Gedenken an Widerstand gegen die nationalsozialistische Gewaltherrschaft

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20. Juli 1944 Gedenken an Widerstand gegen die nationalsozialistische Gewaltherrschaft

Die Bundesregierung hat mit einer Gedenkstunde an den Widerstand vom 20. Juli 1944 erinnert. Vor 79 Jahren versuchte die Gruppe um Claus von Stauffenberg durch ein Attentat auf Hitler, das nationalsozialistische Regime zu stürzen. Kanzler Scholz: „Ihr Vermächtnis erinnert uns: Es ist und bleibt eine wichtige Aufgabe, unsere Freiheit und Demokratie zu schützen.“

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Gedenken an den 20. Juli 1944 im Bendlerblock

Gedenkveranstaltung im Bendlerblock: Dankbarkeit und Anerkennung für den Widerstand vom 20. Juli 1944.

Foto: Bundeswehr/Jessica Schlag

Verteidigungsminister Boris Pistorius hat im Gedenken an den Widerstand vom 20. Juli 1944 einen Kranz im Bendlerblock in Berlin niedergelegt – an dem Ort, an dem Claus Schenk Graf von Stauffenberg und weitere Angehörige seiner Widerstandsgruppe gegen den Nationalsozialismus erschossen wurden.

Bundeskanzler Olaf Scholz erklärte, das Hitler-Attentat von Stauffenberg und seinen Unterstützerinnen und Unterstützern sei als Aufstand des Gewissens in die Geschichte eingegangen. „Wir denken heute, 79 Jahre später, voller Bewunderung an den Mut dieser Männer und Frauen“, so der Kanzler. „Viele von ihnen bezahlten mit ihrem Leben. Ihr Vermächtnis erinnert uns: Es ist und bleibt eine wichtige Aufgabe, unsere Freiheit und Demokratie zu schützen.“

Um Claus Schenk Graf von Stauffenberg hatte sich eine Widerstandsgruppe von Militärs und hochrangigen Beamten gebildet, um die nationalsozialistische Gewaltherrschaft und den Zweiten Weltkrieg zu beenden. Das Attentat auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944 scheiterte – und damit auch der Umsturz. Noch in der Nacht wurden Stauffenberg und weitere Angehörige der Gruppe ermordet. In den Tagen und Monaten darauf ließen die Nationalsozialisten tausende weitere Widerstandskämpfer verhaften. Viele von ihnen wurden ebenfalls hingerichtet. Familienangehörige der Beteiligten wurden in „Sippenhaft“ genommen.

Respekt und Anerkennung

Für die Widerstandsgruppe vom 20. Juli 1944 drückte Verteidigungsminister Pistorius tiefe Anerkennung und Dankbarkeit aus. „Sie sind damals ihrem Gewissen gefolgt und haben sich mutig und entschlossen gegen das Unrecht gestellt“, sagte Pistorius bei der Gedenkveranstaltung im Ehrenhof des Bendlerblocks. Er wies zudem auf das öffentliche Gelöbnis hin, mit dem die Bundeswehr jedes Jahr im Gedenken an den Widerstand gegen das nationalsozialistische Gewaltregime ihr Traditionsverständnis deutlich macht.

Fotoreihe: Gedenken an den 20. Juli 1944

Wachsamkeit und Engagement gefragt

Pistorius betonte, dass Freiheit, Sicherheit und Demokratie jeden Tag aufs Neue verteidigt werden müssten. Er appellierte an die Aufmerksamkeit und das Engagement jeder und jedes Einzelnen: „Alle Demokratinnen und Demokraten müssen immer wieder neu für ihre Werte einstehen. Unsere Sicherheit und unsere Freiheit, unsere demokratische und offene Gesellschaft sind keine Selbstverständlichkeit, sondern kostbarstes Gut, in das wir immer wieder investieren müssen.“

Der Bundesverteidigungsminister zeigte sich besorgt angesichts der wachsenden Zahl rassistisch-motivierter, extremistischer und antisemitischer Straftaten in Deutschland: „Hass, Hetze und Gewalt nehmen demokratiegefährdende Ausmaße an“, sagte er und nannte als Beispiel Fälle, in denen Menchen sich nicht mehr trauen, ein Mandat oder Ehrenamt anzunehmen. Pistorius rief dazu auf, entschlossen und durchsetzungsstark zu agieren. „Wir müssen klare Kante zeigen gegen jede Form des Extremismus und unsere Wehrhaftigkeit stärken.“

Gedenkveranstaltung mit weiteren Verfassungsorganen

Neben der Bundesregierung waren weitere Verfassungsorgane des Bundes bei der Gedenkveranstaltung vertreten. Für den Bundestag nahm dessen Vizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt teil und für das Bundesverfassungsgericht der Verfassungsrichter Martin Eifert. Als Mitglieder der Bundesregierung waren außerdem Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger sowie Bundesumweltministerin Steffi Lemke anwesend. Weiterhin hielt der Regierende Bürgermeister von Berlin, Kai Wegner, ein Grußwort und Valerie Riedesel Freifrau zu Eisenbach, die Kuratoriumsvorsitzende der Stiftung 20. Juli 1944, hielt das Totengedenken.