Bewegendes Gedenken an die Opfer der Flutkatastrophe

Ökumenischer Gottesdienst in Aachen Bewegendes Gedenken an die Opfer der Flutkatastrophe

Im Aachener Dom wurde am Samstag mit einem ökumenischen Gottesdienst an die Flutopfer erinnert. Auch Bundespräsident Steinmeier und Kanzlerin Merkel nahmen teil. Merkel wird in der nächsten Woche erneut in die Region reisen, um sich ein Bild von den Folgen der Flut und dem Wiederaufbau zu machen.

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Video „Wir hören Sie. Wir vergessen Sie nicht“

Zerstörte Häuser, Straßen, Brücken und Schulen – im Juli trafen schwere Unwetter vor allem den Westen Deutschlands. Mehr als 180 Menschen starben, hunderte wurden verletzt. Viele verloren ihr Hab und Gut. Mit einem ökumenischen Gottesdienst im Aachener Dom haben die großen Kirchen am Samstag der Opfer der Flutkatastrophe gedacht. Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Bundeskanzlerin Angela Merkel waren nach Aachen gekommen.

„Heute, an diesem Tag, trauern wir gemeinsam und vereint. Wir fühlen mit Ihnen, die so schwer getroffen sind“, betonte der Bundespräsident in seiner Rede im Anschluss an den Gottesdienst. Steinmeier versicherte den Betroffenen: „Sie sind nicht allein. Wir hören Sie. Wir vergessen Sie nicht.“

Neben dem Bundespräsidenten und der Kanzlerin nahmen Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble, Bundesratspräsident Reiner Haselhoff und der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Stephan Harbarth, am Gottesdienst teil. Ebenfalls anwesend waren die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer, und der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet. Die beiden Bundesländer hatte das Unwetter besonders getroffen. 

Gemeinsame Trauer mit den europäischen Nachbarn

Mit der Wahl Aachens als Gedenkort sollte daran erinnert werden, dass auch angrenzende Regionen in Belgien, Luxemburg und den Niederlanden schwer von der Katastrophe getroffen wurden. „Als Europäer trauern wir gemeinsam und wir stehen zusammen in der Stunde der Not“, sagte Bundespräsident Steinmeier.

Das Bild zeigt Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, Bischof Georg Bätzing sowie Erzpriester Radu Constantin Miron vor dem Altar

Zelebrierten den Gottesdienst: Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, Bischof Georg Bätzing sowie Erzpriester Radu Constantin Miron.

Foto: Bundesregierung/Kugler

Gestaltet wurde der Gottesdienst von Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, dem Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland, dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz Bischof Georg Bätzing sowie Erzpriester Radu Constantin Miron, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland. Auch Vertreter jüdischen und muslimischen Glaubens nahmen am Gottesdienst teil.

„Die Flutkatastrophe hat Menschenleben ausgelöscht und Existenzen zerstört. Die vielen Toten, die Trauernden und alle, die jetzt vor den Trümmern ihrer Existenz stehen, sollen nicht vergessen sein“, sagte Landesbischof Bedford-Strohm. Bischof Bätzing betonte in seiner Predigt: „Trauer um die verlorenen Menschen braucht Zeit, und es braucht unfassbar viel Kraft für Wiederaufbau und Neubeginn.“ Tröstlich seien „Hände, die Halt geben, Hände, die Menschen aus ihren Häusern gerettet haben, Hände, die festhalten und umarmen, wenn Tränen fließen, Hände, die zupacken, Schutt und Dreck wegräumen“, so Bätzing.

Anfang September wird Kanzlerin Angela Merkel erneut in die vom Hochwasser betroffenen Gebieten reisen, um sich vor Ort ein Bild von den Folgen der Flutkatastrophe und den laufenden Wiederaufbauarbeiten zu machen.