Erneuerbare-Energien-Gesetzes 2017

Förderung steuern, Kosten senken

Es gibt immer mehr Windräder, Photovoltaik- und Biomasse-Anlagen. Längst hat die Branche ihre Nische verlassen und ist im Markt angekommen. Während sie noch vor ein paar Jahren mit 17 Prozent zum Strommarkt beitrugen, hat sich der Anteil bis Ende 2017 mit gut 33 Prozent fast verdoppelt.

Solaranlage auf einem Feld vor einer Biogasanlage

Die Vergütung für erneuerbaren Strom wird durch Ausschreibungen am Markt ermittelt.

Foto: istock/Getty Images/fotojog

Die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes 2017 trägt dieser Entwicklung Rechnung. Die Vergütung von erneuerbarem Strom wird nunmehr nicht wie bisher staatlich festgelegt, sondern durch Ausschreibungen am Markt ermittelt. Das heißt: Die Anträge für PV-Photovoltaik-Anlagen, Windräder oder Biogas-Anlagen, die mit der geringsten Förderung auskommen werden, erhalten den Zuschlag. Das senkt die Kosten für den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien.

Neues Verfahren senkt Kosten

Alle Verbraucher beteiligen sich an den Kosten für den Ausbau der erneuerbaren Energien - über die Umlage. Das war richtig, denn sie sind ja auch die Nutzer. Doch mit der Festpreisvergütung drohte die Umlage zu einer zu hohen Belastung für die Bürgerinnen und Bürger zu werden. Deshalb entschied die Bundesregierung, das Vergütungssystem umzustellen.

Bürger-Energie-Genossenschaften genießen Bevorzugung

Für Bürger-Energie-Genossenschaften gibt es eine erleichterte Teilnahme an den Ausschreibungen. Bei der Bewerbung müssen sie keine imissionsschutzrechtliche Genehmigung vorlegen. Dadurch sparen sie hohe Vorlaufkosten für ihre Projekte. Damit will die Bundesregierung bürgerschaftliches Engagement bei der Energiewende besonders honorieren.

Erneuerbare mit den Netzen besser in Einklang bringen

Strom aus Anlagen für erneuerbare Energien entsteht nicht immer dort, wo Stromnetze sind, die ihn transportieren können. Das EEG reagiert darauf: Zwar herrschen in Norddeutschland für Windenergie die besten Bedingungen, andererseits hat es bislang dort kein so großer Bedarf an Stromnetzen gegeben. Die fehlen nun aber für den Transport. zu den Abnehmern. Deshalb wird in den Regionen, in denen es Netzengpässe gibt, der Zubau von Windrädern erst einmal begrenzt auf 58 Prozent des Durchschnitts der letzten drei Jahre. Ziel ist es, die Stromnetze vor Überforderung zu schützen. Diese Regelung wird alle zwei Jahre überprüft.

Aber auch die Windenergie an sich ist viel stärker gewachsen als bei der Konzipierung des Vergütungssystems angenommen. Deshalb hat die Bundesregierung eine einmalige Kürzung um 5 Prozent beschlossen. Eine schärfere Kürzung behält sich die Bundesregierung vor, wenn nötig. Auch für die anderen erneuerbaren Energien sieht das EEG 2017 vor, den Ausbau der erneuerbaren Energien besser in Einklang mit demdeutschDie Ausschreibungen für die verschiedenen Energien

Windenergie: 2.800 Megawatt pro Jahr werden für Windenergie an Land in den Jahren 2017 bis 2019 ausgeschrieben, ab 2020 dann 2.900 Megawatt pro Jahr. Die Windenergie auf See wird das Ausbauziel für 2020 übertreffen. Daher wird ihr Zubau ab dem Jahr 2021 jährlich 750 Megawatt betragen, für eine gleichmäßige Entwicklung bis zum Ziel von 15 Gigawatt im Jahr 2030.

Sonnenenergie: Es werden Solaranlagen mit einer Leistung von 600 Megawatt jährlich ausgeschrieben. Kleine Anlagen auf Dächern bis zu einer Leistung von 750 Kilowatt sind davon ausgenommen und werden wie bisher gefördert. Insgesamt gibt es weiterhin einen Zuwachs von 2.500 Megawatt Zuwachs pro Jahr. Der Zuwachs bei diesem Energieträger wird ausnahmsweise nicht beschränkt.

Biomasse: Für die Biomasse sieht das Gesetz vor, jährlich 150 Megawatt auszuschreiben. In den Jahren 2020 bis 2022 wird die Ausschreibungsmenge auf jährlich 200 Megawatt steigen. Teilnehmen können an den Ausschreibungen neben Neuanlagen auch Bestandsanlagen.

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