Fragen und Antworten zu Energie und Energieversorgung
Eine funktionierende Wirtschaft und ein intakter Alltag der Bürgerinnen und Bürger – das hat für die Bundesregierung höchste Priorität. Gleichzeitig stellen sich mit Blick auf die Kraftstoffpreise und die Nachrichten im Alltag viele Fragen.
Bundeskanzler Merz hat das klare Ziel betont, dass zentrale Produkte wie Diesel und Benzin verfügbar bleiben müssen.
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Trotz des andauernden Nahost-Konflikts sowie der Auswirkungen der Hitzewelle und des Niedrigwassers ist die Versorgung in Deutschland mit Erdgas und Treibstoffen weiterhin gesichert. Lieferungen finden weiter statt. Die Lage rund um die Straße von Hormus zeigt, wie verletzlich insbesondere die globalen Energiemärkte in Krisen reagieren – in manchen Ländern werden Öl und Gas knapper und die Preise steigen weltweit. Die Hitzewelle mit dem Niedrigwasser verdeutlicht zudem, dass auch nationale Lieferwege nicht immer einwandfrei funktionieren. Die Entwicklungen zeigen aber auch, dass sich der Markt mit seiner Nachfrage und alternativen Lieferwegen anpasst.
Für die Bundesregierung hat die sichere Versorgung mit Energie in Deutschland höchste Priorität – für die Wirtschaft und für die Mobilität und das Alltagsleben ihrer Bürgerinnen und Bürger.
Die Regierung handelt bei Bedarf schnell und entlastet Wirtschaft und Bürgerinnen und Bürger gezielt. Die kurzfristigen Maßnahmen im Frühjahr zur Energiesteuersenkung und der Verschärfung des Kartellrechts konnten das zeigen. Gleichzeitig stellen sich im Alltag viele Fragen:
Energieversorgung
Nein. Es gibt in Deutschland keine Energieversorgungskrise – anders als in den Jahren 2022 und 2023. Unsere Energieversorgung mit Öl, Kraftstoffen, Gas und Strom ist derzeit gesichert, die Lage bleibt aber sehr dynamisch.
Dies zeigt sich derzeit vor allem bei den Preisentwicklungen, die ebenfalls nicht das Ausmaß der Jahre 2022 und 2023 haben. Außerdem hat sich Deutschland seit 2022 breiter aufgestellt und bezieht die Energieträger aus verschiedenen Quellen. Auch der Strommix in Deutschland mit seinem hohen Anteil Solar- und Windenergie hilft dabei, die Unabhängigkeit zu sichern.
Die „Task Force Energieversorgung“ der Bundesregierung ist als Reaktion auf den Konflikt im Nahen Osten im April eingesetzt worden und liefert auch weiterhin ein wöchentliches, vorausschauendes und umfassendes Lagebild. Das ermöglicht die operative Steuerung von Maßnahmen auf allen Ebenen: Für den Fall, dass sich die Lage verschärfen sollte, ist die Bundesregierung vorbereitet.
Die Bundesregierung hat schon zu Beginn des Konflikts schnell auf die Entwicklungen auf dem Kraftstoffmarkt reagiert. Sie hatte kurzfristig die Mineralölsteuer für zwei Monate gesenkt und damit private Haushalte und Unternehmen um 1,6 Milliarden Euro entlastet. Und sie hat durch die sogenannte „12 Uhr-Regel“ für mehr Preistransparenz beim Tanken gesorgt. Zudem hat sie das Kartellrecht geschärft, damit die Kartellbehörden schnellstmöglich und wirksam gegen missbräuchliche Kraftstoffpreise vorgehen können. Aktuell prüft das das Bundeskartellamt in mehreren Verfahren, insbesondere gegen Raffineriebetreiber, ob eine missbräuchliche Preispolitik vorliegt.
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) hatte zudem mit anderen Ländern der IEA einen Teil der nationalen Ölreserven freigegeben, um das Angebot auf den Märkten zu stabilisieren.
Der Bundesverkehrsminister hat angekündigt für die durch Hitze beeinträchtigten Schifffahrtswege Alternativen zu fördern – in der Diskussion sind etwa eine Aufhebung des Sonn- und Feiertagsfahrverbot für LKWs, eine Verlagerung von Schiffsgütern auf die Schiene.
