20 Milliarden Euro für mehr Chancengerechtigkeit an Schulen 

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Startchancen-Programm 20 Milliarden Euro für mehr Chancengerechtigkeit an Schulen 

Etwa 4000 Schulen mit einem hohen Anteil sozial benachteiligter Schülerinnen und Schüler stärken: Das ist das Ziel des Startchancen-Programms. Bund und Länder haben sich jetzt dazu abschließend verständigt. Das Programm kann damit zum 1. August 2024 starten. Insgesamt stehen 20 Milliarden Euro dafür bereit.

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Mit dem Startchancen-Programm wollen Bund und Länder mit 60 Prozent der Mittel besonders Grundschulen unterstützen. Denn hier werden die entscheidenden Weichen für den Bildungserfolg gestellt. 

Mit dem Startchancen-Programm wollen Bund und Länder besonders Grundschulen unterstützen. Denn hier werden die entscheidenden Weichen für den Bildungserfolg gestellt. 

Foto: imago images/Westend61

Verschiedene Bildungsstudien zeigen: Der Bildungserfolg von Kindern und Jugendlichen in Deutschland hängt noch immer zu stark von der sozialen Herkunft der Eltern ab. Um dieses Problem anzugehen, will die Bundesregierung ein sogenanntes Startchancen-Programm ins Leben rufen. Bund und Länder haben sich nun nach intensiven Verhandlungen abschließend auf Vereinbarungen zu dem Programm geeinigt.

Größtes Bildungsprojekt der Geschichte

„Wir haben es geschafft: Das größte und langfristige Bildungsprojekt der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland steht. Das Startchancenprogramm kann wie geplant zum Schuljahr 2024/25 starten“, sagte Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger anlässlich der Einigung in Berlin.

Das Startchancenprogramm sei eine Investition in die Zukunft. „Bund und Länder investieren gemeinsam in erfolgreiche Bildungsbiografien, in die Fachkräfte für Morgen, in die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit, aber auch in den Zusammenhalt unserer Gesellschaft und damit in die Stabilität unserer Demokratie“, so Stark-Watzinger.

Bund investiert jährlich eine Milliarde Euro

Für das Startchancen-Programm wollen der Bund und die Länder über zehn Jahre hinweg insgesamt 20 Milliarden Euro bereitstellen. Der Bund fördert die Schulen dabei mit einer Milliarde Euro jährlich. Mit dem Programm begegnen Bund und Länder dem deutlichen Rückgang in der Kompetenzentwicklung bei vielen Schülerinnen und Schülern.

Ziel ist es, dort zu unterstützen, wo die Herausforderungen am größten sind. „Das ist ein echter Paradigmenwechsel, die Ressourcenverteilung nicht mit der Gießkanne, sondern eben genau gezielt dort, wo sie gebraucht werden“, so Stark-Watzinger. 

Die Höhe der Fördermittel, die ein Land vom Bund erhält, berücksichtigt die sozialen Rahmenbedingungen. Konkret wird hier der Anteil der Kinder und Jugendlichen aus armutsgefährdeten Familien und mit Migrationsgeschichte als Maßstab angelegt. Darüber hinaus wird in geringerem Umfang das Brutto-Inlandsprodukt der Länder berücksichtigt. Zudem verteilen die Länder die Fördermittel innerhalb des jeweiligen Landes gezielt auf Schulen in besonders herausfordernden Lagen. 

Das Programm soll zum 1. August 2024 starten und über zehn Jahre laufen.

Drei Programmsäulen

Das Startchancen-Programm beinhaltet drei zentrale Programmsäulen:

  • 40 Prozent der Fördermittel sollen für eine bessere und damit lernförderlichere Infrastruktur und Ausstattung der Schulen eingesetzt werden.
  • 30 Prozent der Mittel fließen als sogenanntes Chancenbudget in bedarfsgerechte Maßnahmen der Schul- und Unterrichtsentwicklung, beispielsweise zusätzliche, gezielte Lernförderung in den Kernfächern Deutsch und Mathematik.
  • Weitere 30 Prozent fließen in die Stärkung multiprofessioneller Teams. Damit ist es beispielsweise rechnerisch möglich, allein aus Bundesmitteln jeder Schule in sozial schwieriger Lage eine volle Stelle für schulische Sozialarbeit zuzuweisen.

Grundschulen im Fokus

Bund und Länder haben sich darauf verständigt, insbesondere Grundschulen zu unterstützen. Vor allem in den ersten Schuljahren werden die entscheidenden Weichen für den Bildungserfolg gestellt. Konkret sollen 60 Prozent aller Mittel den Grundschulen zur Verfügung gestellt werden. 40 Prozent erhalten die weiterführenden und beruflichen Schulen. 

Der Fokus des Programms liegt auf einer Stärkung der Basiskompetenzen Lesen, Schreiben und Rechnen und der Weiterentwicklung des Unterstützungssystems schulischer Bildung. Damit soll es einen zentralen Beitrag dazu leisten, die rückläufige Kompetenzentwicklung von Schülerinnen und Schülern umzukehren und den starken Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg aufzubrechen.