Niedrigere Strom- und Gaskosten für alle
Die Bundesregierung bezuschusst die Strom-Netzentgelte, senkt dauerhaft die Stromsteuer für produzierende Unternehmen und hat die Gasspeicherumlage abgeschafft. Das Ziel: Niedrigere Energiekosten für alle. Lesen Sie hier im Überblick, wie diese Maßnahmen wirken.
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Durch niedrigere Netzentgelte werden Stromkundinnen und -kunden finanziell entlastet.
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Die Bundesregierung will private Haushalte und die Wirtschaft bei den Energiepreisen deutlich entlasten. Für dieses zentrale Ziel aus dem Koalitionsvertrag hat sie früh umfassende Beschlüsse gefasst. Diese ersten Entlastungsschritte zeigen jetzt Wirkung: Wer im Januar 2026 einen neuen Liefervertrag für Strom und Gas abgeschlossen hat, zahlt spürbar weniger als zuvor.
So fielen die Strompreise für Neukundinnen und Neukunden im Januar um 6,7 Prozent auf 34,87 Cent pro kWh. Auch zahlreiche regionale Grundversorger haben deutliche Preissenkungen angekündigt. Maßgeblich für diese Entlastung der Haushalte sind die reduzierten Netzentgelte. Davon profitiert auch die Industrie: Der Strompreis für Industriekundinnen und -kunden ging um über 12 Prozent zurück. Gaskundinnen und -kunden entlastet zudem der Wegfall der Gasspeicherumlage zum 1. Januar: Die Gaspreise lagen für Neuverträge bei 9,66 Cent pro kWh und damit 4 Prozent unter dem Preis von Dezember.
Deutschland wieder auf Wachstumskurs bringen
Diese ersten Schritte für niedrigere Energiekosten entlasten die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland, stärken die Wirtschaft und helfen, Arbeitsplätze zu sichern. „Wir senken jetzt die Energiepreise, damit Arbeitsplätze in diesem Land gesichert werden”, sagte Bundesfinanzminister Lars Klingbeil. „Oberste Priorität für uns hat, Deutschland wieder auf Wachstumskurs zu bringen.”
Die Finanzierung der Entlastungen hat die Regierung in den Haushalten für 2025 und 2026 verankert. Das Gesetz für den Bundeszuschuss zu den Übertragungsnetzkosten im Jahr 2026 ist am 12. Dezember 2025 in Kraft getreten. Die Änderungen im Energiewirtschaftsrecht zur Abschaffung der Gasspeicherumlage sind seit dem 28. November in Kraft. Die Änderungen im Stromsteuergesetz traten zum 1. Januar 2026 in Kraft.
10 Milliarden Euro Entlastung
Insgesamt werden die Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen damit um etwa 10 Milliarden Euro im Jahr bei den Energiekosten entlastet – zusätzlich zur bereits bestehenden Entlastung von 17 Milliarden Euro durch die Übernahme der damaligen EEG-Umlage für erneuerbare Energien.
Haushalte, die Strom und Gas beziehen, können 2026 durchschnittlich etwa 160 Euro sparen (bei 3.500 kWh Stromverbrauch im Jahr / 20.000 kWh Gasverbrauch im Jahr).
Gleichzeitig muss die Bundesregierung solide und verantwortungsvoll wirtschaften. „Wir können nur das Geld ausgeben, das wir haben”, betonte Bundeskanzler Friedrich Merz am Rande der bankenwirtschaftlichen Tagung Anfang Juli in Berlin. Das Ziel, die Energiepreise zu senken, bleibe trotz der bereits beschlossenen Schritte bestehen: „Wir wollen die Stromkosten weiter senken, wenn wir die finanziellen Spielräume dazu haben”, so der Kanzler. „Diese Bundesregierung wird mit Ehrlichkeit handeln.”
So funktionieren die Entlastungen für Verbraucherinnen und Verbraucher:
- Die Gasspeicherumlage wurde zum 1. Januar 2026 abgeschafft. Mit sinkenden Gaspreisen werden alle Gaskundinnen und -kunden entlastet – private Haushalte und Unternehmen. Niedrigere Gaspreise sorgen außerdem für eine günstigere Stromproduktion von Gaskraftwerken. Die Strompreise am Markt dürften sich ebenfalls reduzieren, da sie sich nach den teuersten Energien ausrichten – das ist oft Gas.
- Der Bund bezuschusst außerdem im Jahr 2026 die Übertragungsnetzentgelte mit 6,5 Milliarden Euro. Die niedrigeren Netzentgelte kommen ebenfalls seit dem 1. Januar 2026 allen Verbraucherinnen und Verbrauchern sowie allen Unternehmen zugute.
- Die Senkung der Stromsteuer wird ab 2026 weiter und auf Dauer gelten. Damit werden mehr als 600.000 produzierende Unternehmen sowie die Land- und Forstwirtschaft entlastet, also auch mittelständische Betriebe – angefangen von der Fleischerei, der Bäckerei über energieintensive Unternehmen bis hin zum Baugewerbe. Diese Maßnahme belastet den Haushalt mit etwa drei Milliarden Euro jährlich.