Derzeit ist der deutsche Markt ausreichend versorgt mit Öl und Gas. Die höheren Preise bieten einen Anreiz für einen verantwortungsvollen und sparsamen Umgang mit Energie. Ein sparsamer Umgang ist hilfreich in der derzeitigen Lage. Daher sind derzeit keine weiteren staatlich vorgegebenen Energiesparmaßnahmen geplant. Die Bundesregierung wird die Entwicklungen weiterhin genau beobachten. Sollte es notwendig werden, besteht die Möglichkeit, Maßnahmen zur Sicherstellung der Energieversorgung zu aktivieren.
Im Gasbereich beobachtet und bewertet die Bundesnetzagentur die Lage fortlaufend. Die Bundesnetzagentur schätzt die Gefahr einer angespannten Gasversorgung im Augenblick als gering ein. Gleichwohl bestehen Maßnahmen zur Krisenvorbereitung, die kontinuierlich weiterentwickelt werden.
Die physische Versorgung mit Rohöl, Raffinerieprodukten wie Benzin, Diesel und Kerosin ist in Deutschland derzeit weiter gesichert, bestätigt auch der Nationale Sicherheitsrat. Deutschland hat gemeinsam mit anderen Mitgliedsstaaten der Internationalen Energieagentur einen Teil der strategischen Ölreserven, darunter auch Flugbenzin, freigegeben.
Für den Fall von Knappheiten gibt es Notfallpläne und gesetzliche Grundlagen, die den Umgang und die Priorisierung regeln. Aktuell läuft die Versorgung ganz normal.
Die 32 Mitgliedstaaten der IEA hatten sich im März auf Vorschlag der IEA darauf verständigt, Ölreserven im Umfang von insgesamt 400 Millionen Barrel (gut 54 Millionen Tonnen) freizugeben. Die Freigaben haben zu diesem Zeitpunkt auch zu einer Entspannung auf den internationalen Ölmärkten beigetragen. Zweck der Reserven ist die Sicherstellung der Versorgungssicherheit. Deutschland hat die Freigabe am 18. März erteilt.
Deutschlands Notfallreserve für etwa 90 Tage umfasst insgesamt etwa 20 Millionen Tonnen Rohöl und Ölprodukte. Die IEA hatte Deutschland gebeten, 2,6 Millionen Tonnen aus seiner Reserve freizugeben. Eine erste Tranche dieser für die Freigabe vorgesehenen Mengen wurde mittlerweile von den Marktteilnehmern abgerufen. Derzeit wird vom Markt keine weitere Freigabe für erforderlich gehalten. Die Bundesregierung beobachtet allerdings die volatile Lage sehr genau und handelt, wenn nötig, um die Energieversorgung in Deutschland zu sichern. Das hat oberste Priorität.
Strom
Derzeit werden laut Kenntnis der Bundesregierung niedrigwasserbedingt keine Kohle- und Gaskraftwerke in Deutschland gedrosselt. Kohlekraftwerke laufen im Sommer ohnehin seltener und Gaskraftwerke sind insgesamt weniger anfällig für hitzebedingte Abschaltungen.
Einige Laufwasserkraftwerke – zum Beispiel am Rhein und Neckar – erzeugen derzeit aufgrund von Niedrigwasser weniger Strom. Da es sich dabei um kleinere Kraftwerke handelt, sind die damit verbundenen Einbußen bei der Stromerzeugung gering. Eine Gefahr für die Versorgungssicherheit mit Strom besteht deswegen nicht. Die Bundesregierung ist mit der Branche im Austausch und bleibt dies auch weiterhin. Der sogenannte Krisenvorsorgerat hat die Situation im Blick.
Im Sommer wird in Deutschland viel Strom aus Photovoltaik erzeugt, deshalb sind die Strompreise zur Mittagszeit oft nahe Null. Dies senkt auch die durchschnittlichen Strompreise. Abends steigen die Preise an den Großhandelsmärkten deutlich. Im Vergleich zum Sommer 2025 sind die durchschnittlichen Strompreise deutlich gestiegen. Trotzdem: Deutschland hat es mit einer grundlegend anderen Situation zu tun als in der Energiekrise 2022.
