, Klimaschutz, Gesundheit und Resilienz der Gesellschaft. Der Strategie liegt ein ganzheitliches Innovationsverständnis zugrunde. Dieses umfasst eine große Bandbreite an Neuerungen, wie zum Beispiel technologische und soziale Innovationen sowie neue Geschäftsmodelle. Damit sollen Lebensqualität und Wohlstand gesichert werden und erhalten bleiben.

Dazu hat die Bundesregierung sechs zentrale Zukunftsfelder identifiziert:

  1. Moderne Technologien für eine wettbewerbsfähige und klimaneutrale Industrie, die Sicherstellung sauberer Energiegewinnung und -versorgung sowie nachhaltige Mobilität
  2. Klima, Klimafolgen, Biodiversität, Nachhaltigkeit, Erdsystem und entsprechende Anpassungsstrategien, sowie nachhaltiges Landwirtschafts- und Ernährungssystem
  3. Ein vorsorgendes, krisenfestes und modernes Gesundheitssystem, welches die Chancen biotechnologischer und medizinischer Verfahren nutzt
  4. Technologische Souveränität und die Potenziale der Digitalisierung, zum Beispiel in Künstlicher Intelligenz und Quantentechnologie, für datenbasierte Lösungen
  5. Erforschung von Weltraum und Meeren und Schaffung nachhaltiger Nutzungsmöglichkeiten
  6. Gesellschaftliche Resilienz, Geschlechtergerechtigkeit, Zusammenhalt, Demokratie und Frieden.

Um die Ziele der Zukunftsstrategie praktisch umzusetzen, sollen sogenannte „Missionsteams“ den fachlichen Austausch über Ressortgrenzen hinweg ermöglichen. Diesen neuen Ansatz flankiert auch das „Forum #Zukunftstrategie“. Dessen Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft werden die Missionsteams beraten und unterstützen.

Damit trägt die Bundesregierung zur Bewältigung der gesellschaftlichen und globalen Herausforderungen bei und übernimmt Verantwortung gegenüber zukünftigen Generationen.

Innovation und Transfer

Innovationen stärken sowohl den Wirtschaftsstandort Deutschland wie auch die gesamtgesellschaftliche Entwicklung. Die Stärke der Innovationskraft liegt dabei in den Regionen. Ziel der Bundesregierung ist die Stärkung anwendungsorientierter Forschung und Transfernetzwerke. Denn neues Wissen aus der Forschung und innovative Ideen müssen schneller in die Anwendung kommen

Hier setzt die Deutsche Agentur für Transfer und Innovation – DATI an. Diese noch in der Gründung befindliche Agentur soll neue Transfernetzwerke und Partnerschaften mit anderen Wissenschaftseinrichtungen, Unternehmen, zivilgesellschaftlichen Akteuren oder der öffentlichen Verwaltung auf- und ausbauen.

Die DATI wird soziale und technologische Innovationen insbesondere an den Hochschulen für Angewandte Wissenschaften, kleinen und mittleren Universitäten in Zusammenarbeit unter anderem mit Startups, kleinen und mittelgroßen Unternehmen sowie sozialen und öffentlichen Organisationen ausbauen und fördern. Künftiger Sitz der DATI wird Erfurt sein.

Darüber hinaus hat Deutschland die Chance, zum international führenden Biotechnologie-Standort zu werden. Dies wurde bereits im Zuge der Corona-Pandemie sichtbar. Durch den ersten mRNA-Impfstoff aus Mainz hat Forschung „made in Germany“ weltweite Sichtbarkeit erlangt. Damit ist eine Leitfunktion für die wissenschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung der Biotechnologie verbunden.

Der Wissenstransfer von Forschung in die Wirtschaft spielt eine zentrale Rolle. Daher wird die Bundesregierung Ausgründungen vorantreiben und dafür den Hochschulen Mittel des Bundes zur Schaffung einer Gründungsinfrastruktur für technologisches wie soziales Unternehmertum bereitstellen.

Die Bundesregierung wird Plattformen fördern, die nicht verwertete Patente dem Markt bekannt und zugänglich macht. Dazu wurde Dezember 2019 wurde die Agentur für Sprunginnovationen – SPRIND in Leipzig gegründet. Die Agentur ist ein flexibles und schnelles staatliches Förderinstrument, um innovative Ideen zu identifizieren und deren Entwicklung zu unterstützen und zu beschleunigen.

