Technologische Souveränität und Klimaschutz im Fokus

Fragen und Antworten zum Rahmenprogramm Mikroelektronik Technologische Souveränität und Klimaschutz im Fokus

Die technologische Souveränität Deutschlands zu stärken und zugleich einen deutlich sichtbaren Beitrag zum Klimaschutz zu leisten, ist das Ziel des Rahmenprogramms Mikroelektronik. Es wurde am Mittwoch vom Kabinett beschlossen - mit einer Förderung von 400 Millionen Euro.

Eine Mikrochip-Oberfläche.

Eine Mikrochip-Oberfläche: Im Alltag nutzen wir Mikroelektronik vor allem in Smartphones.

Foto: imago images/blickwinkel

Wo nutzen wir Mikroelektronik?

Bewusst nutzen wir Mikroelektronik in Smartphones und anderen Alltagsgeräten. Sie ist aber zentral für noch viel mehr Anwendungen der Digitalisierung, als es uns bewusst sein mag: sei es in der Industrie, in Transport und Verkehr, in der Kommunikation oder in der Medizintechnik. Damit ist Mikroelektronik zum ständigen Begleiter geworden. Wer die Mikroelektronik gestalten kann, bestimmt auch die Fähigkeiten dieser digitalen Systeme.

Deutschland ist Innovationsland und will das auch bleiben. Dafür müssen sich Deutschland und die Europäische Union bei Schlüsseltechnologien im internationalen Wettbewerb behaupten und technologisch souverän werden. Technologische Souveränität heißt: Wir können Technologien wie die Mikroelektronik aus eigener Kompetenz gestalten oder mitgestalten und auf Augenhöhe mit anderen kooperieren.

Wie kann das Rahmenprogramm dabei unterstützen?

Mit diesem Rahmenprogramm stärkt die Bundesregierung die technologische Souveränität in der Mikroelektronik. Wir brauchen dafür forschungsstarke Unternehmen: nicht nur Großunternehmen, sondern auch die Breite der kleinen und mittelständischen Unternehmen. Wir brauchen das entsprechende Know-how in unseren Forschungsinstituten und Universitäten. Und wir brauchen wissenschaftlich ausgebildete Fachkräfte, die die fortschrittlichsten Chips entwerfen können. Das alles leistet die Forschungsförderung. Für die Laufzeit von 2021 bis 2024 werden dafür 400 Millionen Euro aus dem Etat des Bundesministeriums für Bildung und Forschung bereitgestellt.

Wie kann Deutschland technologische Souveränität erreichen?

Deutsche technologische Souveränität gelingt nur als europäische technologische Souveränität. Um unsere Vorstellungen an den Weltmärkten durchzusetzen, brauchen wir die regulatorische und die Nachfrage-Macht des EU-Binnenmarkts. Deswegen ist die Förderung europäischer Kooperationen im Programm eng verzahnt mit der nationalen Förderung.

Aber: Know-how alleine reicht noch nicht. Wir brauchen auch eine eigene wirtschaftliche Elektronik-Fertigung in Deutschland. Denn wenn die Produktion abwandert, wandert früher oder später auch die Forschung ab und damit das Know-how. Deshalb plant das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie – gestützt auf die positiven Erfahrungen des 2017 gestarteten IPCEI Mikroelektronik –, die Bereiche Mikroelektronik und Kommunikationstechnologien und damit auch indirekt die Anwenderindustrien im Rahmen eines neuen IPCEI zu unterstützen.

Bei IPCEI handelt es sich um ein transnationales, wichtiges Vorhaben von gemeinsamem europäischem Interesse, das mittels staatlicher Förderung einen wichtigen Beitrag zu Wachstum, Beschäftigung und Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie und Wirtschaft leistet.

Was sind die inhaltlichen Schwerpunkte des Rahmenprogramms?

Schwerpunkte sind "Vertrauenswürdige Elektronik" und "Grüne IKT". Vertrauenswürdige Elektronik heißt: Eine Elektronik, von der wir genau wissen, was sie tut. Deren Fertigung wir verstehen. Deren Funktionen wir überprüfen können. Und der auch die Kunden unserer Unternehmen auf dem Weltmarkt vertrauen können. Denn in Produktion, Mobilität und Alltag übernimmt Elektronik immer mehr sicherheitskritische Funktionen. Grüne IKT heißt: Elektronik, die dafür sorgt, dass bei zunehmender Digitalisierung der Energieverbrauch der Digitalen Systeme nicht aus dem Ruder läuft – zum Beispiel durch Verarbeitung von Sensordaten am Ort ihrer Entstehung, statt nach aufwändigem Datentransfer in einen Zentralrechner.

Das Bundesforschungsministerium hat das Rahmenprogramm federführend ausgearbeitet. Wissenschaft und Wirtschaft wurden im Strategieprozess eingebunden. Das Rahmenprogramm trägt zur Umsetzung mehrerer Vorhaben der Bundesregierung bei, insbesondere der Hightech-Strategie 2025, die die Bedeutung der Mikroelektronik als technologische Basis der Digitalisierung hervorhebt, und des Klimaschutzprogrammes 2030.