Grund für die damaligen Strompreisspitzen war der extrem hohe Preis für Gas. Im Strommarkt bestimmt immer die Kraftwerksart den Strompreis („Merit-Order-Prinzip“), die zur Deckung der Nachfrage noch benötigt wird. Das sind häufig Gaskraftwerke. So wird sichergestellt, dass jeweils immer die kostengünstigsten Kraftwerke Strom erzeugen, um die Stromnachfrage zu decken und gleichzeitig Kraftwerke, die nur selten zum Einsatz kommen, auch noch ihre Kosten decken können.
Steigen die Gaspreise und ist Gas zur Stromproduktion notwendig, etwa weil nicht ausreichend erneuerbare Energien zur Verfügung stehen, steigen auch die Strompreise. Die Bundesregierung hat die Lage und Entwicklung daher weiter genau im Blick. Und sie entlastet Verbraucherinnen und Verbraucher sowie die Wirtschaft bei den Energiepreisen schon deutlich – um fast 30 Milliarden Euro alleine in 2026.
Mehr Unabhängigkeit von fossilen Energiequellen hilft nicht nur beim Klimaschutz, sie schützt auch vor Preisausschlägen an den Rohstoffmärkten und geopolitischen Krisen. Das gilt sowohl beim Verkehr als auch beim Wohnen und in der Industrie. Auch daher treibt die Bundesregierung den Ausbau der Erneuerbaren Energien ambitioniert voran – sowohl der Solar- als auch der Windenergie. So ist der Anteil Erneuerbarer Energien weiterhin auf Rekordniveau.
Um die Systemkosten der erneuerbaren Energien möglichst gering zu halten, will die Bundesregierung den Ausbau erneuerbarer Energien besser mit dem Ausbau der Netze synchronisieren. Das ist auch wichtig für langfristig bezahlbare Strompreise. Aus diesem Grund hat sie das Netzanschlusspaket und die Reform des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes im Juli im Kabinett beschlossen. Der Zubau soll zukünftig vor allem dort stattfinden, wo es noch freie Netzkapazitäten gibt.
Autoverkehr
Die Bundesregierung analysiert stets die Lage der Kraftstoffpreisentwicklung und ist jederzeit handlungsfähig in Bezug auf mögliche weitere Maßnahmen. Das Bundeskartellamt überprüft zudem mit mehreren Verfahren die Preisgestaltung verschiedener Raffinerien.
Zudem plant die Regierungskoalition zum 1. Januar 2027 eine Reform der Einkommenssteuer, um kleinere und mittlere Einkommen dauerhaft zu entlasten.
Von der Energiesteuersenkung im Mai und Juni profitierten insbesondere Autofahrerinnen und Autofahrer sowie Betriebe mit hohem Verbrauch in einer Phase besonders hoher Kraftstoffpreise.
Die unabhängige Monopolkommission und das Bundeskartellamt kommen zu dem Schluss, dass die Energiesteuersenkung bei Benzin und Diesel weitgehend bei Verbraucherinnen und Verbrauchern angekommen ist. Die Maßnahme hat gewirkt: Der „Tankrabatt“ hat seine Funktion erfüllt, in einer Phase besonders hoher Kraftstoffpreise Preisspitzen effektiv abzufangen und den Endkundinnen und Endkunden der Tankstellen die Möglichkeit zu geben, sich an die gestiegenen Preise anzupassen. Auch die Erkenntnisse weiterer Wissenschaftler bestätigen diesen Befund.
Die Kraftstoffpreise setzen sich aus unterschiedlichen Komponenten zusammen. Die Energiesteuer, die im Zuge des „Tankrabatts“ für zwei Monate gesenkt wurde, ist lediglich ein Preisbestandteil des Kraftstoffpreises. Zudem gibt es deutliche regionale Unterschiede bei den Preisen an der Zapfsäule. Die Preissetzung an Tankstellen ist Sache der Mineralölunternehmen beziehungsweise Tankstellenbetreiber und ist von vielen Faktoren wie beispielsweise der Preisentwicklung von Rohöl, den Weltmarktpreisen (z.B. für Diesel) oder Transportkosten abhängig.