Damit SPRIND künftig freier agieren und investieren kann, sind mit dem „SPRIND-Freiheitsgesetz“ die rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen substanziell verbessert worden. Die Agentur kann nun beispielsweise ohne den Bund als Zwischeninstanz fördern und investieren. Das bedeutet: weniger bürokratische Hürden und mehr Freiheiten, um Sprunginnovationen schneller zum Durchbruch zu verhelfen.

Rahmenbedingungen für Hochschule, Wissenschaft und Forschung

Universitäten und Hochschulen für angewandte Wissenschaften sind das Rückgrat der deutschen Wissenschaftslandschaft. Die Bundesregierung wird diese stärken.

Konkret ist u.a. geplant, den „Zukunftsvertrag Studium und Lehre stärken“ analog zum Pakt für Forschung und Innovation zu dynamisieren, die Stiftung Innovation in der Hochschullehre weiterzuentwickeln sowie das Professorinnenprogramm zu stärken und die Laufzeit bis 2030 zu verlängern.     

Arbeitsbedingungen in der Wissenschaft

Gute Wissenschaft braucht verlässliche Arbeitsbedingungen. Dafür setzt sich die Bundesregierung auf vielfältige Weise und mit unterschiedlichen Programmen und Initiativen ein.

So bildet insbesondere das Wissenschaftszeitvertragsgesetz (WissZeitVG) seit 2007 den rechtlichen Rahmen für befristete Arbeitsverträge an deutschen Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Insbesondere regelt es, welche Voraussetzungen für das wissenschaftliche und künstlerische Personal erfüllt sein müssen und wo die Grenzen der Befristung sind. Gerade in der Phase der wissenschaftlichen Qualifizierung sollen Befristungen dazu beitragen, die Chancen junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler jeder Generation zu wahren, für eine begrenzte Zeit im Hochschul- oder Forschungsbereich tätig zu sein (Rotationsprinzip).

Die Bundesregierung behält die Befristungspraxis im deutschen Wissenschaftssystem fortlaufend im Blick, um Reformbedarf möglichst früh zu erkennen und auf Fehlentwicklungen angemessen reagieren zu können. Deshalb hat sich die Bundesregierung zum Ziel gesetzt, das Wissenschaftszeitvertragsgesetz zu reformieren. Basis ist eine Evaluation, deren Ergebnisse im Mai 2022 vorgestellt wurden. 

Internationale Hochschulkooperationen

Die internationale Kooperation hat enorme Bedeutung und daher einen hohen Stellenwert in der Wissenschaftspolitik. Die Bundesregierung wird sich deshalb für Wissenschaftsfreiheit im In- und Ausland sowie Weiterentwicklung der die Internationalisierungsstrategie einsetzen. So sollen die europäischen Hochschulnetzwerke mit weiteren Standorten und digital ausgebaut sowie die Bologna-Kooperationen mit Nachbarländern vertieft werden. Um für internationale Talente attraktiv zu sein, wird die Bundesregierung administrative Hürden abbauen und mit einer Plattform die Rekrutierung von internationalen Spitzen-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftlern unterstützen.

Nationale Wasserstoffstrategie

Eine Energieinfrastruktur für erneuerbaren Strom und Wasserstoff ist eine Voraussetzung für die europäische Handlungsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit im 21. Jahrhundert. Um den Ausbau erneuerbarer Energien massiv zu beschleunigen, wird die Bundesregierung die im Juni 2020 beschlossene „Nationale Wasserstoffstrategie“ fortschreiben. Denn auch wenn Deutschland noch weiterhin auf Energieimporte angewiesen sein wird, gilt es, die Abhängigkeit von Lieferanten fossiler Energieträger wie Erdgas, Erdöl, Kohle zu beenden. Wasserstoff ermöglicht es, grüne Energie aus sonnen- und windreichen Weltregionen zu importieren. Damit können wir gleichzeitig unsere Energieimporte diversifizieren.

Technologien rund um den „Grünen Wasserstoff“ sind daher von höchster Bedeutung für die Zukunftsfähigkeit des Industriestandortes Deutschland. Die Nationale Wasserstoffstrategie zeigt, wie Deutschland mithilfe von Grünem Wasserstoff in Industrie, Verkehr und Energiesystem seine Wettbewerbsfähigkeit erhalten, die Klimaschutzziele erreichen und neue Märkte erschließen kann.

Die Nationale Wasserstoffstrategie verzahnt Klima-, Energie-, Industrie- und Innovationspolitik. Deutschland soll so zu einem globalen Vorreiter bei Grünem Wasserstoff werden und langfristig die Marktführerschaft bei Wasserstofftechnologien erlangen und diese zu sichern.