Nachhaltigkeitsstrategie

"Wir müssen die ganze Gesellschaft mitnehmen"

Nachhaltigkeit ist ein Thema, das die Menschen in Deutschland bewegt, so Kanzleramtschef Braun. Bei der Auftaktkonferenz zur Fortschreibung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie erklärte er, die Bereitschaft, dieses Thema voranzubringen, sei auch in der Politik nie größer gewesen.

Helge Braun, Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramtes, spricht zu Beginn des Nachhaltigkeitsgipfels.

Das Thema Nachhaltigkeit ist mitten in der Gesellschaft angekommen, betonte Kanzleramtschef Braun im Berliner Futurium.

Foto: Bundesregierung/Münch

Die Bundesregierung will die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie bis 2020 auf den neuesten Stand bringen. Seit der letzten Aktualisierung sind vier Jahre vergangen. Zeit zu überprüfen, wie es mit der Umsetzung der gesetzten Ziele steht und zu schauen, wo nachgesteuert werden muss.

Ziel der Bundesregierung ist es, das Thema Nachhaltigkeit gesamtgesellschaftlich zu verankern. "Wir müssen mit unserer Nachhaltigkeitsstrategie 2020 zwei Dinge schaffen: Wir müssen schneller werden und gleichzeitig die gesamte Gesellschaft mitnehmen. Das ist eine der größten Herausforderungen, vor der wir momentan stehen", so der Chef des Bundeskanzleramts, Helge Braun, bei der ersten Dialogkonferenz in Berlin. "Damit wir es schaffen, eine breit getragene Nachhaltigkeitsstrategie 2020 auf den Weg zu bringen."

Die aktuelle Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie orientiert sich an den 17 Globalen Nachhaltigkeitszielen der Agenda 2030 der Vereinten Nationen. Mit ihrer Kampagne "Die Glorreichen 17" macht die Bundesregierung auf die einzelnen Nachhaltigkeitsziele aufmerksam, informiert über eigene Maßnahmen und regt zum Mitmachen an.

Von Oktober 2019 bis Februar 2020 wird die Bundesregierung fünf Dialogkonferenzen veranstalten. Auf die Auftaktkonferenz am 29. Oktober in Berlin folgen bundesweit Veranstaltungen: am 27. November 2019 in Stuttgart, am 22. Januar 2020 in Norderstedt, am 6. Februar 2020 in Erfurt und am 19. Februar 2020 in Bonn.

Nachhaltigkeit ist Chance für Deutschland

In Deutschland ist das Thema Nachhaltigkeit mitten in der Gesellschaft angekommen. Der Großteil der Bevölkerung kenne den Nachhaltigkeitsbegriff, erklärte Kanzleramtschef Braun im Berliner "Futurium", dem Zukunftsmuseum im Herzen der Stadt. Immer mehr Menschen sähen auch die globale Verantwortung Deutschlands. Etwa beim Klimaschutz, der Bekämpfung der Verschmutzung der Weltmeere und der Gesundheitsvorsorge in weniger entwickelten Ländern.

Zur Umsetzung der Strategie brauche die Bundesregierung die Unterstützung der Kommunen vor Ort, hob Braun hervor: "Ein nachhaltiges Deutschland kann es nur geben, wenn wir nachhaltige Kommunen haben." Viele Akteure seien sehr engagiert. Auch die Wirtschaft habe das Thema erkannt. So sei CO2-Neutralität für viele Unternehmen heute bereits Unternehmenspolitik. Nachhaltiges Wirtschaften könne ein Erfolgspfad sein, mit dem Arbeitsplätze entstehen und Wettbewerbsfähigkeit gestärkt werde.

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller verwies auf die Jugend, die sich für den Klimaschutz engagiere. Jetzt sei die Chance, diese Bewegung von der Straße in konkretes Handeln zu überführen, vom Reden zum Handeln zu kommen – auf allen Ebenen. "Wir brauchen Verhaltensänderung und technologischen Fortschritt", erklärte der Minister. 

Die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie orientiert sich seit 2016 an den Zielen der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen. Die Strategie wurde 2002 beschlossen und wird seither alle vier Jahre aktualisiert. Mit dem nun gestarteten Dialogprozess werden der Stand der Umsetzung erneut überprüft und notwendige Maßnahmen formuliert.

Schlagwörter