Im Zusammenhang mit den Kraftstoffpreisen hat das Bundeskartellamt Verfahren gegen alle Raffineriebetreiber in Deutschland eingeleitet, um zu prüfen, ob diese ihre Marktstellung durch missbräuchliche überhöhte Preise missbraucht haben. Dies erfordert neben der Feststellung missbräuchlich überhöhter Preise auch die Feststellung einer marktbeherrschenden Stellung oder relativer Marktmacht. Denn ohne eine solche herausgehobene Stellung, aus der eine gewisse Verantwortung für den Wettbewerb folgt, gibt es in einer freien Marktwirtschaft keine Beschränkungen der Preissetzungsfreiheit.
Mit dem Maßnahmenpaket vom 1. April hat die Bundesregierung die kartellrechtliche Missbrauchsaufsicht gegenüber den Mineralölkonzernen verschärft. Das Bundeskartellamt kann nun gegen missbräuchliche Preiserhöhungen bei Kraftstoffen durch marktbeherrschende oder marktstarke Anbieter einfacher und schärfer vorgehen.
Bei Verdacht auf missbräuchlich überhöhte Kraftstoffpreise müssen marktbeherrschende oder marktstarke Unternehmen darlegen, dass die Erhöhungen gerechtfertigt sind. Dabei können aber auch knappheitsbedingt erhöhte Preise eine Rechtfertigung sein.
Mit dem Maßnahmenpaket vom 1. April wurde dem Bundeskartellamt zudem die Möglichkeit eröffnet strukturelle Wettbewerbsstörungen einfacher feststellen und damit schneller beheben zu können. Verschärfte Kontrollen bei Kosten und Preisen können eine Voraussetzung für Preisdämpfungen sein, jedoch können sie eine solche nicht unmittelbar bewirken.
Mit der 12. Novelle des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB) will die Bundesregierung das Kartellrecht noch weiter verschärfen: Künftig müssen auch die Preiserhöhungen bei Super Plus gemeldet werden. Raffinerien und Kraftstoffgroßhandel können zudem verpflichtet werden der Markttransparenzstelle zusätzliche Absatzdaten zu melden. So soll die Marktaufsicht noch effektiver ihre Funktion erfüllen. Ermöglicht wird hierdurch zudem, besser feststellen zu können, ob sinkende Rohstoffpreise auch schnell an Verbraucher weitergegeben werden, sobald sich die Marktlage wieder beruhigt.
Aktuell gilt: Die Versorgung in Deutschland ist gesichert. Bundeskanzler Merz hat das klare Ziel betont, dass zentrale Produkte wie Diesel, Benzin und Flugbenzin auch weiter verfügbar bleiben müssen.
Mineralölprodukte – also etwa Benzin und Diesel – werden überwiegend in Deutschland aus importiertem Rohöl hergestellt. Deutschland bezieht nur etwa sechs Prozent seines Rohöls aus dem Nahen Osten. Rohöl wird vor allem aus Norwegen, den USA, Libyen und Großbritannien bezogen.
Spritpreis-Apps und Service-Portale helfen dabei, Preise zu vergleichen. Die zugelassenen Dienste bekommen ihre Daten von der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe (MTS-K). Sie sammelt fast in Echtzeit die aktuellen Kraftstoffpreise und stellt sie Anbietern von Apps und Webseiten zur Verfügung.
Zum 1. Januar 2026 wurde die Pendlerpauschale dauerhaft auf 38 Cent ab dem ersten Kilometer erhöht. Zuvor galt dieser Satz erst ab dem 21. Kilometer. Wer täglich pendelt, profitiert damit deutlich stärker. Außerdem können Steuerpflichtige mit geringen Einkünften weiterhin die Mobilitätsprämie erhalten.
Gas
Die Gasspeicherstände sind derzeit in der Tat niedriger als in vorangegangenen Jahren. Die Wintervorsorge des Markts läuft aber. Es ist Aufgabe der Unternehmen und der Händler, die Speicher für den Winter zu füllen. Durch flexiblere Möglichkeiten einzuspeisen, etwa durch LNG, und durch die seit 2022 strukturell gesunkene Gasnachfrage, verringert sich der Bedarf an Gasspeicherkapazitäten. Die Bundesregierung geht davon aus, dass die privaten Akteure im aktuellen Markt die Befüllung der Speicher und ihre Lieferverpflichtungen im Winter wie gewohnt nachkommen.
Auch der europäische Energiebinnenmarkt ist entscheidend für die Versorgungssicherheit mit Gas. Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit funktioniert sehr gut und wurde in den letzten Jahren unter anderem durch neue grenzüberschreitende Kapazitäten und Ausbau von Pipelines verstärkt.
Die Füllstände sind zwar derzeit auf einem relativ niedrigen Niveau. Auch hier zahlt sich aber aus, dass die Gasversorgung auf einer breiteren und flexibleren Grundlage beruht als in der Vergangenheit. So kann kurzfristig durch Pipelinegas sowie nunmehr auch durch LNG an die neuen Terminals in Deutschland sichergestellt werden, dass jederzeit ausreichend Gas in Deutschland vorhanden ist. Gasspeicher haben also bei der Energieversorgung relativ an Bedeutung verloren.
Im Vergleich zur Energiekrise 2022 infolge des russischen Überfalls auf die Ukraine fällt der aktuelle Preisanstieg deutlich geringer aus. Deutschland verfügt über ausreichend Import- und Speichermöglichkeiten von Gas. Dank neuer LNG-Terminals und Pipelines ist die Versorgung in den letzten Jahren deutlich breiter und flexibler aufgestellt.
Generell schätzt die Bundesnetzagentur die Gasversorgung in Deutschland als stabil ein. Die Versorgungssicherheit ist gewährleistet. Die Bundesnetzagentur beobachtet und bewertet die Lage weiter. Ein sparsamer Umgang mit Gas bleibt angesichts des weiterhin erhöhten Preisniveaus für Haushaltskunden sinnvoll.
Wichtigster Gas-Lieferant in Deutschland ist Norwegen (etwa 44 Prozent), vor Belgien und den Niederlanden. Anlandungen an den deutschen LNG-Terminals machen rund 10 Prozent des importierten Gases aus. Über 90 Prozent des über die deutschen LNG-Terminals anlandenden Erdgases stammen aus den USA.
Es ist das Ziel der Bundesregierung, die Abhängigkeiten im Energiebereich insgesamt zu reduzieren und damit die Energiesicherheit zu erhöhen. Dazu gehören neben dem Ausbau der Erneuerbaren Energien auch die Erschließung und Nutzung heimischer Energiequellen, einschließlich ausgewählter konventioneller Gasvorkommen. Deutschland deckt nur einen sehr geringen Teil seines Gasbedarfs aus eigenen Quellen.
Flugverkehr
Die Marktlage ist insgesamt angespannt, aber die physische Versorgung mit Kerosin ist in Deutschland derzeit gesichert. Gemeinsam mit anderen Mitgliedsstaaten der Internationalen Energieagentur (IEA) hat Deutschland strategische Ölreserven freigegeben - darunter Flugbenzin - und damit das Angebot erhöht. Weitere Reserven stehen zur Verfügung. Kerosin wird zudem in Deutschland in eigenen Raffinerien aus Rohöl hergestellt. Deutschland hat eigene Raffinerien und damit einen Vorteil gegenüber Ländern, die komplett von Importen abhängig sind. Deutschland bezieht nur etwa sechs Prozent seines Rohöls aus dem Nahen Osten. Rohöl wird vor allem aus Norwegen, den USA, Libyen, und Großbritannien bezogen.
Der Luftverkehr ist für den Wirtschaftsstandort Deutschland wesentlich und die Bundesregierung tauscht sich laufend mit den Transportbranchen, mit der Industrie und der Energiewirtschaft, der EU-Kommission und den europäischen Partnern aus. Die EU und die Bundesregierung werden entschlossen reagieren, sollten sich bei der Kerosinversorgung Engpässe abzeichnen.
Tatsächlich hat das Statistische Bundesamt für das erste Halbjahr 2026 festgestellt, dass die Preise für Flugtickets sich im Vergleich zum Vorjahr um im Schnitt 8,5 Prozent verteuert haben. Inlandsflüge wurden um 9,5 Prozent teurer. Für die Kosten sind viele unterschiedliche Faktoren entscheidend, auch die Frage, wie sich Iran-Krieg mit seinen Auswirkungen entwickelt. Generell lässt sich sagen, dass die Kerosinpreise und damit auch die Ticketpreise umso mehr steigen werden, je länger der Konflikt andauert.